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Glückliches Ende einer beruflichen Odyssee

Beschäftigungs-Initiative als Sprungbrett Glückliches Ende einer beruflichen Odyssee

Guido Hiersemann ist eine Ausnahme. Der Beelitzer hat es geschafft, über das Modell der Bürgerarbeit in eine Festanstellung zu kommen – wenn auch nur in Teilzeit. Er arbeitet nun in der Touristinformation der Spargelstadt. Für den 44-Jährigen ist das das vorläufige Ende einer beruflichen Irrfahrt.

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Die Beschäftigungs-Initiative als Sprungbrett genutzt: Guido Hiersemann kam über die Bürgerarbeit in eine feste Anstellung.

Quelle: St. Specht

Beelitz. Nachdem Guido Hiersemann Maurer gelernt hatte, arbeitete er zunächst einige Jahre in dem Beruf. Später setzte er sich hinter das Steuer eines Lkw und wurde Berufskraftfahrer, anschließend Disponent in der gleichen Firma. Nach der Wende ergatterte Guido Hiersemann eine Zivildienststelle bei der Stadt Beelitz.

„Im Prinzip habe ich Hausmeistertätigkeiten ausgeführt. Ich habe Parks gesäubert, ’Essen auf Rädern’ serviert und mich um behinderte Menschen und Senioren gekümmert“, sagt er. Weiter ging es mit einer Ausbildung zum Vermögensberater. Außerdem ist Guido Hiersemann eingetragener Betreuer für Pflegebedürftige. „Alles nicht so richtig gut, um halbwegs vernünftig über die Runden zu kommen“, befand der Beelitzer.

Schließlich landete er als 1-Euro-Jobber beim örtlichen Tourismusverein und kümmerte sich unter anderem um die Vorbereitungen zum Deutschen Wandertag 2012 im Hohen Fläming. „Die Arbeit machte Spaß, doch die Perspektive war nicht gegeben“, sagt Guido Hiersemann. „Schließlich kam vom Jobcenter das Angebot, dass ich bei der Bürgerarbeit teilnehmen kann.“ Das war eine gute Nachricht, denn dort kümmern sich Mitarbeiter der Jobcenter intensiver um die Menschen.

1080 Euro pro Monat

Das Bundesarbeitsministerium hatte Mitte 2010 einen Wettbewerb zum Modellprojekt „Bürgerarbeit“ ausgelobt. Gut die Hälfte der Jobcenter deutschlandweit bewarb sich, für Potsdam-Mittelmark war das die Maia.
Insgesamt 204 Stellen wurden im gesamten Landkreis Potsdam-Mittelmark gefördert.
Das Ziel – neben der Intensivbetreuung der Langzeitarbeitslosen – mindestens ein Drittel der Teilnehmer auf dem so genannten ersten Arbeitsmarkt zu integrieren, wurde erreicht.
Zudem sollten die Kommunen selbstständig nach geeigneten Arbeitsstellen suchen. Das sollte die Mitverantwortung für die Problematik Arbeitslosigkeit erhöhen.
Potenzielle Teilnehmer wurden angesprochen und durch vier Projektvermittler der Maia in das Projekt aufgenommen.
Die Zuwendung des Bundes für einen Bürgerarbeitplatz betrug 1080 Euro pro Monat. Bei insgesamt 204 Stellen in Potsdam-Mittelmark betrug die Förderhöhe 219.240 Euro pro Monat.

Viereinhalb Jahre gab es dieses Bundesprojekt. Für den Landkreis Potsdam-Mittelmark hatte sich das Jobcenter Maia um die Ausführung beworben. Insgesamt 822 Frauen und Männer, darunter viele Langzeitarbeitslose, wurden in der Zeit an den vier Maia-Standorten betreut. Dort war je ein Mitarbeiter extra für diese Aufgabe abgestellt. Am Ende der Förderperiode haben 477 Teilnehmer nach der Bürgerarbeit einen Job am ersten Arbeitsmarkt gefunden, berichtet Bernd Schade. 14 Bürgerarbeiter konnten sogar an ihrer Einsatzstelle in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiterarbeiten, erläutert der Behördenchef. Einer von ihnen ist Guido Hiersemann.

Nach drei Jahren Bürgerarbeit, ist er seit Dezember vorigen Jahres für 20 Stunden pro Woche bei der Stadt Beelitz angestellt. In der Touristinformation berät und verkauft er. Bei großen Veranstaltungen wie dem Spargelfest in Kürze hilft er bei den Vorbereitungen. Die Postkutschentouren rund im Beelitz betreut er gar allein. „Die Bürgerarbeit war für mich der ideale Weg, um in eine Festanstellung zu kommen“, sagt der 44-Jährige. Eine Stelle in Vollzeit würde sein Glück perfekt machen.

Von Stefan Specht

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