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Potsdam-Mittelmark Gemeinsam statt einsam: Hier fühlen sich Senioren wohl
Lokales Potsdam-Mittelmark Gemeinsam statt einsam: Hier fühlen sich Senioren wohl
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17:31 10.04.2018
Imke Dammüller mit ihrem Team der Tagesbetreuung in Wiesenburg und den Gästen.  Quelle: Christiane Sommer
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Wiesenburg

In der Wiesenburger Tagesbetreuung für Senioren und Demenzkranke gibt zum Mittag diesmal Jägerklößchen mit Reis und zum Nachtisch einen Obstsalat.

Dass die Tagesgäste bei der Zubereitung der Mahlzeit jeweils mithelfen, ist Teil der Philosophie, die sich hinter dem Angebot versteckt. „Es geht darum, Fähigkeiten zu erhalten und wieder aufzubauen – solange es geht“, erklärt Gudrun Lohmann, die für die Betreuung der Gäste verantwortlich zeichnet.

Und so werden emsig Hackfleischbällchen geformt und Obst geschnitten. „Ob die Möhren für den Möhreneintopf zu Würfeln, zu Scheiben oder zu halben Scheiben geschnitten werden, kann in der Runde auch mal zu intensiven Gesprächen führen“, ergänzt die 65-Jährige.

Als die Essensvorbereitungen erledigt sind, wird der große Tisch im Aufenthaltsraum abgeräumt und Zeitungsschau gehalten. Bis das Essen auf den Tisch kommt, bleibt auch noch Zeit für etwas Gedächtnistraining. Das Kreuzworträtsel in der Märkischen Allgemeinen hilft, den grauen Zellen auf die Sprünge zu helfen.

„Der erste Schritt, sich für einen Schnuppertag bei uns zu entscheiden, ist gewöhnlich nicht einfach“, weiß Imke Dammüller, die sowohl die Tagesbetreuung als auch weitere Angebote für betreutes Wohnen in Wiesenburg installiert hat. Sie erklärt, dass alle gut gemeinten Worte der Familienangehörigen jeweils nur eine Handreichung sein können. Der erste Schritt, die eigenen vier Wände zu verlassen, muss selbst gewollt sein.

Tagesbetreuung seit 2017

Die Tagesbetreuung in Wiesenburg wird seit 2017 angeboten.

Acht bis zehn Frauen und Männer im Alter von 52 bis 94 Jahren sind zwischen Montag und Freitag in der Tagesbetreuung zu Gast.

Über einen Fahrdienst werden sie morgens abgeholt und am späten Nachmittag wieder nach Hause gebracht.

Imke Dammüller und ihr Team sind zu erreichen unter 033849/90 453.

„Die Betroffenen haben durch Alter und Krankheit meist nur noch wenig soziale Kontakte“, so die 49-jährige Pflegefachkraft. Die eigene kleine Welt dann zu verlassen, wenn auch nur für kurze Zeit, erfordert Mut. Am Abend wirklich wieder nach Hause kommen zu können, ist dabei wohl die Frage, die die Menschen vor dem ersten Besuch in der Tagesbetreuung am meisten beschäftigt. Gefolgt von der, was sich dahinter überhaupt verbergen könnte.

Imke Dammüller weiß um derlei Sorgen. „Bisher hat noch niemand gesagt: ’Ich komme nicht mehr’. Eher im Gegenteil“, sagt sie.

Schaut man in die zufrieden dreinblickenden Gesichter, glaubt man die bestätigende Antwort darin lesen zu können. Die Frauen und Männer genießen die gemeinsame Zeit voller Gespräche und ständig neuer Alltagsabenteuer. Und sei es nur, in dem sie sich während der Spaziergänge durch den Ort an Früheres erinnern.

„Es ist auch immer wieder ein Highlight für sie, einkaufen zu gehen“, bemerkt Lohmann. Dann zeigt sie auf die vielen Osterbasteleien im Raum. „Die haben unsere Gäste gebastelt.“ Zu Hause und allein wäre wohl keiner von ihnen auf die Idee gekommen, Eier zu bemalen oder Papier zu kleinen Hasen zu schneiden.

Der strukturierte Tagesablauf hält viele besondere Augenblicke bereit. Da wird gebacken, gebastelt, geturnt und miteinander geredet. Es gibt Spaziergänge, Ausflüge und – was nicht minder wichtig ist – Informationsveranstaltungen für Betroffene und Angehörige. „Viele Menschen wissen gar nicht, welche Möglichkeiten es gibt“, erklärt Imke Dammüller.

Deshalb soll demnächst eine Selbsthilfegruppe für Angehörige mit Demenz gegründet werden. Im Mai ist ein Informationsabend für pflegende Angehörige geplant.

Die 49-Jährige ermutigt dazu, bei Fragen zum Telefonhörer zu greifen oder einfach an die Tür zu klopfen.

Von Christiane Sommer

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