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Potsdam-Mittelmark Gleich nach dem Schulstart raus ins Leben
Lokales Potsdam-Mittelmark Gleich nach dem Schulstart raus ins Leben
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19:24 29.08.2017
Ein kleines Angebot mit großer Wirkung: Beim Vorläufer-Projekt im vergangenen Jahr schlugen Schüler ein Camp auf einem Reiterhof in Stücken auf. Die Zehntklässler des neuen Jahrgangs sind am 8. September dort und lernen „grüne Berufe“ kennen. Quelle: Thomas Koch
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Michendorf

Für die Zehntklässler der Wilhelmshorster Oberschule beginnt das neue Schuljahr auf besondere Weise. Sie werden nach den Sommerferien nächste Woche nur am ersten Tag wie üblich in den Unterrichtsräumen Platz nehmen. Gleich am nächsten Tag schickt man sie schon wieder hinaus ins Leben und auf Suche nach einer Antwort auf die Frage: „Was will ich eigentlich in einem Jahr nach dem Schulabschluss machen?“

Dort draußen außerhalb des Wilhelmshorster Schulcampus gibt es dieses Jahr eine Menge Möglichkeiten zum Ausprobieren für die 52 Schüler der zehnten Klassen. In mehr als 30 Unternehmen in der Region stehen für sie an zwei Tagen in der nächsten Woche die Türen offen, um die Arbeitswelt und die Betriebe ihrer Heimat kennenzulernen und vielleicht schon Kontakte zu knüpfen für später, wenn es gilt, sich für eine Ausbildung zu entscheiden.

Regio-Life heißt das Projekt, das Schülern wie Unternehmern ermöglichen soll, sich auf Augenhöhe und fernab von förmlichen Vorstellungsgesprächen zu begegnen, also einfach mal miteinander Bekanntschaft zu schließen. Bettina Sommerlatte-Hennig vom Freien Unternehmernetzwerk Michendorf (Fun) spricht von einer menschlichen Begegnung, bei der Noten keine Rolle spielen, aber die Talente, die möglicherweise noch unentdeckt in den Schülern schlummern und auf keinem Zeugnis nachzulesen sind. „Der persönliche Kontakt überzeugt mehr als ein anonymes Profil“, sagt sie.

Um das Projekt auf die Beine zu stellen, haben sich eine Menge Partner zusammengetan: Bei Regio-Life kooperiert die Wilhelmshorster Oberschule mit dem Fun, mit der Gemeinde Michendorf, mit Handwerkskammer und IHK und der Stiftung Job (früher Job e.V.). Auch die Heimvolkshochschule am Seddiner See ist Partner und am Dienstag der erste Anlaufpunkt für die jungen Leute, bevor die Praxis-Tage in Betrieben ihrer Wahl beginnen. In der Heimvolkshochschule bieten der Landesjugendring, die DGB-Jugend und das FUN-Unternehmernetzwerk drei Workshops an und die Schüler können bei einem von der IHK finanzierten Fotoshooting Bewerbungsbilder von sich schießen lassen.

Am 6. und 7. September erleben die Schüler dann unterschiedliche Arbeitswelten sehr konkret. In der Michendorfer Sonnenapotheke von Claudia Hilpert kann der junge Mensch zum Beispiel Pillen drehen und Cremes anrühren. Wer bei Ralf Weißmann im Wildenbrucher Gasthof „Zur Linde“ dabei ist, bekommt eine Ahnung, was in der Küche eines Restaurants alles zu tun ist und bei Tobias Fischer, der den Frisörladen „Haarchitekten“ in Bergholz-Rehbrücke betreibt, wird an Puppenköpfen geübt, wie man dem Kunden zu einer guten Frisur verhilft. Im Michendorfer Geschäft Bird-Shirt wiederum gibt es auch noch eine Spezialaufgabe zu erfüllen: Für das Regio-Life-Projekt soll dort ein eigenes Logo entwickelt werden.

Wie die jungen Leute zu ihren jeweiligen Unternehmen kommen, haben sie selbst zu organisieren. „Das ist so gewollt“, sagt Lehrer Thomas Koch, Initiator des Projektes, das auf spannende Weise eine Brücke zwischen Schule und Wirtschaft schlägt. „Es ist die Öffnung der Schule zum richtigen Leben“, sagt er: „Derzeit gibt es nichts Vergleichbares in der Region.“ Ein Ziel ist es, die jungen Leute in der Heimatregion zu halten, ihnen Orientierung zu geben, was sie so alles an Ausbildungsmöglichkeiten und Berufen zu bieten hat. Das stärkt die Region und sichert Fachkräfte für die hiesigen Betriebe.

Bettina Sommerlatte-Hennig vom Fun will das Konzept gern zu einem Leuchtturmprojekt für die ganze Region machen. „Es ist unser Wunsch, dass andere Schulen es nachmachen“, sagt auch Projektsprecherin Vicky Smyreck.

Den kleinen „Überfall“ gleich zu Beginn des Schuljahres erklärt Lehrer Thomas Koch so: „Die Schüler der zehnten Klassen haben ein Jahr Zeit, dann müssen sie in die Spur kommen. Wir versuchen, dass sie früher in ihre Spur finden.“

Mit Logbuch fünf Tage jenseits der Schule

Die Projektwoche hat für die Schüler noch mehr zu bieten. Nach dem Auftakt am 5. September und den Praxistagen in Betrieben geht es am 8. September zum Reiterhof „Schau mal Pferde“ nach Stücken.

Dort können die Schüler zum Beispiel Töpfern bei Andrea Soika oder Schmieden bei Michael Soika. Eine Wanderung führt zu den Kühen von Landwirt Jens Schreinicke.

Das Essen wird im Camp auf dem Reiterhof selbst gekocht.

Außerdem soll das bisher Erlebte verarbeitet und miteinander ausgetauscht werden. Die Schüler führen ein Logbuch – eine Art Tagebuch, in dem man Erlebtes festhält und über die Zukunft nachdenkt.

Am 11. September, dem fünften Tag, ist eine Exkursion zu den Recura-Kliniken nach Beelitz-Heilstätten geplant.

Von Jens Steglich

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