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Gemeinde will Brachflächen vermarkten

Wiesenburg Gemeinde will Brachflächen vermarkten

Auf dem Areal der Drahtzieherei Wiesenburg gibt es noch reichlich Gewerbefläche. Die kommunale Wirtschaftsfördergesellschaft will leer stehende Garagen, Hallen und Büros jetzt offensiv vermarkten. Geschäftsführer Hartmut König glaubt preiswert bieten zu können, was Gründer in Berlin womöglich dringend suchen.

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Hartmut König, Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft Wiesenburg/Mark,, hat Garagen, Hallen und Büros auf dem Areal der Drahtzieherei im Angebot.

Quelle: Dirk Fröhlich

Wiesenburg. Mehr als ein Vierteljahrhundert nach Einführung der Marktwirtschaft wird in der Drahtzieherei nach wie vor Schweißdraht für den Weltmarkt hergestellt. Neuerdings unter dem Dach des amerikanischen Konzerns General Electric statt der französischen Air Liquide. Doch neben den für das Kerngeschäft nötigen Produktionsstätten gibt es noch reichlich Leerstand. Die Gebäude waren nötig in jener Zeit, als der Betrieb während der Planwirtschaft sogar über 350 Mitarbeiter zählte.

Doch deren Verfall muss nicht auf Dauer die Perspektive sein. Deshalb will die Wirtschaftsfördergesellschaft der Gemeinde Wiesenburg/Mark die alten Hallen, Garagen und Büros, die derzeit ohne Nutzung sind, offensiv vermarkten. Eigentümerin des Geländes ist sie ohnehin seit der Insolvenz von Unternehmer Uwe Graap. Jener hatte nach der Reprivatisierung von 1993 bis 1998 den Betrieb, den sein Großvater gegründet hatte, geführt.

Die dann eigens gegründete kommunale Gesellschaft sollte ursprünglich nur die 45 000-Quadratmeter-Fläche lediglich an die Investoren vermieten, die ihrerseits wiederum nicht für etwaige Altlasten ihrer Vorgänger haften wollten. Das war deren Bedingung für den Erhalt des Standorts, wo es heutzutage noch etwa 50 Beschäftigte gibt.

„Seit einiger Zeit besteht zunehmend Nachfrage nach kleineren Gewerbeflächen“, bestätigt Hartmut König. Der ehemalige Vizebürgermeister zeichnet ungeachtet seines Ruhestandes für die Geschicke der Wirtschaftsfördergesellschaft verantwortlich. Die Antwort für die Interessenten war also buchstäblich naheliegend.Tischler und Metallbauer haben schon passende Domizile gefunden. Ein Landwirt stellt zumindest einige Maschinen unter.

„Mit ein paar Handgriffen könnte wohl eine 1500 Quadratmeter große Halle mit Kranführbahn ertüchtigt werden“, erklärt Hartmut König beim Ortstermin in der Görzker Straße. „Manch Gründer in Berlin braucht genau so etwas für sein Vorhaben. Er könnte es in der Hauptstadt aber wegen der dort hohen Preise für Gewerbeimmobilien nicht umsetzen.“

Wettbewerb mit viel Resonanz

Der Wettbewerb „Region Zukunft“ ist im vergangenen Jahr erstmals von der Industrie- und Handelskammer Potsdam veranstaltet worden. Seinerzeit gab es 24 Teilnehmer. Unter den Preisträgern schon damals: der Tourismusverband Fläming mit seinen Ideen zum Reformationsjahr.

2017 wurden 34 Bewerbungen eingereicht, Neun Vorschläge kamen allein aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark. 19 wurden am Ende von der Jury ausgezeichnet

Hierzulande wurden noch weitere Vorhaben mit maximal 5000 Euro prämiert: Arbeiterwohlfahrt Brück – Schutzvorrichtungen für den Skaterpark; Baitzer Heizer – Straßenbau, Nahwärmenetz und Leerrohrverlegung für Breitbandausbau; Neue Energien Forum Feldheim – Klimafreundliche Mobilität mit Pedelecs (2900 Euro), Tourismusverband Fläming – crossmedialer Fläming-Reiseplaner.

Die Idee und die Herangehensweise stoßen bei der Industrie- und Handelskammer Potsdam jedenfalls sofort auf Gehör. Sie hebt den kooperativen Ansatz von Wirtschaft und Verwaltung auf dem Areal hervor und lobt den so entstandenen „wertvollen Beitrag zur Entwicklung der technischen Infrastruktur für Unternehmen und zur Stärkung des Standorts im ländlichen Raum.“

Deshalb wurde die Initiative beim Wettbewerb „Region Zukunft vor wenigen Tagen mit einem Preisgeld von 5000 Euro gewürdigt. Nicht nur als Prämie für die bisherigen Anstrengungen, sondern vor allem als Motivation, um weitere Chancen auszuloten und eine Entwicklungsstrategie zu formulieren.

Bürgermeister Marco Beckendorf (die Linke) hat bereits ein öffentliches Werkstattgespräch zu dem Thema für nächsten Monat angekündigt.

Die Mühe könnte sich nach Einschätzung von Hartmut König durchaus lohnen. Zwar muss in die Erstellung der Konzepte nochmals größtenteils eigenes Geld aufgebracht werden. Neben der Festsetzung der Gewerbefläche im Flächennutzungsplan wird es womöglich noch einen Bebauungsplan brauchen. Für die tatsächliche Revitalisierung von Industriebrachen stehen unter Umständen aber Fördermöglichkeiten von 50 Prozent oder mehr in Aussicht.

Abriss, wo nötig, ist dabei nicht ausgeschlossen. Die Hoffnung liegt allerdings hauptsächlich auf Ansiedlung und Schaffung von Arbeitsplätzen.

Von René Gaffron

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