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Potsdam-Mittelmark Gemischte Gefühle
Lokales Potsdam-Mittelmark Gemischte Gefühle
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19:57 18.03.2013
CAPUTH/BERLIN

. Ihr 20 Quadratmeter großes Bild „Gemischte Gefühle“ ist unter der Nummer 10 in der Galerieliste registriert. Sie hat es außerdem mit einem selbst verfassten Gedicht versehen.

Vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungsabsichten des Berliner Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg sind Bild und Verse nach zwanzig Jahren wieder hoch aktuell geworden. Der letzte, annähernd 1,3 Kilometer lange denkmalgeschützte Mauerabschnitt soll dem Wiederaufbau einer Brücke und eines Fluchtweges für ein neues luxuriöses Wohnviertel weichen (MAZ berichtete). Wegen der massiven Proteste aus aller Welt hatte der Investor bis gestern einen Baustopp verhängt, um einen Kompromiss zu finden.

„Ich kann den Investor sogar verstehen. Er hat eine Baugenehmigung erhalten und will endlich loslegen“, sagt Müller-Holtz. Doch sie ist sauer auf die Politik, die die Galerie wider besseren Wissens um den Denkmalschutz zum Abriss freigegeben hatte. „Wie soll man der nächsten Generation erklären, was sich auf dem Todesstreifen in der jüngeren Geschichte Berlins abgespielt hat, wenn nichts mehr davon zu sehen ist?“, fragt die Malerin. Mehrfach schon ging sie mit ihren beiden Enkelinnen, der fünfjährigen Marlene und der siebenjährigen Luise, entlang der Mühlenstraße spazieren und musste den Mädchen jedesmal die Frage beantworten, warum Menschen solch eine gewaltige Mauer bauen und dahinter auf andere Menschen schießen.

Was einst trennte, führt heute zusammen, sagt Siegrid Müller-Holtz. Französische Studenten, die ihre Bachelorarbeit über das ehemals geteilte Berlin schrieben, wandten sich an die Galeristin, die seit 1971 im früheren Westteil der Stadt lebte und 2007 nach Caputh zog. Eine Frau sandte ihr ein Foto mit dem Kunstwerk drauf und sich selbst davor und gab sich als ehemalige Schulkameradin von Müller-Holtz zu erkennen. An jedem Wochenende ist an der East-Side-Gallery was los, so die Malerin. Tausende Touristen strömen nach Berlin, um die weltweit längste Open-air-Ausstellung zu bestaunen. Am vorigen Samstag kamen innerhalb von drei Stunden im Internet 417 Unterschriften zusammen, die den Erhalt der Galerie fordern, der mit dem Baustart für das neue Wohnviertel am 1. März bereits ein Mauersegment fehlt. Bei Redaktionsschluss sollen auf der Webseite, auf der die Petition an Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) nachzulesen ist, schon rund 78 000 Unterschriften zusammengekommen sein. Die Initiatoren streben 100 000 Unterschriften an. Auch Müller-Holtz hat mehr als tausend Mails an Freunde und Bekannte versendet und gemeldet bekommen, dass die meisten unterschrieben und oft die Mail noch weitergeleitet haben.

Die East-Side-Galeristin kann sich absolut nicht vorstellen, dass der Mauerstreifen verschwindet, obwohl er auf einem Filetgrundstück steht. „Man darf einen Ort der Geschichte nicht einfach verändern. Man sollte ihn so belassen, wie er ist, sonst hat man bald nichts Identisches mehr“, plädiert sie. (Von Heinz Helwig)

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