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Gerald Gräbnitz sammelt alte Schätze

MAZ zu Hause in ... Groß Kreutz Gerald Gräbnitz sammelt alte Schätze

Ortshistoriker Gerald Gräbnitz sammelt für das Heimatmuseum von Groß Kreutz alte Geräte und Erinnerungen der Groß Kreutzer. Auf unzähligen Regalen stehen Dinge wie Schreibmaschinen, Fotoapparate, Tonbandgeräte, Waschgarnituren, Stromregler für Fernseher und Porzellan. Besuchermagnet ist aber auch das Modell der Lehniner Kleinbahn.

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Heimat- und Geschichtsforscher Gerald Gräbnitz an einer alten Schulbank im Heimatmuseum.

Quelle: Luise Fröhlich

Groß Kreutz. Die heimische Garage von Gerald Gräbnitz mit der Sammlung von Obstzüchtergeräten, Schreibmaschinen, Waschzubehör und anderen Exponaten platzte aus allen Nähten. Seit jeher nahm der Groß Kreutzer solche Dinge entgegen oder rettete sie bei Haushaltsauflösungen. Als diese Privatsammlung immer größer wurde, kam der 79-Jährige damit vor sieben Jahren zunächst im Keller der Schule in Groß Kreutz unter. Irgendwann stieß dann noch das Modell der Lehniner Kleinbahn, erbaut von Brandenburger Modellbahnfreunden, hinzu und die Räume wurden wieder zu eng. 2014 konnte die Sammlung als Heimatmuseum unter der Trägerschaft des Kulturfördervereins schließlich in Räume der Gemeinde umziehen. Doch auch hier ist mittlerweile zumindest für große Sachen kaum noch Platz.

Im Erd- und Obergeschoss des Heimatmuseums gibt es jeweils zwei große Ausstellungsräume. Unten ist eine Vielzahl von Obstzüchtergeräten wie eine Weinpresse, Obstkiepen, Scheren oder Sägen ausgestellt. Die Wand an der Treppe zur zweiten Etage hängt voller Meisterbriefe von Gastwirten, Bäckern, Müllern, Friseuren, Schlächtern und Schlossern. Alle haben ihren Meistertitel in Groß Kreutz bekommen und hier gearbeitet. „Etliche Briefe sind verloren gegangen, aber es zeigt dennoch die Vielzahl und Vielfalt an Berufen, die es in Groß Kreutz mal gab“, sagt Gerald Gräbnitz, der selbst eine Lehre zum Maurer im Ort absolviert hat.

Heimatforschung als schöne Abwechslung im Rentnerleben

Oben angekommen, fällt der Blick zuerst auf das Modell der Lehniner Kleinbahn, das sich über die ganze Länge des oberen Museumsraumes erstreckt. Die 11,9 Kilometer lange normalspurige Bahn wurde am 19. Oktober 1899 in Betrieb genommen und absolvierte die letzte Fahrt zwischen Lehnin und dem Bahnhof Groß Kreutz im Oktober 1967. Danach wurde die Strecke stillgelegt und abgebaut. Die Modellbahn sei zweifellos ein Besuchermagnet für das Heimatmuseum, wie auch die Vize-Vorsitzende des Kulturfördervereins, Manuela Kenner berichtet. Gerald Gräbnitz recherchierte fleißig zur Lehniner Kleinbahn, als diese in den Fundus des Museums kam und kann heute einen dicken Ordner präsentieren. Reihe an Reihe stehen auf unzähligen Regalen Schreibmaschinen, Fotoapparate, Tonbandgeräte, Werkzeuge von der Motormühle, die einst in Groß Kreutz stand, sowie Stromregler für Fernseher, Waschgarnituren, Porzellan und eine alte Schulbank von Gerald Gräbnitz’ Tochter. Einen Raum weiter steht eine Fotoausstellung, die zeigt, wie sich das ehemalige Stallgebäude über die vergangenen Jahre letztlich zum Heimatmuseum entwickelt hat. Fehlen dürfen natürlich auch nicht die Chroniken des Ortes, angefangen bei den ersten erhaltenen Aufzeichnungen vom Ortsprediger Plato (geführt bis 1827) bis hin zu vergilbten Gesangsbüchern des Groß Kreutzer Chors.

Öffnungszeiten gibt es im Heimatmuseum zwar nicht, aber es komme auch selten vor, dass Besucher vor verschlossener Tür stehen. Die meisten melden sich vorher anlässlich von Klassentreffen oder Familienfeiern für eine Stippvisite an. Gerald Gräbnitz führt dann persönlich durch seine Sammlung. Geöffnet ist das Haus regulär immer dann, wenn Veranstaltungen in Groß Kreutz stattfinden. Gerald Gräbnitz, der acht Jahre lang Ortswehrführer bei der Feuerwehr war, ist froh, dass er im Alter noch eine so schöne Aufgabe hat. Mit 64 Jahren ging der Ortshistoriker in Rente. „Man muss sich auch was suchen und kann sich nicht nur hintern Ofen setzen“, sagt er.

Von Luise Fröhlich

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