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Potsdam-Mittelmark Geselligkeit bis weit nach Ladenschluss
Lokales Potsdam-Mittelmark Geselligkeit bis weit nach Ladenschluss
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17:40 06.09.2015
Michael Dominick (2.v.r.) mit Gästen der Einkaufsnacht in seinem Forst- und Gartenladen. Quelle: Thomas Wachs
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Treuenbrietzen

Wenn auf dem Rasentraktor Bier getrunken wird, im Jeans-Laden Bowle gereicht, in der Kirche Pizza serviert, im Rathaus weit nach Feierabend Büros besetzt sind und auf dem Markt an den Hakenbuden getanzt wird, dann ist Einkaufsnacht in Treuenbrietzen. Zur nunmehr neunten Auflage der von AG Handel des Vereins „Aktiv für Treuenbrietzen“ stets am ersten Septemberwochenende organisierten Aktion strömten die Treuenbrietzener und auch viele auswärtige Gäste scharenweise in die Innenstadt. Dort lockten nicht nur Sonderangebote in Geschäften sondern auch viel Kunst und Kultur. Für die Händler steht an diesem Abend weniger das Verkaufen als vielmehr die Kundenpflege im Mittelpunkt. „Ich freue mich, wenn sich Leute hier im Laden einfach mal so zum Quatschen treffen“, sagt Astrid Weichmann vom Blumengeschäft „Pusteblume“. So wie Veronika Fiedler aus Linthe. Sie ging einst in Treuenbrietzen zur Schule. „Die Einkaufsnacht mit Geselligkeit und Musik nutzen wir schon seit Jahren für ein Treffen unter Schulfreundinnen“, erzählt die Besucherin. Michael Dominick nutzt den Abend, um für seine Firma für Garten- und Landschaftsbau sowie den Laden „den Bekanntheitsgrad zu halten“.

Einzelhändler fürchten Internetkonkurrenz

Denn immer mehr müssen sich die Einzelhändler gegen die wachsende Konkurrenz des Internethandels behaupten. „Mit diesen Preisen können wir nicht mithalten, das verstehen die Kunden manchmal nicht“, sagt der Geschäftsführer. Er will weiter mit Service vor Ort bei seinen Kunden punkten und tritt mit dem Aufbau einer eigenen Internetplattform nun auch die Flucht nach vorn an. In der Stadt selbst wünscht er sich „mehr Unterstützung für die Sorgen der Händler“. Vor allem die Parkplatzsituation müsse verbessert werden, so Dominick.

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Zur neunten Einkaufsnacht in Treuenbrietzen lockten Gewerbetreibende und Institutionen am Freitagabend in die Altstadt. Die Einladung wurde bestens angenommen. Das mit Kunst und Kultur ergänzte Ereignis entwickelt sich inzwischen fast zu einem zweiten Stadtfest.

Bei Dagmar Gärtner im Jeans-Laden gehen die Nacht über einige Kleidungsstücke über den Tisch. „Der Aktionsrabatt lockt da schon etwas“, sagt die Geschäftsfrau. Sie setzt allgemein auf Stammkunden, die ihr auch aus umliegenden Städten bis hin nach Wittenberg und Jüterbog die Treue halten. Am Freitag schauen auch Sven Klöcker und Kevin Sprengel vorbei. „Wenn etwas also etwas los ist in der Stadt, die ja sonst für Jugendliche wenig zu bieten hat, müssen wir das doch unterstützen“, sagt der 26-Jährige. Versorgt mit einer spedierten Bowle und einem Bierchen geht es für sie weiter zum nächsten Lieblingsladen und den Musikangeboten.

Fast schon wie ein zweites Stadtfest

Insgesamt ist die Treuenbrietzener Einkaufsnacht nach Einschätzung einiger Gäste fast zu einem zweiten Stadtfest geworden. Musik, Kunst und Aktionen bereichern die Nacht. Eine gelungene Premiere feierte der von Nadja Körner aus Rietz organisierte und von Gabriele Amann moderierte Varieté-Hof an der Stadtbibliothek. Viele junge Künstler zeigten dort auf der offenen Bühne ihr Können. Dichtes Gedränge herrschte zeitweilig auch im ältesten und wohl auch kleinsten Haus der Stadt. Im Gildenhaus präsentieren Künstler der Gruppe „Grüner Nagel“ jetzt regelmäßig wechselnde Ausstellungen mit Keramikarbeiten, Skulpturen und Malerei und sichern dafür Sonntagsöffnungszseiten. Vor dem Rathaus indes zeigte die Jugendfeuerwehr bei einer Einsatzübung ihr Können. Sie ist Teil des Ausbildungswochenendes mit Zeltlager, das bis Sonntag stattfand.

Organisatorin Sabine Zobel. Quelle: Thomas Wachs

Interview:

„Zufrieden mit der Resonanz“

Sabine Zobel von der AG Handel des Vereins „Aktiv für Treuenbrietzen“ organisiert seit neun Jahren die Einkaufsnacht. Nun hat sie das Jubiläum bereits im Blick.

MAZ:Frau Zobel, hat die neunte Einkaufsnacht Ihre Erwartungen erfüllt?

Sabine Zobel:Durchaus. Nach einer ersten Umfrage bei den Teilnehmern, waren die meisten zufrieden mit der Resonanz. Die Mühe hat sich also gelohnt. Viele berichteten von Auswärtigen und Durchreisenden, die sich positiv über die familiäre und gesellige Einkaufsnacht geäußert haben.

Was könnte künftig besser sein?

Zobel:Die Zahl der Mitstreiter sank diesmal auf 33 Akteure. Schön wäre es, wenn wir wieder an alte Zeiten mit mehr als 40 Teilnehmern anknüpfen könnten. Kritisiert wurde mitunter auch, dass es überall dort, wo keine Geschäfte sind, einige dunkle Bereiche im Straßenbild gab. Daran wollen wir für das nächste Mal arbeiten.

Dann steht die zehnte Auflage an. Soll dies besonders gefeiert werden?

Zobel:Durchaus. Mir schweben schon einige Ideen im Kopf herum. So würden wir zum Jubiläum gern noch viele Torhäuser öffnen und sie mit Künstlern beleben.

Gleichzeitig haben Sie schon angekündigt, die Organisation in neue Hände legen zu wollen.

Zobel:So ist es. Ich denke, nach zehn Jahren ist die Zeit reif dafür. Ich würde mich freuen, schon im Vorfeld jemanden als Nachfolger anlernen zu können.

Was wünsche Sie sich persönlich für die Zukunft der Einkaufsnacht?

Zobel:Einerseits wie gesagt mehr Teilnehmer. Andererseits wäre es schön, wenn auch Handelsketten, die ja mit ihren Filialen teilnehmen, auch an der Werbung im Vorfeld und an der Spendenaktion für einen guten Zweck im Nachgang beteiligen würden.

Von Thomas Wachs

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