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Gewerbe und Feuerwehr gewährten Einblicke

Stahnsdorf Gewerbe und Feuerwehr gewährten Einblicke

Frust und Freude auf dem Dorfplatz: Bei der Gewerbeschau und dem Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr in Stahnsdorf am Wochenende wurden auch Probleme benannt.

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Die Gewerbeschau bot Handgemachtes.

Quelle: fotos: konstanze Kobel-Höller

Stahnsdorf. Auf der einen Seite des Stahnsdorfer Dorfplatzes wurde am Samstag mit dem Familienfest und der regionalen Gewerbeschau fröhlich gefeiert. Ein paar Meter weiter beim Tag der offenen Tür der Feuerwehr hingegen sah es ganz anders aus. „Aufgrund der Geschehnisse der letzten fünf Jahre fehlt uns leider das Engagement für das gewohnte bunte Programm“, wurde auf einem Plakat um Verständnis geworben. Auf anderen Postern wurden die arbeitsreichen Einsätze der Feuerwehr aufgelistet.

Jedes Jahr steht der Tag der offenen Tür unter einem Motto, dieses Jahr sei es der Feuerwehr-Standort, so Ortswehrführer Thomas Steinecker. Er ist frustriert: „Wir wollen mittlerweile einfach nur eine schnelle Lösung und präferieren einen Standort um das Gemeindezentrum.“ Wichtig sei nämlich nicht nur, dass die Einsatzfahrzeuge unkompliziert an jeden Punkt des Ortes gelangen könnten, sondern auch, dass die Kollegen ohne Verzögerungen – wie sie etwa an der Kreuzung Stahnsdorfer Hof zu erwarten wären – zur Feuerwehr gelangen würden. „Wir sind zermürbt! Die Diskussion geht seit fünf Jahren und es bewegt sich in unseren Augen nichts.“

Die Besucher zeigten Verständnis

Das Feedback der Besucher, die auf Grillstand, Bier und Vorführungen verzichten mussten, sei positiv und verständnisvoll. Viele zeigten vielmehr mit Unverständnis, wieso bei der Entscheidung nichts weiterginge.

Rund 30 Gewerbe – doppelt so viele wie bei der Premiere im Vorjahr – fanden sich bei der Gewerbeschau auf dem Stahnsdorfer Dorfplatz ein, zeigte sich Georg Lehrmann, Vorsitzender des regionalen Gewerbevereins, zufrieden. So könne man zeigen, was man in der Region habe, und auch die Vernetzung der Betriebe würde ermöglicht. „Einer weiß oft vom anderen nicht Bescheid“, schildert Lehrmann. Außerdem sei die Schau eine gute Möglichkeit, mit dem Konsumenten in Kontakt zu treten. „Warum in die Ferne schweifen, die Guten sind so nah“, nannte er als Motto. Überhaupt sei die Nachhaltigkeit wichtig, viele Kunden würden erst nach der Schau mit den Anbietern in Kontakt treten. Das Online-Geschäft würde eigentlich nicht mehr als Problem gesehen. „Viele unserer Betriebe betrachten das Internet natürlich als Mitbewerber, aber einige leben sogar davon. Man hat sich darauf eingestellt, man muss mit den Wölfen heulen. Auch Einkaufszentren und große Warenhäuser sind Konkurrenz. Es kommt dann auf die Individualität der Kundenbetreuung an“, ist Lehrmann überzeugt. Solche Veranstaltungen könnten dazu dienen, dies an die Kunden heranzutragen.

Streit um die Nutzung des Dorfplatzes

Voriges Jahr wurde die – damals erste – Gewerbeschau in der Annastraße abgehalten. Der Grund, weshalb sie dieses Jahr auf den Dorfplatz verlegt wurde, sei einfach: „Weil sie gemeinsam mit dem Familienfest und dem Tag der offenen Tür der Feuerwehr stattfindet – und jeder, der vom einen zum anderen will, muss hier durch.“ Eine Tatsache, die aber nicht jeden im Ort glücklich macht, gibt es doch eine Initiative von Anrainern des Dorfplatzes, künftig hier nur mehr vier Veranstaltungen im Jahr zulassen zu wollen. Der Platz solle nicht zum Rummelplatz verkommen, nicht ständig zugeparkt werden. Lehrmann kann das verstehen: „Irgendwann möchte man sein Wochenende genießen.“ Außerdem sollten auf dem Platz nur Veranstaltungen stattfinden, die dem dörflichen Charakter Rechnung tragen, sagt er: „Die dörfliche Mitte soll belebt, aber nicht kaputtgelebt werden. Ich werde zum Beispiel nie dafür sein, dass hier ein Rockkonzert veranstaltet wird.“ Man darf gespannt sein, was nach dem Umzug aus dem Standort der Feuerwehr wird, und ob das Ergebnis mit dem Wunsch der Anrainer vereinbar ist.

Von Konstanze Kobel-Höller

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