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Potsdam-Mittelmark Geständnis nach Fund von Babyleiche
Lokales Potsdam-Mittelmark Geständnis nach Fund von Babyleiche
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21:24 23.10.2013
Kriminaltechniker sichern Spuren auf dem Grundstück. Quelle: Paul Zinken
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Glindow

Nach dem Fund eines toten Babys in Glindow (Potsdam-Mittelmark) ist die Mutter in Haft. Sie wurde noch am Dienstagabend wenige Stunden nach dem Leichenfund festgenommen. Gegen die 34-Jährige wird wegen Totschlags ermittelt, teilten die Potsdamer Polizei und Staatsanwaltschaft gestern mit. Die Mutter hat die Tat eingeräumt.

Glindow, 22.10.2013 - Auf einem Privatgrundstück in Glindow (Potsdam-Mittelmark) ist am Dienstag ein toter Säugling entdeckt worden. Ein Hinweis aus der Bevölkerung hat zu der Babyleiche geführt.

Eine Obduktion des Säuglings ergab, dass er bei der Geburt noch lebte und „auf unnatürliche Art und Weise ums Leben kam“, sagte Oberstaatsanwalt Christoph Lange der MAZ. Der kleine Junge war von Familienangehörigen im Garten des Grundstücks in einem Kompostierer gefunden worden. Der Säugling war in ein Tuch gewickelt und hat laut Gerichtsmediziner einige Tage dort gelegen. Dass das Kind erstickt worden sein soll und ein Rettungssanitäter ein Tuch in seinem Rachen fand, wollte Lange gestern auf Anfrage nicht kommentieren. Zur genauen Todesursache sagte er nichts.

Der Lebensgefährte der Mutter befindet sich auf freiem Fuß. „Gegen ihn gibt es momentan keinen Verdacht, er wird unter Umständen als Zeuge vernommen“, sagte der Oberstaatsanwalt. Die Kriminalpolizei hatte die Mutter am Dienstag nicht am Tatort angetroffen. Sie selbst rief am Nachmittag die Polizei vom Parkplatz eines Supermarktes in Werder/Havel an und wartete dort auf die Beamten. Sie soll verstört gewesen sein und musste psychologisch betreut werden.
Die Mutter war polizeilich nie aufgefallen. Auch bei der Stadtverwaltung in Werder ist nichts Negatives über sie bekannt, berichtete Bürgermeister Werner Große (CDU) gestern. Für den Ortsvorsteher von Glindow, Sigmar Wilhelm, ist das Ganze auch einen Tag nach dem grausigen Fund „unbegreiflich“. „Bei uns im Ort hatte offenbar keiner eine Ahnung von der Schwangerschaft, selbst die Nachbarn nicht“, sagte Wilhelm. „Soziale Probleme oder gar Konflikte hier in der Straße oder im näheren Umfeld sind nie zur Sprache gekommen, da hätten wir uns doch sofort gekümmert.“

Eine Frage blieb auch gestern unbeantwortet: Warum musste das Kind sterben? „Es wird eine Weile dauern, bis wir auch etwas zum Motiv der Tat sagen können“, so der Oberstaatsanwalt. Auch die genaue familiäre Situation werde noch geklärt. Dem Vernehmen nach soll die Mutter mit ihrem Lebensgefährten bei den Großeltern auf dem Grundstück in der Rosa-Luxemburg-Straße gewohnt haben. Im Gegensatz zu Dienstag herrschte in der dortigen Siedlung gestern gespenstische Ruhe. Nur wenige Anwohner wollten sich äußern. „Es waren eigentlich nette Nachbarn“, sagte eine Frau. Ein Mann aus dem Viertel meinte: „Es ist nicht zu verstehen, warum das Kind nicht in eine Babyklappe gelegt wurde.“ Das Potsdamer St. Josefs-Krankenhaus bietet diese Möglichkeit, das Kind anonym abzulegen.

Weiterhin ungeklärt ist der Fall des getöteten Säuglings, der Weihnachten 2011 am Rande eines Garagenkomplexes im Potsdamer Stadtteil West gefunden wurde. Das lebend geborene Mädchen war offenbar erstochen und in ein Handtuch gewickelt worden, auf dem Blutflecken waren. Wie Oberstaatsanwalt Lange der MAZ sagte, läuft derzeit ein genetischer Abgleich der Blutspuren, die von zwei verschiedenen Menschen stammen. Die eine stammt vom toten Mädchen, die andere offenbar von der Mutter. Nach der Unbekannten wird noch gesucht. Auch zwei Jahre nach der Tat haben die Ermittler laut Lange „keine heiße Spur“. Erfolglos verlief zudem die Suche nach einem dunklen, kastenförmigen Auto, das am Morgen der Tatnacht am Fundort gesehen worden war.

Von Konstanze Wild, Jens Steglich und Rainer Schüler

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