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Potsdam-Mittelmark Gollwitz ohne Auffahrt auf Datenautobahn
Lokales Potsdam-Mittelmark Gollwitz ohne Auffahrt auf Datenautobahn
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21:35 18.12.2015
Das 78-Seelen-Dorf Gollwitz blieb beim Glasfaser-Landesprogramm außen vor. Quelle: C. Nack
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Gollwitz

Das 78-Seelen-Dorf an der Grenze zu Sachsen-Anhalt bleibt von der schnellen Datenautobahn abgehängt. In dem jetzt zu Ende gehenden Landesprogramm zum flächendeckenden Ausbau der Breitbandinfrastruktur in Brandenburg „Glasfaser 2020“ ist dieser Warchauer Gemeindeteil außen vor.

„Ein Unding“, echauffiert sich der Gollwitzer Riccardo Rahn und mit ihm das ganze Dorf. „Es ist beinahe so, als wenn man uns Strom und Wasser abstellen würde. Denn heutzutage gehört ein leistungsfähiger Internetanschluss ebenso zur Grundversorgung“, findet Rahn, der auch im Gemeinderat von Rosenau sitzt. Mit einer Unterschriftenliste wird der Breitbandausbau im Ort gefordert. 23 Haushalte mit etwa 70 Einwohnern haben laut Rahn unterschrieben. 20 Prozent der Gollwitzer seien Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, die das schnelle Internet für ihre schulische Bildung bräuchten. Aber auch Ältere wollen es für Freizeit und Kommunikation nicht missen. „Selbst meine 66-jährigen Eltern haben sich fit gemacht. Bloß, dass es bei uns eben nicht funktioniert“, sagt der 42-jährige Vater zweier Töchter. Der Mobilfunk sei sehr schlecht, so dass es in „sporadischer Modemgeschwindigkeit“ ewig dauere bis man im Netz sei. Und DSL gebe es nicht.

Kein eigener Kabelverzweigerkasten

„Ich hatte mich schon im Sommer gewundert, dass überall gebuddelt wird, nur bei uns nicht“, berichtet Rahn. Während in Bensdorf die Telekom im Rahmen des Landesprogramms „Glasfaser 2020“ den Zuschlag bekommen hatte, ist es in Wusterwitz und Rosenau der Netzbetreiber DNS-Net. Eine Nachfrage im Amt Wusterwitz ergab, dass Gollwitz nicht vorgesehen sei. Damit will man sich keinesfalls zufriedengeben. Neben der Unterschriftenliste hat sich Rahn auch an den Netzbetreiber und die Breitbandverantwortlichen des Kreises Potsdam-Mittelmark und des Landes Brandenburg gewandt. Problem: In Gollwitz gibt es keinen eigenen Kabelverzweigerkasten, sondern erst im benachbarten Warchau. Aufgrund der Entfernung kommt es zu erheblichen Übertragungsverlusten. „Das Brandenburgische Entwicklungskonzept Glasfaser 2020 kann hier nicht eingreifen, da die Errichtung eines neuen Kabelverzweigers nach der EU-Genehmigung für unser Konzept untersagt ist“, teilte Wolfgang Pustal vom Wirtschaftsministerium des Landes mit. Dieses 90 Millionen schwere Förderprogramm wird mit EU-Mitteln als Unternehmensförderung umgesetzt.

Hoffen auf Bundesförderprogramm

Sowohl Pustal als auch Dietmar Bölke von der Kreisverwaltung vertrösten die Gollwitzer auf das vom zuständigen Bundesminister Alexander Dobrindt (CSU) gestartet Bundesförderprogramm für den Breitbandausbau, um noch vorhandene weiße Flecken auf der Landkarte auszumerzen. Demnach soll es bis 2018 in ganz Deutschland schnelles Internet mit einer Surfgeschwindigkeit von mindestens 50 Megabit pro Sekunde geben. Dafür stehen insgesamt 2,7 Milliarden Euro bereit. Diese Projektförderung richte sich an und Kommunen und Landkreise in unterversorgten Gebieten. Laut Bölke werde der Kreis Potsdam-Mittelmark im nächsten Jahr Gutachter zur Ermittlung weißer Flecken beauftragen und dann wohl auch die Fördermittel beantragen.

Riccardo Rahn bleibt für die enttäuschten Gollwitzer am Ball und hat das Amt Wusterwitz um Unterstützung gebeten.

Von Claudia Nack

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