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Gemeinde blickt in die Zukunft

Stahnsdorf Gemeinde blickt in die Zukunft

Gemeindevertreter, engagierte Bürger und die Bertelsmann-Stiftung haben gemeinsam Schwerpunkte künftiger Entwicklung in Stahnsdorf diskutiert. Jetzt liegt ein Ergebnis in Form eines Leitbildes vor. Im Ergebnis soll Stahnsdorf seinen grünen Charakter erhalten und dennoch wachsen können.

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Das innovative Unternehmen Endress und Hauser ist im Techno-Park angesiedelt.

Quelle: Privat

Stahnsdorf. Ein Leitbild mit dem Titel „Perspektive 2030“ hat die Gemeinde Stahnsdorf beschlossen. Unter der Leitung der Bertelsmann-Stiftung hatten sich Gemeindevertreter und fünf engagierte Bürger rund ein Jahr lang gemeinsam darüber Gedanken gemacht, wie sich der Ort in den nächsten Jahren entwickeln soll. Mit im Programm sind neben Zielen wie Barrierefreiheit, E-Mobilität und Überlegungen zur Nahversorgung unter anderem auch ein neues Gewerbegebiet, eine Rückzugsfläche, auf der Jugendliche sich ungestört austoben können oder ein Bürgerhaus mit einer „Heimatstube“.

Leben, Wohnen, Arbeiten Im Schwerpunktthema Leben, Wohnen, Arbeiten und Umwelt wurde etwa festgelegt, dass alle Bevölkerungsschichten einen gleichberechtigten Zugang zu barrierefreiem, bezahlbarem und verkehrsberuhigtem Wohnraum haben sollen. Besonders werden auch die 20- bis 30-Jährigen erwähnt, da sie in der Gemeinde gehalten werden sollen. Weiterer Wohnungsbau soll sich an den zentralen Verkehrsachsen orientieren und die „grünen Lungen“ von Stahnsdorf sollen erhalten und weiterentwickelt werden – dazu soll die Gemeinde auch noch zur Verfügung stehende Flächen wie Landwirtschafts- oder Forstareale ankaufen. Bei neuen Gebieten soll auf Klimaneutralität geachtet werden, emissionsarme Verkehrsformen und eine öffentlich zugängliche Infrastruktur für E-Mobilität werden angestrebt und auch der Artenschutz und die Artenvielfalt werden aktiv unterstützt. Doch auch ein neues Gewerbegebiet soll entstehen, ins Auge gefasst wird dabei das Dreieck östlich der L 77/L 40, wobei generell die Ansiedelung kleiner und mittelständischer Dienstleistungs- und Handelsbetriebe bevorzugt und von Chemie- und Logistikfirmen abgelehnt wird. Eine gute ausgebaute Breitbandinfrastruktur sowie Co-Working-Spaces und die Vereinbarkeit von Job und Familie stehen ebenso im Leitbild. Auch die Grundversorgung in den Ortsteilen soll verbessert werden – angedacht sind dabei nicht nur der schon diskutierte Wochenmarkt, sondern auch genossenschaftliche Dorfläden und mobile Angebote wie „Bäckerwägen“ oder Lieferangebote etwa von Apotheken oder anderen Anbietern aus dem Zentrum in die Randbereiche.

Verkehr und Wirtschaft Das Thema Verkehrsführung müsse unter Einbindung von Fachleuten bewertet werden, wenn die L 77 und die Biomalzspange fertig gestellt sowie die Rammrathbrücke in Teltow saniert seien. Gewünscht wird jedoch, dass die Ost-West-Verbindung ausgebaut wird. Generell ist von einer flächendeckenden Barrierefreiheit, einer besseren Einbindung der Ortsteile in den ÖPNV und der Bedeutung der Elektromobilität die Rede.

Kinder, Jugend und Senioren Hier wurden nur Inhalte aufgenommen, die nicht im ebenfalls bereits beschlossenen Audit Familiengerechte Kommune aufgeführt sind. Kurzfristig – innerhalb der nächsten drei Jahre – wünscht man sich hier in Stahnsdorf oder einer der beiden Nachbargemeinden einen Pflegestützpunkt. Generationenübergreifende Begegnungsstätten sind ebenso im Leitbild zu finden wie ein guter Zustand der sozialen und kulturellen Einrichtungen und genügend Nachwuchs für die Feuerwehr und die Vereine. Kurzfristig soll auch das Sicherheitsbedürfnis durch Beteiligung und Einbindung der Bürgerinnen und Bürger sowie durch entsprechende Infrastruktur und Kommunikationsmaßnahmen gestärkt werden. Als konkrete Ideen werden etwa die Einrichtung eines Fonds für die Schulverpflegung genannt, ein Discobus als jugendgerechtes Angebot oder die Entwicklung des rückseitigen RSV-Geländes zu einem selbst organisierten Jugendtreffpunkt, an dem auch gefeiert werden kann. Auch an die Senioren wurde im Leitbild gedacht: Sie sollen nicht nur so lange wie möglich in ihrem eigenen Wohnraum selbstbestimmt wohnen können – ein langfristiges Ziel –, sondern auch verstärkt aktiv in das Gemeindeleben eingebunden werden. Die Bibliothek könnte dabei als Ort der Begegnung und Anlaufpunkt dienen, ist angedacht.

Identität, Kultur und Freizeit Man hofft, dass sich die Stahnsdorfer künftig stärker mit ihrer Gemeinde identifizieren. Ein Bürgerhaus mit einer „Heimatstube“ oder die stärkere Vermittlung von Wissen über den Heimatort in den Schulen und Kitas unter dem Motto „Stahnsdorf erleben und erfahren“ sollen dabei helfen. Ein „Netzwerk Bürgerschaftliches Engagement“ soll den Austausch und die Kommunikation zwischen aktiven Bürgern und Bürgerinnen und auch der Gemeinde verbessern, im Internet soll außerdem ein Ehrenamtsportal etabliert werden, um Angebote und Nachfragen zueinander zu bringen.

Das Leitbild wurde von den Gemeindevertretern mehrheitlich beschlossen.

Von Konstanze Kobel-Höller

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