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Graffiti machen graue Schulwände lebendig

Schüler lernen das Sprayen Graffiti machen graue Schulwände lebendig

Bevor die Sechstklässler die Grundschule in Dippmannsdorf verlassen, arbeiten sie traditionell an einem Andenken. Das graue Gerätehäuschen mitten auf dem Schulhof störte längst. Was könnte besser passen, als eine bunte Landschaft? Mit einem Sprayer wird es jetzt bunter – und sie lernen vor allem etwas für die Zukunft. Denn am Ende ist der Workshop auch Präventionsarbeit.

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Schutz muss sein: Die Kinder tragen Anzüge und – wenn sie sprühen – blaue Atemmasken.

Quelle: Christin Iffert

Dippmannsdorf. Coleen Teuber schüttelt eine Spraydose, dann setzt sie am Gerätehäuschen der Kleinen Grundschule Dippmannsdorf an. Es entstehen Grashalme – live und in Farbe. „Das Dosieren mit dem Fingerdruck ist gar nicht so einfach“, sagt die 12-Jährige. Coleen besucht die sechste Klasse. Nur noch wenige Tage, dann sind Ferien und danach geht es auf eine weiterführende Schule. Die Klasse möchte zum Abschluss ein Andenken hinterlassen beim traditionellen Abschlussprojekt. 17 Schüler verschönern während eines viertägigen Graffiti-Workshops das einst graue Gerätehaus auf dem Schulhof.

Das Bild ist fast abgeschlossen: Strahlende Blau- und Grüntöne zeigen eine Landschaft. „Die Kinder haben sich das Motiv ausgesucht“, erklärt Schulsozialarbeiterin Claudia Wipfli. Sie wollten etwas Grünes inmitten der Natur.

Donnerstag schließen die Schüler das Projekt ab, indem voraussichtlich das ABC auf die vier Wände kommt. Ihr Mentor ist Mirco Stielow (39) aus Brandenburg an der Havel. Der Sprayer hat selbst in der sechsten Klasse mit Graffiti angefangen, kommt aus der illegalen Szene. Die hat er hinter sich gelassen. Seit 2001 arbeitet er beruflich als Graffiti-Künstler „Stylografixxx“. Er liebt die Arbeit mit Kindern, sieht sie als Prävention.

Mirco Stielow lehrt das Sprayen

Mirco Stielow lehrt das Sprayen.

Quelle: Christin Iffert

In drei Gruppen sind die Sechstklässler eingeteilt - so kann jeder mitmachen und so lassen sich Pro und Contra auch besser vermitteln, während ihnen der Streetart-Künstler zeigt, wie man mit Dosen statt Pinseln Kunst macht – ganz legal. „Sie sollen nicht dieselben Fehler machen, wie wir damals.“ Denn nachts fremdes Eigentum anzusprühen, das seien schlicht Straftaten.

Das Gerätehäuschen sei ein gutes Beispiel, wie Farben aus der Dose aus „einem Unfall“ etwas Ansehnliches machen könnten, meint Stielow. Ohnehin gehöre das Sprayen für ihn in den Kunstunterricht. Dass die sechste Klasse das Projekt nach ihren Vorstellungen realisieren kann, hat zweierlei Gründe. „Einerseits haben wir eine höhere finanzielle Förderung der MBS erhalten und zum Glück einen offenen Direktor, der die Kinder frei entfalten lässt“, sagt Claudia Wipfli.

Von Christin Iffert

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