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Potsdam-Mittelmark Himmelsbote als Büsten-Halter
Lokales Potsdam-Mittelmark Himmelsbote als Büsten-Halter
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11:20 11.01.2016
Im Werderaner Kulturpalast „Scala“ erzählte der Kabarettist Wolf Beyer vom „Alltag im Paradies“.   Quelle: Christel Köster
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Werder

 Der Samstagabend im neuen „Kulturpalast“ von Werder begann mit einer Umdisponierung. Der neue Betreiber des alten Kinos mit dem wundervoll weltläufig klingenden Namen „Scala“ hatte geglaubt, dass für sein Programmangebot „Alltag im Paradies“ das kleine Café im Foyer ausreichend Platz bieten würde. Aber er hatte sich gewaltig getäuscht. Der Andrang war unerwartet groß, und so zog man in den prächtigen historischen Kinosaal mit seinen Logen, Sesseln und Kinositzen um.

Angekündigt waren Wolf Beyers „Sensationelle Enthüllungen zur Situation im Jenseits“ aus dem „Alltag im Paradies“. Bevor der Kabarettist auftrat, pflückte Vera Kern vor einem riesigen barocken Putto-Reigen-Bild gefühlvoll liebliche Töne von den Saiten ihrer Harfe und ließ sie engelsgleich in den Saal perlen. Beyer begann seinen Auftritt mit der Projektion von Dutzenden Fotos von den Orten in denen er die für seinen „Vortrag“ verwendeten Bilder entdeckt hatte. Wunderbare Ansichten von bekannten Orten wie dem Kloster Neuzelle, dem Schweriner und dem Würzburger Schloss wechselten mit solchen aus Niederösterreich, Wien, Florenz, Rom, Kirchen in Südfrankreich, Norwegen, Russland aber auch von ganz ferner Sakralarchitektur aus Mexiko und Vietnam. Frühzeitig mobilisierte er das Publikum, in dem er Zuschauerfragen stellte und per Handzeichen heraus zu finden versuchte, wer denn in den Himmel oder wer in die Hölle kommen und wer als „Nichtwähler“ sein Leben fristen wolle.

 Wie ein Reiseführer machte er dann sein Publikum mit den offenkundigen Tücken eines Lebens im Paradies und der Hölle bekannt. Sexuelle Exzesse, Gewalt, Schlendrian, auch Kinderarbeit als paradiesische Realien belegte er mit Bildbeispielen. Durch seine desillusionierenden Details vom jenseitigen Alltag sorgte er zunehmend für Heiterkeit im Saal.

Besonders die Engel hatten es Beyer angetan. Massige Engelsfrauen mit winzigen Flügeln und solche, die ihre Flügel am Kopf trugen, sorgten dafür, dass das anfangs vereinzelte Lachen in immer kürzeren Abständen den ganzen Saal infizierte. Dabei gliederte Beyer seinen himmlischen Vortrag streng systematisch und überraschte mit einer demografischen Pyramide. Ausführlich referierte er zur „Altersstruktur der Engelspopulation“ und schlussfolgerte aus der Abwesenheit älterer weiblicher Engel, dass reifere Damen nicht in den Himmel kommen. Bei der Berufsgruppe der Himmelsboten bezeichnete er einen Engel, der eine Porträtplastik in der Hand hielt, als Büsten-Halter.

Breiten Raum nahmen sehr diesseitige Themen wie Werbung oder moderne Kommunikationsformen ein. Beyer belegte mit Engeln, die ein riesiges „CA“ in der Hand hielten, ein vermeintliches himmlisches Sponsoring dieser Textilkette. Selbst Flüchtlingskrise und Willkommenskultur spiegelte er wider. Da schwebt ein Putto mit einem Spruchband über einer brodelnden Menge mit dem die „Mühseligen und Beladenen“ begrüßt werden. Es endet mit „Kommet alle“ und alle lachten.

Von Lothar Krone

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