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Gemeinde gibt Sommerfeld-Haus ab

Kleinmachnow Gemeinde gibt Sommerfeld-Haus ab

Die Museumsinitiative Kleinmachnow ist sauer: Die Mehrheit der Gemeindevertreter und Bürgermeister Michael Grubert (SPD) wollen das historische Sommerfeld-Verkaufsbüro in der Karl-Marx-Straße losschlagen. Dort hatten sehr erfolgreich Ausstellungen zur Kleinmachnower Geschichte stattgefunden, das Haus sollte Museum werden.

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Das Planungs- und Verkaufsbüro der Bürgerhaus-Siedlung von Adolf Sommerfeld um 1932 – gebaut wahrscheinlich 1930.

Quelle: Privat

Stahnsdorf/Kleinmachnow. Alle drei Kommunen der Teltower Region haben es geschafft, ihren Haushalt für das kommende Jahr rechtzeitig zu beschließen. Nach der Stadt Teltow, die sich bereits im November auf ein Budget für 2018 einigen konnte, haben nun auch Stahnsdorf und Kleinmachnow nachgezogen.

In Kleinmachnow gab es zwar Diskussionen darüber, dass mit Einnahmen von 34,28 Millionen Euro und Ausgaben von 38,48 Millionen Euro am Ende ein negatives Ergebnis steht, da aber keine Einigung zu Einsparungsmöglichkeiten gefunden werden konnte, wurde der Entwurf dann doch beschlossen.

Mit geplant für nächstes Jahr, auf Antrag der Fraktion SPD/PRO: Das denkmalgeschützte ehemalige Verkaufsbüro des Bauunternehmers Adolf Sommerfeld in der Karl-Marx-Straße 117, in dem derzeit die Museumsinitiative tätig ist und in dem auch schon Kleinmachnow-Ausstellungen organisiert wurden, soll zur Erbpacht ausgeschrieben werden. Das Gebäude muss jedoch denkmalgerecht saniert werden und mindestens einmal im Jahr am Tag des offenen Denkmals der Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Dies wurde mit knapper Mehrheit beschlossen.

In Stahnsdorf gab es vor allem heftige Diskussionen darüber, wie sichergestellt werden könnte, dass noch die Aufstockung des Säulenganges der Heinrich-Zille-Grundschule im Budget aufgenommen wird.

Dies ist Voraussetzung für eine finanzielle Unterstützung der Baumaßnahmen aus dem kommunalen Infrastrukturprogramm – ein entsprechender Antrag war von der Gemeindevertretung in derselben Sitzung bereits vor der Haushaltsdiskussion beschlossen worden. Von den geschätzten drei Millionen Baukosten müsste Stahnsdorf bei einer angenommenen Subvention von 45 Prozent demnach für rund 1,7 Millionen Euro selbst aufkommen – ein Betrag, der entsprechend im Haushalt abgebildet sein muss.

Ein authentischer Ort

Die knappe Entscheidung der Kleinmachnower Gemeindevertreter, das Sommerfeld-Hais in der Karl-Marx-Straße 117 abzugeben, hat bei der seit einigen Jahren aktiven Museumsinitiative Kleinmachnow scharfe Kritik ausgelöst.

Die Chance, diesen Ort in ein künftiges Museumskonzept für Kleinmachnow einzubeziehen, sei damit vergeben, so die Initiative.

Die Akteure verweisen auf erfolgreiche Ausstellungen zur Kleinmachnower Geschichte, die in dem Holzhaus aus den 1930er Jahren stattgefunden hätten.

Als Museum für Kleinmachnow ist nun die Auferstehungskirche im Jägerstieg im Gespräch. Das Gebäude hat die Gemeinde für mehr als 800 000 Euro bereits angekauft. Die Kirche wird entwidmet, weil im Alten Dorf ein neues Gemeindezentrum entsteht.

Im Haushalt 2018 sind laut Museumsinitiative allerdings weder die Sanierungskosten für den Jägerstieg 2, die auf 1,2 Millionen Euro veranschlagt seien, noch der Etat für ein dortiges Museum enthalten.

Das Hau Karl-Marx-Straße 117 entstand als Verkaufsbüro des Unternehmers und Baumeisters Adolf Sommerfeld um 1930 – damals im Spandauer Weg.

Sommerfeld vermarktete in Kleinmachnow Grundstücke und entwickelte dafür das erschwingliche „Kleinmachnower Bürgerhaus“.

Das Holzhaus war das erste Gebäude auf dem Gelände und besteht aus zwei funktional-kubischen Baukörpers sowie einem Hausgiebel.

Die drei Teile sind ineinander verschränkt und bilden eine Synthese zwischen Moderne und Tradition – für die damalige Zeit ungewöhnlich.

Mit dem Bau des Holzhauses wollte sich Adolf Sommerfeld zu Beginn der Verkaufsoffensive ein teures Musterhaus sparen und nutzte für den Zweckbau auch vorhandene Materialien.

Im Sommer 1932 wurden auf dem Areal am Spandauer Weg wöchentlich 25 neue Häuser auf der Kleinmachnower Baustelle begonnen.

Zwei Architekten arbeiteten die Entwürfe für die Häuser aus. Ihr Büro war das Verkaufsbüro in der heutigen Karl-Marx-Straße 117. 1933 musste Sommerfeld aus Deutschland fliehen.

Von Seiten der Fraktion Bürger für Bürger wurde der Vorschlag eingebracht, das bereits vor einigen Wochen für den mit Teltow und Kleinmachnow gemeinsam geplanten Bauhof reservierte Grundstück im Gewerbegebiet wieder zum Verkauf freizugeben. Zumindest für mehr als die Hälfte des Areals gebe es bereits einen Kaufinteressenten, der Vertrag wäre kurzfristig abzuschließen, wurde betont. „Wir haben keine Zweifel, dass auch die restliche Fläche verkauft werden kann“, betonte Gerold Mälzer (BfB) und erklärte, es wäre außerdem eine faire Sache, wenn sich alle drei am Bauhof beteiligten Gemeinden gemeinsam ein passendes Grundstück dafür aussuchen würden.

Es sei noch zu früh für diese Vorgehensweise, der Kaufinteressent sei als Krachmacher und Erzeuger einer enormen Fahrtätigkeit „das Gegenteil von dem, was wir im Gewerbegebiet haben wollen“ und zudem wäre diese Entscheidung eventuell ein Schritt zurück beim gemeinsamen Bauhof, waren die Gegenargumente, denen sich die Mehrheit der Gemeindevertreter anschloss. Das Grundstück steht dem regionalen Projekt also – zumindest vorerst – weiterhin zur Verfügung.

Alternativ wurden in der Folge vorerst einmal zwei eigentlich für nächstes Jahr geplante Straßenprojekte aus dem Haushalt gestrichen: Die Friedrich-Naumann-Straße (996 000 Euro) und die Bergstraße (792 000 Euro) müssen erst einmal auf ihre Ausbaumaßnahmen warten, das Geld ist im Haushalt 2018 stattdessen für die Überbauung des Säulenganges der Zille-Schule vorgemerkt. Mit unter anderem dieser Änderung wurde schließlich das Budget für das kommende Jahr mit einer Gegenstimmung beschlossen.

Von Konstanze Kobel-Höller

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