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Potsdam-Mittelmark Glindower Landärztin ist im Ruhestand
Lokales Potsdam-Mittelmark Glindower Landärztin ist im Ruhestand
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18:40 01.08.2017
Gudrun Wendel kurz nachdem sie 1992 ihre Glindower Praxis in der Friedrichstraße eröffnet hatte. Quelle: Privat
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Glindow

Als die promovierte Ärztin Gudrun Wendel im Sommer 1992 ihre Praxis in der Glindower Friedrichstraße öffnete, standen keine Patienten Schlange. „Ich kannte hier niemanden und keiner kannte mich“, erinnert sie sich. Mit der Ruhe war es bald vorbei. Ein Vierteljahrhundert lauschte die Ärztin dann im wahrsten Sinne des Wortes mit ihrem Stethoskop dem Herzschlag Hunderter Glindower. Kürzlich gab sie ihre Zulassung zurück und ging in den Ruhestand. Zahlreiche Karten und Briefe mit herzlichen Abschiedswünschen ihrer Patienten erhielt sie.

Gudrun Wendel Quelle: Edith Mende

Noch fühle sie sich ein bisschen wie im Urlaub, gibt die 66-Jährige zu. Aber sie hat für den Rentneralltag konkrete Pläne. Die Gegend rund um Glindow kenne sie eigentlich nur von den Fahrten zu ihren Patienten, sagt die gebürtige Chemnitzerin. Da gebe es für sie noch viel zu entdecken, denn es sei ja eine Landschaft, in der andere Urlaub machen. Und auf mehr Zeit für die Enkelkinder freut sie sich. Das dritte ist gerade unterwegs. Jetzt kann sie sich die Zeit nehmen, die Tochter, die es nach Stuttgart verschlagen hat, in dieser Phase zu unterstützen. Der Sohn lebt ganz in der Nähe in Potsdam.

Umzug kommt für das Rentnerpaar doch nicht infrage

Für den Garten fehle ihr wahrscheinlich der grüne Daumen, schätzt Gudrun Wendel. Mit dem beschäftigt sich ihr Mann intensiver, seit er im Januar Rentner wurde. Ein bisschen Wehmut klingt durch, wenn Gudrun Wendel von ihrer Zeit als Ärztin in Glindow erzählt, etwa von dem fast familiären Verhältnis zu den beiden Sprechstundenhilfen Heike und Annett. Sie haben nicht nur miteinander gearbeitet, sondern auch gemeinsam einiges unternommen. Als die Praxis 20 Jahre alt wurde, feierten sie das mit einer kleinen Aida-Kreuzfahrt. Drei schöne Tage in Bad Schandau gönnten sie sich zum Abschied. Da eine andere Ärztin vorerst die Praxis im Haus der Wendels weiterführt und auch beide Schwestern übernahm, werden sie sich nicht so schnell aus den Augen verlieren.

Als das Ehepaar Wendel Anfang der 1990er Jahre auf einem Rhabarberfeld sein Haus zu bauen begann, planten beide noch, es samt Praxis zu verkaufen und fortzuziehen, wenn sie einmal Rentner sind. Davon wollen sie heute nichts mehr wissen. Auch wenn die Glindower ein besonderes Völkchen seien, etwas reserviert und schlecht auf die Werderaner zu sprechen, sie habe diesen Ort lieb gewonnen, sagt die Medizinerin. Unter anderem wegen der wunderbaren Nachbarn. Nach so vielen Jahren als Hausärztin ist sie im Ort bekannt wie ein bunter Hund, müsse viel Zeit einplanen, wenn sie einkaufen geht, erzählt Wendel. Der Altersdurchschnitt ihrer Patienten sei zuletzt ziemlich hoch gewesen. „Die Glindower sind mit uns alt geworden“, stellt sie lächelnd fest. Die große Zahl Hochbetagter habe sicher mit dem Gärtnern an frischer Luft zu tun. Dass dabei auch mal jemand sein Alter vergisst und sich übernimmt, merkte sie dann in der Sprechstunde.

Hausbesuche bedeuteten lange Tage, aber auch manchmal Geschenke

In ihren frühen Berufsjahren als Internistin im Potsdamer Bezirkskrankenhaus sei die Medizin zwar nicht so hoch technisiert gewesen, aber mehr dem Menschen zugewandt, resümiert die Ärztin. „Ich habe mich auch in der eigenen Praxis immer bemüht, den ganzen Menschen zu sehen, nicht nur die Diagnose oder die Abrechnung. Auch wenn sich daraus mitunter längere Wartezeiten ergaben.“ Da Hausbesuche sie auch nach Werder, Bliesendorf, Kammerode oder Elisabethhöhe führten, dauerten ihre Arbeitstage nicht selten zehn bis zwölf Stunden. „Dafür war meine Familie stets mit ausgezeichneter Marmelade versorgt, die ich geschenkt bekam“, lacht sie. „Nun muss ich wohl noch das Marmeladekochen lernen.“ Wohnung und Praxis unter einem Dach zu haben empfand Gudrun Wendel als Glücksfall. Andererseits hatte sie nur wirklich Urlaub, wenn die Familie verreiste.

Von Edith Mende

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