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Giftgas soll den Holzwurm verjagen

Zixdorfer Kirche Giftgas soll den Holzwurm verjagen

Im wertvollen Inventar der Zixdorfer Kirche ist der Wurm drin. Ihm wird gerade mit Sulfuryldifluorid der Garaus gemacht, weshalb das Gotteshaus bis nächste Woche gesperrt ist. Das von Dresdener Spezialisten eingesetzte Gas ist giftig, aber nicht gefährlich für die Menschen – wenn sie die Sicherheitsbelehrungen einhalten.

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Nicht von Christo, aber dennoch verhüllt: die Zixdorfer Kirche wird vom Holzwurm befreit.

Quelle: D. Geissler

Garrey. Die Zixdorfer Kirche ist nicht nur die kleinste Kirche in der Mark, sondern auch eine der schönsten im Hohen Fläming. Das schätzt Daniel Geißler so ein. Der Niemegker Pfarrer verweist vor allem auf die aus dem späten 17. Jahrhundert und der Jugendstilzeit stammende Innenausstattung: das hölzerne Tonnengewölbe und die Emporen mit reicher Farb- und Ornamentgestaltung im so genannten „Bauernbarock“. Doch gerade um diese Schätze machen sich die Einheimischen zunehmend Sorgen. Denn starker Holzwurmbefall setzte dem Interieur zuletzt Jahr für Jahr mehr zu.

Um dem Abhilfe zu schaffen, hat sich die Kirchengemeinde Garrey professionelle Hilfe geholt. Noch bis Mittwoch bleibt das gesamte Gotteshaus nämlich in Folie gehüllt und mit einem giftigen Gas (Sulfuryldifluorid) gefüllt. Damit ist die Firma Groli aus Dresden beauftragt worden. „Für Menschen und Tiere im Umfeld der Kirche geht mit der Behandlung keine Gefahr einher“, sagt Marco Müller. Allerdings müssen nach Aussage des Begasungsleiters die strengen Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. Selbstverständlich darf also niemand Unbefugtes in der Zeit das Gebäude betreten, auch die Absperrungen sind zu beachten. „Fragen von Anwohnern werden vor Ort gern beantwortet“, sagt der Fachmann.

Auch andere Gemeinden nutzten die professionelle Schädlingsbekämpfungsmaßnahme in Zixdorf, um wertvolle Einrichtungsgegenstände von Holzwürmern zu befreien. So brachten die Hohenwerbiger die Holzpfeifen ihrer Orgel nach Zixdorf, die Nachbarn aus Garrey ihre Kirchenbänke und der Förderverein der Dorfkirche Ferchesar seinen Marienaltar aus dem 15. Jahrhundert zur Wurmkur in das hiesige Kirchlein.

Von René Gaffron

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