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Potsdam-Mittelmark Glindow präsentiert neue Kirschkönigin
Lokales Potsdam-Mittelmark Glindow präsentiert neue Kirschkönigin
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19:15 19.06.2017
Isabel Kaufmann ist die Kirschkönigin 2017/2018. Ihr Krönung ist für den 1. Juli beim 21. Kirsch- und Ziegelfest geplant. Quelle: Christel Köster
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Glindow

Ihre Regentschaft wird in die Geschichtsbücher eingehen als das Jahr, in dem es keine Kirschen gab: Isabel Kaufmann ist die designierte Kirschkönigin von Glindow. Am 1. Juli wird die 27-Jährige beim 21. Kirsch- und Ziegelfest gekrönt. Bis dahin repräsentiert noch Anika Wolf den Werderaner Ortsteil, der so eng mit dem Obstan- und dem Tonabbau verbandelt ist wie kaum ein zweites Dorf in Brandenburg.

„Ich freue mich auf meine Amtszeit und bin sehr neugierig, was alles auf mich zukommt“, sagt Isabel Kaufmann am Montagvormittag im Heimatmuseum. Bis dahin wusste gerade einmal eine Hand voll Glindower, wer in diesem Sommer das Kirschkrönchen ins Haar gesteckt bekommt. „Die Identität der neuen Kirschkönigin ist seit Jahren das bestgehütete Geheimnis in Glindow“, sagt Fred Witschel vom Festkomitee. Dabei fand bereits im Dezember das Casting statt! Zur Teilnahme am Auswahlverfahren war Isabel Kaufmann übrigens von Witschels Frau ermutigt worden: „Ich hatte sie auf meiner Behandlungsliege“, erzählt Isabel Kaufmann, die im Hauptberuf als Physiotherapeutin im Vitalcenter Naturium arbeitet und nebenbei als Make-up-Artist bei Hochzeiten, Fotoshootings und anderen Gelegenheiten aus dem Schminkköfferchen zaubert. „Himmeln nicht alle Kinder Königinnen an?“, so Isabel Kaufmann und kommt schon wieder ins Schwärmen: „Ich erfülle mir einen Traum.“

Dass zu dem ganz unbedingt ein Kleid gehört, da muss die Glindower Pflanze – „Ich bin hier geboren, aufgewachsen, zur Schule gegangen“ – jetzt durch. Kleider? Röcke? „Bei mir schlägt die Physiotherapeutin durch – ich trage am allerliebsten Jogginghosen!“, sagt Isabel Kaufmann. Das Kleid, das ihr Manuela Giese auf den schlanken Leib geschneidert hat und das auch in diesem Jahr wieder mit ein paar Handgriffen wandelbar ist, sei aber schon „wie eine zweite Haut – einfach wunderbar!“

Auch in diesem Jahr hat Manuela Giese wieder das Kleid der Kirschkönigin entworfen und geschneidert. Quelle: Christel Köster

Anika Wolf hat für die Verkündung der Thronfolgerin ihre rot-weiß-grüne Robe daheim gelassen: „Ich bin traurig, dass es bald vorbei ist – natürlich.“ Sie wischt eine Träne fort. „Es war ein schönes Jahr.“ Anika Wolf saß in der Jury, als sich Isabel Kaufmann – die beiden kennen sich von Kindesbeinen an – vorstellte: „Man hat gemerkt, dass sie will. Und das wollten wir.“ Ihr Tipp von Majestät zu Majestät: „Die Nerven bewahren, auch wenn mal ein blöder Spruch kommt. Mit Freundlichkeit kommt man am weitesten.“

Und mit einem so großen Herzen wie es Anika Wolf bewiesen hat, möchte man hinzufügen. Von allen Seiten erntet sie Lob und Dank: vom Festkomitee, vom Ortsvorsteher, vom Obstbauverein, von Bürgermeisterin Manuela Saß („Anika, es war schön mit dir!“) und vom Verein Zuckerbaum, den die Kirschkönigin dabei unterstützt hat, Geschwistern von kranken Kindern das Leben ein bisschen schöner zu machen.

Die Kirschkönigin repräsentiert nicht nur, sie unterstützt auch den guten Zweck. Isabel Kaufmann (2.v.l.) hat das Wünschemobil des ASB auserkoren, worüber sich Projektleiter Jürgen Haase (l.) freute. Vorgängerin Anika Wolf (4.v.l.) engagierte sich für den Verein Zuckerbaum, den Karin Wiserner (r.) leitet. Über so viel Frauenpower freuen sich auch Fred Witschel vom Festkomitee (3.v.l.) und der Glindower Ortsvorsteher Sigmar Wilhelm (2.v.r.). Quelle: Christel Köster

So ein Herzensprojekt hat auch Isabel Kaufmann: Es ist der Wünschewagen mit dem der Arbeiter-Samariter-Bund Sterbenskranken eine letzte Freude bereitet: Noch einmal ans Meer, noch einmal ins Konzert der Lieblingsband – das und viel, viel mehr ermöglicht der spendenfinanzierte Wunscherfüller auf vier Rädern.

Bleiben am Ende der Proklamation nur zwei Dinge: der Walzer und die Kirschen. „Den Walzer muss ich noch lernen“, gibt Isabel Kaufmann zu. Das lässt sich Ortsvorsteher Sigmar Wilhelm nicht zweimal sagen und bittet zur Tanzstunde auf dem rotbraunen Pflaster vor dem Heimatmuseum. Mit Glindower Kirschen jedoch kann in diesem Jahr niemand dienen. So beklagt der Obsthof Wels nach zwei Frostnächten im April nahezu einen Totalverlust der frühen Sorten. „Von den späten Kirschen hängen 40 Prozent“, so Heiko Wels. Diese gegen allzu gefräßige Stare zu verteidigen sei das Gebot der Stunde. Die Staffage-Kirschen für die ersten offiziellen Fotos der neuen Kirschkönigin waren jedenfalls zugekauft.

Das 21. Kirsch- und Ziegelfest nebst 700-Jahr-Feier

Die scheidende Kirschkönigin Anika Wolf und Ortsvorsteher Sigmar Wilhelm eröffnen das Fest am 1. Juli um 9 Uhr auf dem Sportplatz. Danach finden ein Fußball- und ein Volleyballturnier statt. Der Schützenverein öffnet die Bogenschießanlage.

Der Festumzug formiert sich um 13.45 Uhr auf dem Bogenschießplatz. Beginn ist um 14.15 Uhr, Ziel das Jahn­ufer.

Am Jahnufer steigt um 15 Uhr das Nachmittagsprogramm mit der Krönung der neuen Kirschkönigin und der Ehrung der Sieger „Schönstes Glindower Anwesen“. Danach: buntes Treiben mit Spiel, Spaß, Musik und Show. Heimat- und Ziegeleimuseum haben geöffnet. Um 20 Uhr spielt „Extraleicht“ zum Kirschtanz auf.

Mit einem Gottesdienst um 10 Uhr beginnt am 2. Juli der zweite Festtag. Frühschoppen um 11 Uhr mit der Kolping Kapelle, ab 13.30 Uhr ein Programm von Kindern für Kinder und die Potsdamer Klinikclowns. Ausklang um 17 Uhr in der Dorfkirche mit dem Gemischten Chor. nf

Von Nadine Fabian

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