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Gemeinde kauft Auferstehungskirche

Kleinmachnower Vertreter haben entschieden Gemeinde kauft Auferstehungskirche

Nach emotionsgeladener Debatte hat die Mehrheit der Kleinmachnower Gemeindevertreter am Donnerstagabend dem Kauf von zwei Kirchengrundstücken im Jägerstieg zugestimmt. Die BIK-Fraktion als Gegner des Immobilienerwerbs will , „den ganzen Vorgang“ der Kommunalaufsicht des Landes vorlegen.

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Die Auferstehungskirche kommt in Gemeindehand.

Quelle: C. Krause

Kleinmachnow. Die Gemeinde Kleinmachnow kauft die beiden Grundstücke Jägerstieg 2 mit einer Gesamtgröße von 2553 Quadratmetern der evangelischen Auferstehungsgemeinde ab. Der Kaufpreis beträgt 750 000 Euro. Das haben die Gemeindevertreter am Donnerstagabend in namentlicher Abstimmung mehrheitlich beschlossen. Für die BIK-Fraktion kündigte Vorsitzender Roland Templin daraufhin an, „den ganzen Vorgang“ um Kauf, Gutachten und Abstimmung der Kommunalaufsicht des Landes vorzulegen, da „Rechtswidrigkeit“ vorliege.

Der Abstimmung vorausgegangen war eine emotionsgeladene Debatte. Bürgermeister Michael Grubert (SPD) verteidigte vehement den Erwerb der Auferstehungskirche, die Mitte 2018 dann entwidmet würde. Laut Grubert gäbe es „auch andere Käufer“, die den Preis von 750 000 Euro zahlen würden. Würde es von privat erworben, „wäre es für die Gemeinde weg“, so Grubert. „Als richtig und alternativlos“ bezeichnete SPD/PRO-Fraktionschef Bernd Bültermann den Kauf und CDU-Kollegin Angelika Scheib wollte die Chance nicht vertun, weil das Haus „vielfältig bespielbar ist“. Dagegen kritisierten Gegner wie Thomas Singer (Linke), dass der Kauf ohne fertiges Nutzungskonzept geschehe. Mit dem Saal in dem gemeindeeigenen Gebäude würde den anderen, von der Gemeinde geförderten Kulturräumen Konkurrenz gemacht. Das wäre „Kanibalismus“, so Singer. Anderen Skeptikern war der Kaufpreis zu hoch. Auch Barbara Sahlmann von den Grünen, die wie die Linken/Piraten nicht geschlossen gegen den Kauf votierten, störte sich am meisten daran, „dass wir einen hohlen Vogel kaufen“. Außerdem sieht sie in dem Kauf eine Unterstützung der evangelischen Kirche. Das wies Grubert strikt von sich. Es sei keine Unterstützung der Kirche, sondern der Kauf eines Grundstückes, „das für die Gemeinde wertvoll ist“ und sonst verloren ginge, so Grubert. Er wollte drinegnd eine „Zukunft sichernde“ Entscheidung.

Wie berichtet, muss sich die evangelische Auferstehungskirchengemeinde als Eigentümerin von den beiden Grundstücken trennen, um den Verkaufserlös in den Bau ihres neuen Gemeindezentrums im Alten Dorf stecken zu können. Dort untersuchen gerade die Archäologen den Baugrund. Mit Beschluss vom 12.November 2015 war der Bürgermeister beauftragt worden, Verhandlungen mit der Kirchengemeinde über den Ankauf zu führen. Die Auferstehungskirche gilt als ein Gebäude von hoher Identifikation für viele Kleinmachnower und soll weiterhin öffentlich genutzt werden können. Dort wurde Gründungsgeschichte der Villenkolonie geschrieben und in der Wendezeit tagte dort der Runde Tisch.

In einem Konzept zu möglichen Kulturstandorten in der Gemeinde hat Grubert die stark sanierungsbedürftige Immobilie bereits einbezogen. Darin wird das Kirchengebäude als „ausgezeichnet zur Nutzung durch Vereine und die Gemeinde für kulturelle Zwecke“ empfohlen. Über eine Nutzung ist bis jetzt aber nicht entschieden. Nach Ankauf des Objektes und der Nutzungsmöglichkeit ab 2018 sowie der gleichzeitigen Aufgabe des Objektes Am Bannwald 1a durch den Bauhof im selben Jahr will die Gemeinde die beiden Gebäude/Grundstücke „konzeptionell“ zu einem „Band der Kultur“ entwickeln.

Zum Kaufpreis hinzu kommen noch 67 900 Euro Nebenkosten für Grunderwerbsteuer sowie Notar- und Grundbuchkosten. Laut einem Gutachten müssten zudem in zehn Jahren rund 1,2 Millionen für Sanierung, Barrierefreiheit und Brandschutz reingesteckt werden; davon 600 000 für Sofortmaßnahmen.

Von Claudia Krause

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