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Gemüse statt Fertighäuser

Frischezentrum in Linthe eröffnet Gemüse statt Fertighäuser

In dem ehemaligen Kampa-Fertigungswerk in Linthe herrscht wieder Betrieb. Das KTG Frischezentrum hat die Arbeit aufgenommen. In den Aufbau der Firma sind rund fünf Millionen Euro geflossen. Zehn feste Jobs sind entstanden.

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So kommt die Knolle in den Karton: Andrang herrscht beim Tag der offenen Tür im neuen Linther Frischezentrum.Wolfram Rühe-Müller (3. v. r.) erklärt den Betrieb.

Quelle: Michael Greulich

Linthe. Im früheren Kampa-Werk in Linthe herrscht wieder Betrieb. Wo einst Teile für Fertighäuser entstanden, verarbeiten Beschäftigte jetzt Kartoffeln, Zwiebeln und bald auch Möhren. Am Samstag hat das neue KTG Frischezentrum die Arbeit aufgenommen. Nach einer achtmonatigen Planungs- und Bauzeit ist das Unternehmen jetzt am Markt.

"Wir mussten mehr tun als erwartet", erklärte Geschäftsführer Wolfram Rühe-Müller. "Die Räume waren vermüllt und ausgeplündert, alle Kabel und Leitungen sowie Heizkörper herausgerissen und gestohlen worden", berichtete er. Davon ist jetzt nichts mehr zu sehen. Die Büros riechen noch nach frischer Farbe, sind hell und freundlich eingerichtet.

Das Herzstück der Firma ist die Lager- und Verarbeitungshalle. Der Hamburger Mutterbetrieb, die KTG Agrar AG, hat in den Umbau rund fünf Millionen Euro investiert. "Ein Großteil der Aufträge wurde von uns an die Handwerker in der Region vergeben", erklärte Rühe-Müller.

In dem Betrieb arbeiten zurzeit zehn festangestellte Mitarbeiter, davon sind acht aus Linthe und Umgebung. "Einige unserer Mitarbeiter sind an ihre alte Wirkungsstätte zurückgekehrt", erklärte Rühe-Müller. Hinzu kommen noch einmal 13 Saisonkräfte aus Rumänien.

Schon jetzt denkt die Unternehmensführung an eine Erweiterung des Standorts. Zu den neun Lagerräumen, in denen 11000 Tonnen Kartoffeln auf 13000 Quadratmetern Platz finden, sollen weitere 31 Räume hinzukommen. Dann wird man in Linthe bis zu 50000 Tonnen lagern können, zum großen Teil gekühlt und belüftet. So sollen die acht unterschiedlichen Sorten das ganze Jahr über verfügbar sein. "Wir hoffen, dass zur Erntesaison 2014 alles fertig ist", sagte Rühe-Müller.

Unternehmensgruppe auf Expansionskurs

  • Die KTG Agrar AG mit Sitz in Hamburg bewirtschaftet in Deutschland und Litauen rund 40 000 Hektar Anbaufläche. Die Erträge werden in Brandenburg in Putlitz, Linthe und Güterglück gelagert und verarbeitet.
  • Die Ölmühle in Anklam , die Firma „Frenzel Tiefkühlkost“, die Biozentrale, die KTG Energie und der Energieholzanbau gehören außerdem zum Unternehmen.
  • Die Aktiengesellschaft ist weiter auf Wachstumskurs. In den ersten sechs Monaten 2013 hat das Unternehmen den Umsatz von 31,3 Millionen Euro um 116,2 Prozent auf 67,8 Millionen Euro gesteigert.
  • Das operative Ergebnis kletterte von 8,2 Millionen Euro um 47,3 Prozent auf zwölf Millionen Euro. In zwei bis drei Jahren will die Geschäftsleitung nach eigenen Angaben einen Jahresumsatz von 250 Millionen Euro erreichen.

Das angelieferte Wurzelgemüse wird auf rund 650 Hektar firmeneigenem Acker in Brandenburg, unter anderem in Linthe und Nonnendorf bei Jüterbog, angebaut. Die Produkte werden in das Linther Gewerbegebiet per Lastwagen angeliefert. Die Beschäftigten verarbeiten und verpacken es. Dann bringen Lkw es zu den Lebensmittelgeschäften.

Fast alle Arbeitsschritte sind vollautomatisch. Nur die erste Aussortierung von Steinen erfolgt manuell. Maschinen trennen die Erde von den Knollen. Dann folgt die Sortierung nach Größe. Die Erdäpfel werden gebürstet und gewaschen, gegebenenfalls poliert und noch einmal sortiert. Nun geht es in den Vorratsbunker und in die Verpackungsanlage.

Je nach Bedarf stellen die Arbeiter die Größen zusammen. Sie reichen vom 500-Gramm-Netz bis zur 500-Kilogramm-Kiste. Letztere sind für das Schwesterunternehmen "Frenzel Tiefkühlkost" vorgesehen. Die anderen Packungen gehen in den Einzelhandel unter den Markennamen "Die Landwirte" und "Erde Gold".

Der konventionelle und der Ökolandbau machen je die Hälfte des Anbaus bei der KTG aus. "Dank unserer Strategie vom Feld bis auf den Teller bieten wir dabei eine einzigartige Qualitätssicherheit", erklärte Rühe-Müller. Die Anbaufläche wolle man in der nächsten Zeit verdoppeln.

Um den hohen Energiebedarf finanziell im Rahmen halten zu können, sollen die Dächer des Verwaltungsgebäudes und der Lagerhallen mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden.

Den Standort im Gewerbegebiet Linthe hält Rühe-Müller für einen Glücksfall. "Von hier aus können wir rund sieben Millionen Menschen in Brandenburg, Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt mit Nahrung beliefern, die Lage an der Autobahn ist ideal", erklärte der Geschäftsführer.

Von Andreas Koska

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