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Potsdam-Mittelmark Gemeinsames Gesamtschul-Konzept scheitert
Lokales Potsdam-Mittelmark Gemeinsames Gesamtschul-Konzept scheitert
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17:49 18.07.2016
Wohin geht die Fahrt für den Gymnasium-Standort Treuenbrietzen? Dort sollen Schüler auch über den aktuellen Jahrgang hinaus Abitur ablegen können. Quelle: privat
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Treuenbrietzen/Brück

Noch bevor es je richtig auf dem Tisch lag, ist das Tischtuch zwischen den Nachbarn in Brück und Treuenbrietzen nun offiziell zerschnitten. Beide Städte verfolgen ihren voriges Jahr eingeschlagenen Weg zum Aufbau einer gemeinsamen Gesamtschule mit Abiturstufe an zwei Standorten nun nicht mehr gemeinsam. Das geht aus einer Presseerklärung hervor. Sie ist jetzt von Treuenbrietzens Bürgermeister Michael Knape (parteilos) und dem Brücker Amtsdirektor Christian Großmann verfasst worden.

Anlass war eine Gesprächsrunde zu Monatsbeginn auf Einladung des Treuenbrietzener Bürgermeisters. Daran nahmen Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD), Amtsdirektor Großmann sowie Bürgermeister Karl-Heinz Borgmann (parteilos) aus Brück und auch Vertreter des Staatlichen Schulamtes teil. „Im Ergebnis dieses Gespräches muss das gemeinsame Vorhaben als nicht umsetzbar betrachtet werden“, teilten beide Verwaltungschefs mit.

Knackpunkt blieb demnach bis zuletzt die Standtortfrage zur künftigen Ansiedlung der gymnasialen Oberstufe der Gesamtschule. Während Treuenbrietzener Vertreter „ergebnissoffen“ in Verhandlungen für ein gemeinsames Gesamtschulkonzept eintreten wollten, hatten die Brücker Stadtverordneten die Ansiedlung der gymnasialen Oberstufe an ihrem heutigen Oberschul-Standort zur Bedingung gemacht.

Stadt Brück muss Richtung neu vorgeben

„Dem konnten die Treuenbrietzener nicht folgen“, sagte Christian Großmann auf Nachfrage der MAZ. Er sah mit dem Beschluss der Stadtverordneten, „den wir als Verwaltung umzusetzen haben“, keinen Verhandlungsspielraum. Der Amtschef sieht nun die Brücker Abgeordneten in der Pflicht, um zu entscheiden, wie der Weg der Stadt Brück in der Thematik aussehen könnte. „Noch ist nicht entschieden, ob wir an der Oberschule festhalten, die ja erfolgreich ist, oder ebenfalls allein eine Gesamtschule beantragt werden soll“, sagte Großmann am Montag der MAZ.

Im Fläming der weiteste Weg

Im Land Brandenburg wächst die Nachfrage für Gesamtschulen mit Abiturstufe derzeit allgemein stark an. Schüler können dort verschiedene Abschlüsse erlangen und nach 13 Schuljahren auch ihr Abitur ablegen.

Zudem erfolgt die Differenzierung für die Oberstufe nicht nach der sechsten, sondern nach der zehnten Klasse. Viele Eltern sehen dies als Vorteil.

In Potsdam-Mittelmark gibt es sieben Oberschulen, acht Gymnasien und bisher je eine Gesamtschule in Kleinmachnow und in Lehnin.

Zudem besuchen Schüler weiterführende Schulen in der Stadt Brandenburg an der Havel (Oberschulen, Gymnasien) und in Potsdam (Oberschulen, Gymnasien, Gesamtschulen). Als Alternative gibt es berufliche Gymnasien an Oberstufenzentren (OSZ) in Brandenburg an der Havel oder in Werder/Havel.

Mit dem Auftrag zur Bildung einer Gesamtschule mit Oberstufe in der südlichen Region des Landkreises wollte der Kreistag die Möglichkeiten verbessert sehen, in Wohnortnähe ein Abitur abzulegen. Denn Oberschüler in der Fläming-Region müssten derzeit die weitesten Wege auf sich nehmen.

Anfang September tagt die Bildungswerkstatt des Kreistages, um über Ideen für weitere Gesamtschulen zu beraten, die auch im Raum Teltow, Stahnsdorf, Kleinmachnow vermehrt nachgefragt werden.

In Treuenbrietzen indes werden die Weichen nun wieder für einen Alleingang gestellt. Dazu soll der bereits im Januar 2015 beim Bildungsministerium eingereichte Antrag zur Bildung einer Gesamtschule mit Abiturstufe am jetzigen Standort des Gymnasiums erneuert und qualifiziert werden. Damals hatte dann auch die Stadt Brück ihrerseits einen Antrag auf Bildung einer Gesamtschule mit Oberstufe gestellt. Der Kreistag Potsdam-Mittelmark beschloss daraufhin die Änderung des aktuellen Schulentwicklungsplanes für die Jahre 2013 bis 2019 und den Bedarf für eine Gesamtschule für den Süden des Landkreises. Diese sollte als Modellversuch für den ländlichen Raum an zwei Standorten – nämlich an der Oberschule Brück und dem Gymnasium Treuenbrietzen eingerichtet werden. Das ist nun gescheitert.

Mit viel Engagement und Sondergenehmigungen

Die Stadt Treuenbrietzen, die an ihrem Gymnasium aufgrund gesunkener Schülerzahlen in den zurückliegenden Jahren nur mit viel Engagement und Sondergenehmigungen überhaupt noch neue siebte Klassen einrichten konnte, will nun möglichst zum Schuljahr 2017/18 mit dem neuen Konzept für eine in der Region bislang nicht verfügbare Schulform starten.

Dabei schaut die Stadt als Einzugsgebiet über die Kreisgrenze nach Teltow-Fläming hinweg. Denn nach der Umstrukturierung auf Landesebene ist das Staatliche Schulamt Brandenburg an der Havel auch für Teile dieses Landkreises zuständig. „Im Schulamt ist der Bedarf für eine Gesamtschule in der Region ja bereits gesehen worden“, sagte Bürgermeister Michael Knape am Montag der MAZ. Er hofft auf eine klare Entscheidung auf Kreisebene in diesem Jahr, um rechtzeitig vor dem Schuljahr 2017/18 für das neue Konzept werben zu können. „Wir erwarten einen guten Zuspruch, weil die Gesamtschule auch von vielen Eltern der Region favorisiert wird“, sagte der Verwaltungschef als Schulträger.

Die Arbeitsgruppe mit Vertretern der Schule, der Stadtverordneten und der Verwaltung habe bereits wieder zweimal getagt. Über die Sommerferien werde der Antrag für die neue Schulform überarbeitet.

Von Thomas Wachs

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