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Gemeinsamer Regionalmanager auf Weg zur Fusion

Teltow und Kleinmachnow rücken enger zusammen Gemeinsamer Regionalmanager auf Weg zur Fusion

In der Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf (TKS) stehen längst die Zeichen auf gemeinsame Zusammenarbeit. Jetzt wird sie zwischen der bevölkerungsstärksten Stadt und dem Villenort auf eine neue Stufe gehoben.

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Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (l.) und sein Kleinmachnower Kollege Michael Grubert (beide SPD) arbeiten schon jetzt oft Hand in Hand.

Quelle: Claudia Krause

Region Teltow. Ob Sportstätten, Vereine, Freibad, Stadt-Umland-Wettbewerb, Akademie 2. Lebenshälfte, Ruderclub, Industriemuseum, Open-Air-Kinosommer, weiterführende Schulen, Kitas, Medizinisches Zentrum, Flüchtlingshilfe, S-Bahn-Anschluss – für die Region Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf (TKS) sind Zusammenarbeit, Kooperationen und finanzielle Beteiligungen an gemeinsamen Projekten und Planungen längst an der Tagesordnung. Gerade wird ein gemeinsamer Bauhof diskutiert. Der zweitgrößte Sportverein in der Potsdamer Umland-Region – der RSV Eintracht Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf 1949 e.V. – schreibt seit Jahrzehnten schon gemeinsame Geschichte. Die kommunale Zusammenarbeit hat in den vergangenen Jahren an Fahrt aufgenommen und manifestiert sich jetzt mit einem gemeinsamen Regionalmanager für Teltow und Kleinmachnow auf neuem Niveau.

Seit Juli gibt es die Stelle, deren Personalkosten sich die Partner teilen. Besetzt wurde sie mit Jürgen Piekarski (62), der bereits auf dem Gebiet des regionalen Klimaschutzes in Kleinmachnow mit den Nachbarn zusammengearbeitet hat. Sein Büro ist im Teltower Rathaus. „Das ist unser Mittelzentrum, das geht so in Ordnung“, sagt Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (56) und lobt die Kooperation. „Das ist heute anders als noch vor 15 Jahren. Es gibt eine stärkere Gemeinsamkeit.“ Dennoch beteiligt sich Stahnsdorf nicht am gemeinsamen Manager. Die Gemeinde habe bereits eine Mitarbeiterin mit den Aufgaben der regionalen Koordinierung und Zusammenarbeit betraut und sei bereit, diese „dauerhaft örtlich in Teltow ihren Arbeitsplatz nehmen zu lassen“. „Wir wollen also statt Geld Personal geben und damit die regionale Zusammenarbeit von einer Personalstelle zu einem Regionalbüro aufwerten. Damit könnten in dem mit zwei Mitarbeitern ausgestatteten Büro mehrere regionale Aufgaben konzentriert werden“, so Gemeindesprecher Stephan Reitzig. Auch der Regionalausschuss könnte dort seinen Sitz bekommen. Dieser war aus der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft „Der Teltow“ hervorgegangen, die nur empfehlen und nicht beschließen konnte. Mit dem gemeinsamen Regionalplaner gehe es darum, Themenstellungen mit allen drei Kommunen zu beraten, alle Gebiete einzubeziehen und Lösungen mit den politischen Gremien voranzubringen und „Bindeglieder zusammenzuführen“. Ziel bleibe es, eine Person von allen dreien bezahlen zu lassen. 2019 könnte das sein. „Wir arbeiten vor. Für uns ist es eine Entlastung“, sagen die beiden Bürgermeister. Es gebe Probleme, die nicht an den Ortsgrenzen stehen bleiben. Aber es dürfe auch keiner das Gefühl bekommen, untergebuttert zu werden. Kleinmachnows Gemeindesprecherin Martina Bellack bringt es auf den Punkt: „Wir pflegen unsere Unabhängigkeit und nutzen die Gemeinsamkeiten.“

Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (54), der wie Grubert der SPD angehört, bezeichnet schon jetzt die Zusammenarbeit als „genial“. Beide Ortschefs sehen die TKS-Boomregion auf dem Weg zur Fusion etwa im Jahr 2030. Auf Dauer würden nicht drei Vollverwaltungen vorzuhalten sein. „Wir wollen die Zusammenarbeit so fördern, dass man in zehn Jahren darüber richtig diskutieren kann“, sagt Grubert. Schon jetzt gebe es auch bei der Bevölkerung ein starkes regionales Gemeinschaftsgefühl. Und Befürchtungen, die Region könnte ausufern und ihren Charakter verlieren. Mit gut 60 000 Einwohnern wird gerechnet.

Schmidt hält für Teltow eine Bevölkerungsentwicklung von jetzt 25 453 auf 30 000 Einwohner für das „absolute Maximum“. „Den Zuzug verkraftet die Stadt allemal“, so Schmidt. 2016 beginnen Planungen für eine neue Schule und einen Hort. Dauerhaft dürften sich Land und Kreis aber nicht aus der Infrastrukturförderung heraushalten, so Schmidt, „denn der Druck steigt“. Während in Teltow der Geschosswohnungsbau befördert wird, will der Villenort Kleinmachnow „keine neuen Wohngebiete erschließen“, ein „bisschen Mietwohnungsbau“ werde es noch geben. Grubert sieht bei maximal 22 500 Bewohnern das Ende des verträglichen Wachstums erreicht. „Das verkraften der Ort und die Infrastruktur“, so der 56-Jährige. Aktuell wohnen 20 584 Menschen in Kleinmachnow.

Und für die fusionierte Region hätte er sogar schon einen Namensvorschlag: „Bäkestadt“, sagt Grubert schmunzelnd.

Der Regionalmanager

Jürgen Piekarski (62) ist seit dem 1. Juli 2015 Regionalmanager für die Stadt Teltow und die Gemeinde Kleinmachnow.

Die Personalstelle teilen sich Teltow und Kleinmachnow; Piekarskis Büro befindet sich im Rathaus Teltow als Sitz des Mittelzentrums.

Schon jetzt gibt es viele Gebiete der Zusammenarbeit und gemeinsamen Finanzierung, zum Beispiel Verkehrsangelegenheiten, Kultur, Satzungen für Vereinssport, Sportstättenkonzept, Freibad Kiebitzberge, Klimaschutz, Soziales, weiterführende Schulen, Stadt-Umland-Wettbewerb.

Piekarski soll Ansprechpartner für alle drei TKS-Kommunen sein; auch wenn Stahnsdorf sich an der gemeinsamen Stelle noch nicht beteiligt, bleiben die regionalen Absprachen weiter bestehen.

Der gelernte Diplom-Ingenieur und Verwaltungsfachwirt Jürgen Piekarski lebt in Nuthetal und arbeitet seit 20 Jahren in der TKS-Region; zuletzt als Beauftragter in Kleinmachnow für die regionale Zusammenarbeit im Klimaschutz.

 

Von Claudia Krause

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