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Potsdam-Mittelmark Gisela Oechelhaeuser im Kleinkunstwerk
Lokales Potsdam-Mittelmark Gisela Oechelhaeuser im Kleinkunstwerk
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17:36 05.04.2018
Ihr fällt nichts ein, ihr fällt auf: Gisela Oechelhaeuser begeistert ihr Kabarett-Publikum im voll besetzten Klein-Kunst-Werk in Bad Belzig. Quelle: Andreas Trunschke
Bad Belzig

Seit sieben Jahren ist Gerlinde Kempendorff in Bad Belzig ansässig. Seit fünf Jahren bespielt sie mit dem Verein „Kultur im Mühlenhölzchen“ (KiM) das alte Elektrizitätswerk. Das Programm wird immer beliebter. Inzwischen sollten Besucher im Klein-Kunst-Werk besser Plätze reservieren. Besonders dann, wenn eine Kabarettgröße wie Gisela Oechelhaeuser sich angesagt hat. So ist am Sonntagnachmittag auch der letzte Platz besetzt. Im neuen Kamin lodert das Feuer. Der Funke der Begeisterung ist schon übergesprungen, als Hausherrin Kempendorf die Oechelhaeuser auf die Bühne holt. Beide Frauen haben viel gemeinsam. Nicht nur den Doktor vor dem Namen und die Vergangenheit in der DDR, sondern auch die Gabe, komplexe Zusammenhänge in befreiendes Lachen zu übersetzen.

Die Distel hat noch immer einen guten Namen

Der Name der einstigen Chefin des berühmten Ostberliner Kabaretts „Die Distel“ hat offenbar noch immer einen guten Klang – auch im Fläming. Viel Aufwärmzeit braucht die 73-jährige, große Dame des deutschen Kabaretts nicht bei ihrem Reprisen-Programm „Die Zeit verlangt’s“. Sie legt gleich los und schwärmt erst mal von der DDR. Richtige Misserfolge kannte man als Kabarettist damals nicht. „Wir wurden ja vom Staat subventioniert“, begründet das Oechelhaeuser durchaus doppeldeutig. Nach der Wende jedoch kam sie sich vor wie ein Goldfisch, der aus dem Aquarium in den Ozean gekippt wurde. „Freiheit ja, aber bitte in Grenzen“, bleibt Oechelhaeuser dialektisch.

Auf der Bühne übersetzt Oechelhauser komplexe Zusammenhänge in befreiendes Lachen. Quelle: Andreas Trunschke

Da kann das Publikum noch so begeistert Lachsalve auf Lachsalve abfeuern, sicherheitshalber spielt die Oechelhauser auch ihr Publikum gleich selbst. Als Verkäuferin Valentina kritisiert sie ihr eigenes Programm und erzählt die eigenen Pointen gekonnt nach. Der doppelbödige Witz bekommt so noch einen Boden mehr. Ihre Figuren und Ihre Pointen findet die Oechelhaeuser auf der Straße, wie sie bekennt: „Mir fällt nichts ein, mir fällt auf.“

Dem Kapitalismus mal so richtig einen Schreck einjagen

Eine andere Kunstfigur der Kabarettistin Oechelhaeuser ist die schon seit vielen Jahren 99-jährige Adelheid Müller. Sparsam hat die ein Gebiss aus China gekauft. Da musste sie jedoch ununterbrochen lächeln, weshalb sie das Gebiss schnell wieder über Ebay verkauft hat. Jetzt hat es Frau Merkel – „die trägt es anders herum.“

Ganz zum Schluss hat Oechelhaeuser noch ein Geheimrezept, wie sie eines Tages dem Kapitalismus mal so richtig einen Schreck einjagen wird: „Ich stelle mich vor das Kaufhaus und rufe hinein: Ich brauche nichts!“

Ein Angebot wie das des Klein-Kunst-Werkes braucht natürlich etwas. Neben Ideen und Kreativität, die es hat, ist auch Geld nötig, von dem die Kunst oft zu wenig bekomme. Trotzdem nehmen die Vereinsakteure keinen Eintritt. „Wir nehmen Austritt“, erklärt Gerlinde Kempendorff und bittet nach jeder Veranstaltung die Besucher um bescheidene, freiwillige zehn Euro. Nur wer seinen Platz reservieren will, der muss zehn Euro vorher zahlen.

Von Andreas Trunschke

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