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Gemeinsam zur Gesamtschule

Kreistag empfiehlt Schul-Kooperation Gemeinsam zur Gesamtschule

Für die Fläming-Region auf neuen Bildungswegen wandeln sollen das Gymnasium „Am Burgwall“ in Treuenbrietzen und die Oberschule Brück. Im Rahmen eines Modellprojektes sollen beide Einrichtungen gemeinsam eine Gesamtschule mit Gymnasialer Oberstufe bilden, die das Abitur ermöglicht. Auch der Standort Lehnin spielt in den Planungen eine Rolle.

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Eine gemeinsame Gesamtschule mit zwei Standorten werden sollen das Gymnasium Treuenbrietzen (im Bild) und die Oberschule Brück.

Quelle: Th. Wachs

Treuenbrietzen/Brück. Der Kreistag Potsdam-Mittelmark hat dazu jetzt die Änderung seines Schulentwicklungsplanes beschlossen. Dies erfolgte mit klarer Mehrheit und lediglich wenigen Enthaltungen. Jetzt muss das Bildungsministerium des Landes Brandenburg dem Modellprojekt, das zum Schuljahr 2016/17 starten soll, noch zustimmen. In einem gesonderten Beschluss billigten die Kreistagsmitglieder zudem die Einrichtung einer weiteren Gesamtschule mit Gymnasialer Oberstufe und angegliederter Primarstufe am derzeitigen Grund- und Oberschulstandort Lehnin.

Anlass für die Änderungen in der Schullandschaft im südlichen Kreis waren entsprechende Anträge aus Treuenbrietzen, Lehnin und Brück. Dort wollten die Kommunen als Träger der Häuser jeweils eine Gesamtschule mit Abiturstufe etablieren. In Gremien des Kreistages sowie von einer eigens eingerichteten „Bildungswerkstatt“ waren Lehnin als Einzelstandort und die Kooperation von Treuenbrietzen und Brück favorisiert worden.

Kommunen im Dialog

Beide Kommunen seien inzwischen „auf Verwaltungsebene intensiv im Gespräch gewesen“, um ein gemeinsames Konzept zu erarbeiten“, sagte Lars Nissen, der Leiter des Ressorts Soziales und Verwaltung im Amt Brück. Er begrüßt die Kooperation, die nun auch mit den Schulen intensiv ausgestaltet werden soll. „Eine Alleinlösung hätte für uns schon erhebliche finanzielle Auswirkungen gehabt“, so Nissen. Er sieht gute Chancen für eine Auslastung der gemeinsamen Gesamtschule. Brück könnte die gute Bahnanbindung und Treuenbrietzen die Nähe zum Kreis Teltow-Fläming nützen, um Schüler auch aus entfernteren Region zu rekrutieren.

Michael Knape (parteilos) sieht den Kreistagsbeschluss als „klares Signal der regionalen Politik an das Bildungsministerium in Potsdam“. Dort gebe es zum Monatsende einen gemeinsamen Termin beider Kommunen. „Wir hoffen, dass wir im September startklar sein dürfen, um gemeinsam für die neue Schulform werben zu können“, sagte der Treuenbrietzener Bürgermeister. „Immerhin beginnen die Eltern im Oktober mit der Orientierung zum neuen Schuljahr“, so Knape. Schnellstmöglich sollten daher nun in einer Arbeitsgruppe „beide Konzepte unserer Kommunen übereinander gelegt werden“, sagte Knape.

Schüler viel unterwegs

Im Landkreis Potsdam-Mittelmark gibt es acht Oberschulen, acht Gymnasien und eine Gesamtschule in Kleinmachnow. Sie gilt lediglich als Angebot der dortigen Planregion 1.
Zudem besuchen Schüler weiterführende Schulen in der Stadt Brandenburg an der Havel (Oberschulen,
Gymnasien) und in Potsdam (Oberschulen, Gymnasien, Gesamtschulen).
Als Alternative bietet sich der Besuch eines beruflichen Gymnasiums am Oberstufenzentrum (OSZ). Vor allem Schüler aus der Planregion 3 nutzen das Angebot am OSZ „Alfred Flakowski“ in Brandenburg an der Havel, Schüler aus den Planregionen 2, 3 und 4 wählen zumeist das OSZ Werder an.

Mit der Errichtung einer Gesamtschule mit Oberstufe in der südlichen Region des Landkreises zum Schuljahr 2016/2017 sollen dort die Möglichkeiten verbessert werden, in Wohnortnähe ein Abitur abzulegen. Denn Oberschüler in der Fläming-Region müssten derzeit die weitesten Wege auf sich nehmen, wenn sie sich entscheiden, anschließend ihr Abitur abzulegen. Die Gesamtschule soll daher eine Alternative zum Abitur nach zwölf Schuljahren am Gymnasium sein, argumentiert der Kreis.

Schüler können dort verschiedene Abschlüsse erlangen und nach 13 Schuljahren auch ihr Abitur ablegen. Zudem erfolgt an Gesamtschulen die Differenzierung für die Oberstufe nicht nach der sechsten, sondern nach der zehnten Klasse. Viele Eltern sehen dies als Vorteil. Die Nachfrage für diese Schulform wächst landesweit inzwischen wieder stark.

Nachfrage wächst

Kritisch gesehen wird seitens der Kreisverwaltung jedoch, ob es ausreichend Gesamtschüler gibt, um siebte Klassen einzurichten und vor allem den Übergang zur elften Klasse zu sichern. Die Überprüfung habe eine „nur geringe Grundlast“ an Schülern aus der südlichen Region heraus und einen Überhang an Plätzen in Gymnasien ergeben. Eine starke Nachfrage für Gesamtschulen könnte somit eine Schwächung der Gymnasien – „vor allem in Bad Belzig und Beelitz zur Folge habe“ – heißt es.

Diese Gefahr hatten im Rahmen der Benehmensherstellung zu den Gesamtschulanträgen auch die befragten Schulträger benannt. Vor allem die mindestens nötige Zahl von 40 Schülern, die für die Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe nötig sind, basiere „auf hohen Annahmen“, argumentierten die Kreistagsgremien. Trotzdem hatten sich auch andere kommunale Schulträger der Region am Ende für Gesamtschulen ausgesprochen, um den Schülern der Region auch dieses Bildungsangebot zu machen.

Von Thomas Wachs

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