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Potsdam-Mittelmark Gesamtschule: Eltern machen Druck auf Politik
Lokales Potsdam-Mittelmark Gesamtschule: Eltern machen Druck auf Politik
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19:35 04.11.2016
Das Gymnasium Treuenbrietzen soll schnellstmöglich zur Gesamtschule werden. Quelle: Thomas Wachs
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Treuenbrietzen

In der Umgebung von Treuenbrietzen gibt es eine große Nachfrage von Eltern, die ihre Kinder für den Weg zum Abitur nach 13 Schuljahren gern auf einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe lernen lassen möchten. Das ist am Donnerstagabend bei einer Versammlung im voll besetzten Saal des örtlichen Bürgerhauses deutlich geworden. Dazu hatten Elternvertreter des Gymnasiums um André Biebow sowie der Grundschule um Diana Specht eingeladen. Sie engagieren sich im Rahmen einer eigens etablierten Arbeitsgruppe gemeinsam mit Pädagogen und Vertretern der Kommune seit 2014 für die schrittweise Umwandlung des kommunalen Gymnasiums „Am Burgwall“ in eine Gesamtschule.

Nach wie vor hängt der Start des neuen Schulmodells aber an politischen Entscheidungen. Zum Ärger der Eltern gehen dabei immer weitere Monate ins Land. Eltern und Arbeitsgruppe fordern daher schnellere politische Entscheidungen, um das bislang in der weiteren Region nicht verfügbare Bildungsmodell zu etablieren. Den Bedarf wollen sie ab sofort auch mit einer Unterschriftensammlung deutlich machen.

Inzwischen gehen die meisten Beteiligten wegen der bürokratischen Hürden jedoch davon aus, dass ein Start der Gesamtschule erst zum Schuljahr 2018/19 realistisch werde. „Nächstes Jahr werden wir daher nochmals als Gymnasium an den Start gehen“, sagte André Biebow „Wir setzen aber alles daran, möglichst doch noch schneller zum Ziel zu kommen“, sagte der Vorsitzende der Schulkonferenz. Denn bereits Ende Januar müssen Grundschüler und ihre Eltern sich für den weiteren Bildungsweg bewerben.

Sehr gefragte Schulform

Im Land Brandenburg wächst die Nachfrage für Gesamtschulen mit Abiturstufe derzeit allgemein stark an. Meist gibt es an den Standorten deutlich mehr Bewerber als Plätze.

An Gesamtschulen können Schüler verschiedene Abschlüsse erlangen und nach 13 Schuljahren auch ihr Abitur ablegen. Zudem erfolgt die Differenzierung für die Oberstufe nicht nach der sechsten, sondern nach der zehnten Klasse. Viele Eltern sehen dies als Vorteil.

In Potsdam-Mittelmark gibt es sieben Oberschulen, acht Gymnasien und bisher je eine Gesamtschule in Kleinmachnow und in Lehnin.

Für die nördliche Region um Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf wird derzeit eine weitere neue Gesamtschule in Teltow erwogen.

Zudem besuchen Schüler aus dem Kreis weiterführende Schulen in der Stadt Brandenburg an der Havel (Oberschulen, Gymnasien) und in Potsdam (Oberschulen, Gymnasien, Gesamtschulen).

Als Alternative gibt es berufliche Gymnasien an Oberstufenzentren (OSZ) in Brandenburg an der Havel oder in Werder/Havel.

Doch soll der Kreistag nun – nicht wie zunächst geplant im Dezember – erst Anfang des nächsten Jahres zu dem Thema entscheiden, teilte Thomas Schulz, der im Landratsamt Bad Belzig zuständige Fachbereichsleiter für Bildung, Jugend und Soziales, jetzt den Beteiligten mit. Nötig ist ein Beschluss zur Änderung des Schulentwicklungsplanes.

Im Staatlichen Schulamt Brandenburg sowie im Bildungsministerium des Landes sieht Michael Knape (parteilos) „derzeit eher Partner als Verhinderer für eine Gesamtschule“. Das sagt der Treuenbrietzener Bürgermeister als Gast des Informationsabend. Der Kreistag hatte sich bereits grundsätzlich dafür ausgesprochen, eine Gesamtschule in der südlichen Region zu etablieren.

Nach dem Antrag aus Treuenbrietzen hatte jedoch auch die Stadt Brück sich dafür ausgesprochen, ihre Oberschule zu einer Gesamtschule zu entwickeln. Nach dem Beschluss des Kreistages vom Juni 2015 sollte dies zwischenzeitlich in einem Modellversuch an zwei Standorten in Brück und Treuenbrietzen erfolgen. Ein gemeinsames Konzept kam jedoch nie zustande. Die Gespräche scheiterten „Wir hatten den Eindruck, dass ein Kooperation in Brück gar nicht gewollt war“, berichtete André Biebow von „immer wieder abgesagten Gesprächsterminen“.

Nun liegen wieder getrennte Anträge aus Treuenbrietzen und Brück für Gesamtschulen auf dem Tisch. Wir haben unser Konzept die Sommerferien über nochmals aktualisiert“, erklärte André Biebow. „Damit würde keine andere Schule der Umgebung in ihrem Bestand gefährdet werden. Die Region wäre aber um ein wichtiges Bildungsangebot reicher“, erklärte Elternvertreterin Diana Specht.

Die Stadt Treuenbrietzen, die an ihrem Gymnasium aufgrund gesunkener Schülerzahlen in den zurückliegenden Jahren nur mit viel Engagement und Sondergenehmigungen überhaupt noch neue siebte Klassen einrichten konnte, wollte bereits zum Schuljahr 2015/16 eine Gesamtschule mit Oberstufe starten. Angestrebt wird nun ein paralleler Start für die Klassenstufen 7 und 11. „Damit wäre für Interessenten aus Oberschulen der Region auch ein Wechsel in die Abiturstufe möglich ohne lange Fahrwege“, erklärte Diana Specht. Viele Eltern im Saal begrüßten dies.

Von Thomas Wachs

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