Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Regen

Navigation:
Gitarrenunterricht für Jedermann

Begegnungsstätte „Klinke 1“ Bad Belzig Gitarrenunterricht für Jedermann

Seit September 2015 ist die Begegnungsstätte „Klinke 1“ im Klinkengrund Anlaufstelle für Menschen aus allen Erdteilen, die heute im Hohen Fläming leben. Immer montags bietet die „Klinke“ Interessierten die Möglichkeit, erste Gehversuche an der Gitarre zu machen.

Voriger Artikel
Briefkästen: Sonntags bleibt die Klappe zu
Nächster Artikel
Bunte Bilderbücher auf der Leinwand

Justin Bading lernt bei Ronald Heber das Gitarrenspiel.

Quelle: J. Mühln

Bad Belzig. „Bumm-Tschacke, Bumm-Tschacke“, macht Ronald Heber und klopft dabei rhythmisch mit seiner Hand auf die Tischplatte. Was klingt wie die Sprache aus einer anderen Welt, soll seinen Gitarrenschülern helfen, ein Taktgefühl zu entwickeln. Der Erste an diesem Tag ist Justin Bading. „Spiel langsamer, bis es richtig sitzt“, gibt Ronald Heber weitere Tipps. Es funktioniert und Justin strahlt beim Lob seines Lehrers.

Der 15-Jährige ist einer von acht Gitarrenbegeisterten, die zurzeit regelmäßig den Unterricht in der Begegnungsstätte „Klinke 1“ im Bad Belziger Klinkengrund besuchen. Das Angebot besteht seit Oktober vergangenen Jahres. Ronald Heber und „Klinke“-Leiter Carsten Tarrach haben die Idee dazu gemeinsam entwickelt. Es sei eine gute Möglichkeit für ihn, sich ehrenamtlich zu engagieren, sagt Heber. Und er wolle gerne das Interesse an Musik weitergeben.

Schüler zwischen 7 und 60 Jahren

Die Altersspanne seiner Schüler ist groß. Die Jüngsten sind sieben Jahre alt, die Ältesten 60. Ronald Heber selbst hat mit 16 Jahren angefangen, Gitarre zu spielen. „Ich hatte eine Mitschülerin, die hat zur Klassenfahrt immer so schön gespielt – das wollte ich auch können“, erinnert sich der heute 56-Jährige.

Überhaupt begleite ihn die Musik schon sein ganzes Leben, sagt Heber. Im Chor – „da wollte ich erst gar nicht mitmachen“ – habe er die Mehrstimmigkeit für sich entdeckt, später gründete er eigene Singegruppen. Mit denen ist der Musiker seinerzeit auch im Berliner Palast der Republik und im Museum für deutsche Geschichte aufgetreten.

Begegnungsstätte seit 2013

Im September vergangenen Jahres öffnete das bisher am Bad Belziger Busbahnhof befindliche „Stübchen Vielfalt“ unter dem neuen Namen „Klinke 1“ im Stadtteil Klinkengrund seine Türen.

Die Begegnungsstätte „Stübchen Vielfalt“ wurde vor zwei Jahren in Kooperation zwischen dem Bundesamt für Migration und dem Arbeits- und Ausbildungsförderungsverein Potsdam-Mittelmark als Projektträger geschaffen.

Menschen aus allen Erdteilen, die heute im Hohen Fläming leben, gehören zu den regelmäßigen Besuchern.

Carsten Tarrach hat die Begegnungsstätte Anfang 2015 als Projektleiter übernommen.

Der Gitarrenunterricht in der „Klinke“ findet immer montags ab 14.30 Uhr statt, eine eigene Akustikgitarre sollte mitgebracht werden.

Beim Unterricht im Klinkengrund ist Ronald Heber wichtig, „die Schüler auf selbstständiges Lernen vorzubereiten“. Er wolle die Grundlagen lehren und klangliche Möglichkeiten aufzeigen, sagt der ehemalige Soldat. Heber selbst empfinde das Gitarrenspiel als Freude und Entspannung – „ich bin dann in meiner eigenen Welt, es ist fast schon ein meditativer Zustand“.

Sein Schüler Justin ist bereits von Anfang an dabei. Auch er empfinde Gitarre spielen als Entspannung nach einem langen Schultag, erzählt der Mörzer. „Mein Ziel ist es, den Song ‚See you again’ von Wiz Khalifa zu spielen“, sagt Justin. Außer den Liedern des US-amerikanischen Rappers mag der Schüler „alles querbeet, was so im Radio läuft“. Für Heber ist das die erste Begegnung mit einem Rap-Song. Den Lehrer freut’s – „durch die Schüler entdecke ich viel neue Musik“, sagt er und lacht.

Eigenes Konzept für den Erstkontakt

„Wir sind kein Konkurrenzprogramm zur Kreismusikschule“, betont Carsten Tarrach. „Wir wollen Kindern vielmehr die Möglichkeit für den Erstkontakt mit der Gitarre bieten – und sie so auf einen eventuellen Unterricht an der Musikschule vorbereiten.“

Dass er die Kinder auf den Weg bringen wolle, sagt auch Lehrer Heber. „Die Schüler entscheiden dann für sich, was sie davon mitnehmen.“ Es sei wichtig, den Nachwuchsgitarristen anfangs auf die Finger zu schauen. „Im Internet“, sagt Ronald Heber, „gibt es mittlerweile zwar auch viele Angebote für autodidaktisches Lernen, aber da bemerken sie ihre Fehler oft nicht“.

Von Josephine Mühln

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg