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Glühwürmchen schwirren im Gutspark

Cammer Glühwürmchen schwirren im Gutspark

Auf nächtliche Exkursion durch den Gutspark in Cammer begaben sich am Sonnabend zahlreiche Besucher der Glühwürmchennacht im Gutspark Cammer. Die kleinen Irrlichter taten dabei auch wunschgemäß eifrig ihren Dienst. Drumherum gab es für Kinder und Erwachsene nicht nur weitere Naturerlebnisse.

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Zur Glühwürmchennacht in Cammer trug Cordula Müller (re.), hier mit Tochter Malina, Märchen vor.

Quelle: Andreas Koska

Cammer. Es bedurfte nur weniger Schritte, um die „Ahs“ und Ohs“ zu hören. Die Glühwürmchen im Gutspark Cammer taten wie erhofft ihren Dienst. Sanft flogen sie aus dem Unterholz und dem hohen Gras empor. Scheinbar schwerlos und auf jedem Fall lautlos bewegten sich die kleinen Irrlichter zwischen den Bäumen. Damit hatte sich die Hoffnung von Sabine Franke erfüllt. Die Brücker Friseurin war eine von rund 70 Teilnehmern an den Spaziergängen im Rahmen der Glühwürmchennacht am Samstagabend im Gutspark des Zweimühlendorfes. „Ich will der Magie erliegen und hoffe, das Meer der Lichter zu sehen“, sagte sie bevor es gegen 22 Uhr endlich losging. Es war vielleicht kein Meer aber ein stetiger Fluss, der sich den Augen der Gäste, unter denen die Hälfte Kinder waren, bot.

Männchen schwärmen in Mittsommernacht

Die Nacht des Leuchtkäfers wurde zum zweiten Mal von der Naturwacht „Hoher Fläming“ in Zusammenarbeit mit dem Dorf- und Heimatverein Cammer veranstaltet. Man überließ nichts dem Zufall. Denn im Vorjahr ließen sich die Würmchen auf Grund kalter Witterung nicht blicken. Um die Besucher zu unterhalten wurden daher nun auf dem Spaziergang mehrere Stationen aufgebaut. Gerhard Rettig erzählte einiges zur Geschichte des Dorfes und des Parks. Ranger Moritz Detel erklärte, was und wer da in den lauen Sommernächten leuchtet. „An etwa drei Wochen um den Mittsommer schwärmen die Männchen für einige Stunden aus, um mit ihren leuchtenden Popos die Weibchen anzulocken“, erklärte der Biologe. Er wusste ferner zu berichten, dass den Käfern, denn darum handelt es sich bei den Glühwürmchen, nur noch zwei Wochen zum Leben bleiben.

Auftritt im Eulenkostüm

Katrin Dörrwand berichtete im Eulenkostüm von den im Park lebenden Eulen wie Stein- und Waldkauz und ließ ihre Stimmen erklingen. Cordula und Helga Müller trugen indes, auf der historischen Parkbank sitzend, Glühwürmchen-Märchen vor. Immer tiefer in den vollkommen dunklen Park vordringend, sollte es dann zu dem Höhepunkt kommen. Rund um den Grabhügel der Gutsherrenfamilie von Broesigke wurden am Vortag noch die meisten Lichtpunkte gesichtet. Dort stellten die Veranstalter daher Bänke auf und leise Musik erklang. Nur die Glühwürmchen haben, es war inzwischen kurz vor Mitternacht, hatte da schon ihren Dienst eingestellt. Und so begnügten sich die Gäste mit dem Blick auf einen durch hunderte künstliche Lichtlein erleuchteten Wald. „Der Weg bis dorthin war traumhaft, weil uns durchgehend die Glühwürmchen begleitet haben. Trotzdem war die letzte Station die schönste. Hier konnte man wieder emotional herunter kommen, es war wunderbar“, lobte Sylvia Herrmann. Obwohl sie in Cammer lebt, hatte sie das Spektakel noch nie erlebt.

Potsdamer siedeln Glühwürmchen um

Wilfried Möckl ist aus Potsdam angereist. „Wir sind an der Natur interessiert, wandern gerne und hier wurde beides geboten“, begründete er. Mit seiner Frau versucht Möckl seit langem, in ihrem Potsdamer Naturgarten Glühwürmchen anzusiedeln, was bisher nicht gelang. Deshalb fingen sie zwei Exemplare, die den Weg nach Potsdam mitgemacht haben. Auch Sabine Franke ist zufrieden nach Brück zurückgekehrt. „Dass es so toll wird, habe ich nicht erwartet. Es war schon lange nach Mitternacht, Deutschland längst im Halbfinale der EM, als Katrin Mielsch und Gudrun Schmidt die letzten Sachen weggeräumt hatten. Die Rangerin und das Mitglied des Dorfvereins lächelten zufrieden. „Es hat sich gelohnt, Wahnsinn“, sagte Rangerin Mielsch und Schmidt wunderte sich, dass trotz des Fußballspiels und des zeitweise regnerischen Wetters so viele den Weg nach Cammer gefunden haben.

Von Andreas Koska

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