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Potsdam-Mittelmark Golzower krempeln Acker und Stall um
Lokales Potsdam-Mittelmark Golzower krempeln Acker und Stall um
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16:40 19.04.2018
Wolfgang Blasig (l.) lässt sich von Helge Klamke die Milchviehanlage in Grüneiche zeigen. Rechts Bernd Schmidt-Ankum. Quelle: Bür
Golzow

„Die Landwirtschaft in Golzow liegt in guten Händen.“ Zu dieser Erkenntnis kam Landrat Wolfgang Blasig bei Betriebsbesuchen auf dem „Pernitzer Hof“ und in der Agrargenossenschaft „Planetal Golzow“. Trotz unterschiedlicher Strukturen unternehmen beide Agrarbetriebe derzeit erhebliche Anstrengungen, um sich fit für die Zukunft zu machen. So konnte Familie Basigkow das Gelände der einstigen Eberstation am Ortsrand vom irischen Vorbesitzer erwerben.

Mehr Platz für den Familienbetrieb

„Platzprobleme gehören der Vergangenheit an. Die Hallen werden als Maschinenunterstand, Werkstatt und zum Einlagern von Getreide genutzt“, berichtete der Juniorchef vom „Pernitzer Hof“, Denny Basigkow, den Gästen aus der Kreisverwaltung, vom Kreisbauernverband und aus der Kommunalpolitik bei ihrem Arbeitsbesuch. Eine Nachnutzung wird noch für die vier Stallanlagen gesucht, wo einst Eber zur Spermaproduktion gehalten wurden.

Landwirt Denny Basigkow (l.) und Landrat Wolfgang Blasig vor einer Drillmaschine. Quelle: Frank Bürstenbinder

Ohnehin konzentriert sich der Familienbetrieb neben einer kleinen Mutterkuhherde auf die Produktion von Marktfrüchten, die auf rund 600 Hektar angebaut werden. Darunter Raps, Getreide, Mais und Sonnenblumen. Seit 2003 ist auf dem Acker kein Pflug mehr in Benutzung. Denny Basigkow schwört auf die pfluglose Bodenbearbeitung, um die dünne Humusschicht an der Oberfläche zu halten. „Wir haben nach der Umstellung nichts an Erträgen verloren. Allerdings wird noch gegrubbert, um den Unterboden für die Wurzeln erreichbar zu machen“, berichtete der Landwirt.

Landwirt für Glyphosat

Basigkow verteidigte die Anwendung von Glyphosat. Das Pflanzenschutzmittel werde in geringen Mengen von zwei Liter je Hektar bei Morgentau ausgebracht. Bei einem Verbot des umstrittenen Mittels müssten mechanische Methoden zur Unkrautbekämpfung zum Einsatz kommen, was kontraproduktiv für die Artenvielfalt bei Bodenlebewesen wäre, so Basigkow.

Helge Klamke, Betriebsleiter der Agrargenossenschaft „Planetal Golzow“ auf einem nicht gepflügten Acker, auf dem Mais als Mulchsaat gedrillt wurde. Quelle: Frank Bürstenbinder

Der Ursprung des „Pernitzer Hofs“ befindet sich in der Brandenburger Straße, wo die Familie samt Wohnsitz nachweislich in der achten Generation Landwirtschaft betreibt. Dort befindet sich auch die Stallanlage für die Mutterkühe, die erst einige Wochen nach dem Abkalben auf das Grünland getrieben werden. Sollte der Wolf auch in Golzow zum Problem für die Weidetiere werden, müsste deren weitere Haltung überdacht werden, räumte der Landwirt ein. Von aufwendigen Zaunanlagen hält der Golzower jedenfalls nichts. Diese würden Naturräume zerschneiden und den Wildwechsel behindern.

Erstmals seit dem Eigentümerwechsel 2017 präsentierte sich am Donnerstag die Golzower Agrargenossenschaft der Öffentlichkeit. In der Milchviehanlage bei Grüneiche kündigte der neue Vorstandsvorsitzende Bernd Schmidt-Ankum umfangreiche Investitionen in die Stallanlagen aus DDR-Zeit an. Rund 160 000 Euro werden ausgegeben, um die Sektionen heller, luftiger und tiergerechter zu machen. „Zu diesem Standort gehört die Milchproduktion“, bekräftigte Schmidt-Ankum. Jeden zweiten Tag verlassen 32 000 Liter Milch den Betrieb.

Landrat Wolfgang Blasig (l.) im Gespräch mit Bernd Schmidt-Ankum, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft „Planetal Golzow“. Quelle: Frank Bürstenbinder

Abnehmer ist seit wenigen Wochen die Molkerei Gransee, die zu einem Milchverarbeiter aus Hamburg gehört. Dieser sprang nach der Pleite der Berliner Milcheinfuhr- Gesellschaft (B.M.G.) ein. „Das Desaster bei der B.M.G. kostete uns einen Verlust von rund 150 000 Euro. Die Stromproduktion über unsere Biogasanlagen hat uns über einen Liquiditätsengpass hinweggeholfen“, berichtete Betriebsleiter Helge Klamke, der auch dem Vorstand des Kreisbauernverbandes angehört. Klamke kündigte an, dass die Agrargenossenschaft „Planetal“ im Ackerbau ebenfalls bald komplett zur pfluglosen Bodenbearbeitung übergehen werde. In der Diskussion nahm Landrat Blasig eine weitere Erkenntnis mit. Ob der Pflug heute noch wichtig ist, wird unter den mittelmärkischen Landwirten höchst kontrovers diskutiert.

Von Frank Bürstenbinder

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