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Grab des Schauspielers soll gepflegt werden

Ehrung für Hans Otto in Stahnsdorf Grab des Schauspielers soll gepflegt werden

Der Schauspieler Hans Otto (1900-1933) ist immerhin der Namensgeber des Potsdamer Theaters. Begraben liegt der von den Nazis ermordete Otto auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof Stahnsdorf. Die Wählergruppe „Die Andere“ will sich am Donnerstag, 10. August, an Ottos Grab versammeln. Ein Ehrengrab wird dem Nazi-Gegner bislang verwehrt.

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Schauspieler Hans Otto.

Quelle: MAZ

Stahnsdorf. Kein geringerer als Bertolt Brecht sagte über Hans Otto: „Er ist ein Mann seltener Art, unkäuflich.“ Mit diesem Zitat als Motto lädt die Potsdamer Wählergruppe „Die Andere“ für Donnerstag zu einer Gedenkveranstaltung auf den Wilmersdorfer Waldfriedhof Stahnsdorf ein. „Aus Brechts Worten spricht der große Respekt für einen Künstler, der politisch und menschlich Haltung bewies“, so die Wählergruppe.

Anlass des Gedenkens am Grab von Hans Otto ist der 117. Geburtstag des Schauspielers, nach dem das Potsdamer Theater benannt ist. Früh war der am 10. August 1900 in Dresden geborene Otto der KPD beigetreten und engagierte sich sozial und gewerkschaftlich. Als Schauspieler galt der charismatische Otto schnell als Idealbesetzung für Rollen jugendlicher Helden. Auf die ihm angebotene Mitarbeit in einem der ersten Tonfilme „Fridericus Rex“ verzichtete er aus politischen Gründen.

Nach der Machtübernahme durch die Nazis wurde Hans Otto im Mai 1933 gekündigt. Er lehnte Emigration und ein künstlerisches Engagement im Ausland ab und setzte seine politische Tätigkeit illegal in Berlin fort. Am 14. November 1933 wurde er durch die SA verhaftet, tagelang gefoltert und schließlich aus dem dritten Stock der Gestapo-Stelle in der Berliner Voßstraße gestürzt. Am 24. November starb er im Berliner Polizeikrankenhaus an seinen Verletzungen. Hans Otto ist einer der ersten prominenten Künstler, den die Nazis ermordeten.

Am 29. November 1933 wurde Hans Otto auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof in Stahnsdorf beigesetzt – einem kommunalen Berliner Friedhof für die Toten des damaligen Bezirks Wilmersdorf. In der erhaltenen Grabkarte wurde als Todesursache eingetragen: „Selbstmord durch Absprung vom Dach eines Hauses“. Die wahren Hintergründe wurden verschwiegen.

Bislang sind alle Versuche gescheitert, seine letzte Ruhestätte als „Ehrengrab“ einzustufen. Die Wählergruppe „Die Andere“ will sich nach eigenen Angaben jetzt erneut beim Berliner Senat dafür einsetzen.

Treffpunkt ist um 9.45 Uhr am Friedhofseingang am Ende der Stahnsdorfer Bahnhofstraße – nicht mit dem benachbarten Südwestfriedhof verwechseln.

Von Jürgen Stich

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