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Grande Dame des Jazz kommt nach Bad Belzig

Konzert Grande Dame des Jazz kommt nach Bad Belzig

Sie wird in wenigen Tagen 85 Jahre alt, ist eine gefeierte Jazz-Meisterin, hat alles erlebt. Er ist 21, der Sohn zweier bedeutender Musiker, ein aufstrebender Star. Sie bezeichnet ihn als Virtuosen. Er liebt die Auftritte mit ihr. Gemeinsam spielen Ruth Hohmann und Lukas Natschinksi nun das zweite Generationenkonzert in Bad Belzig.

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Die große Ruth Hohmann tritt, begleitet von Likas Natschinski, in Bad Belzig auf die Bühne.

Quelle: Felix Natschinksi

Bad Belzig. Ruth Hohmann wurde einmal als „deutsche Königin das Jazz“ bezeichnet. Sie selbst hört diese Bezeichnung gar nicht gern. „Vielleicht Pionierin, Grandma, Mutter, Kosmonautin“, sagt sie. „Aber Königin möchte ich nun wirklich nicht sein.“ Zu abgehoben sei ihr dieser Superlativ.

Interviews gibt Hohmann indes nicht mehr. „In meinen 55 Jazz-Jahren musste ich so viele Interviews in allen Medien geben, dass man zu tun hätte, wollte man sie mit sämtlichen Einzelheiten übernehmen“, begründet die 84-jährige diese Entscheidung. Sie wolle keine Geschichten mehr über ihr bewegtes Leben lesen, sondern das Publikum nur noch mit ihrer Kunst erfreuen.

Dabei gibt Ruth Hohmanns Leben mehr als genug Bewegtes und Bewegendes her. Die zierliche Dame mit der großen Stimme gilt als „First Lady des Jazz“ in Deutschland. In der DDR war sie die maßgebliche Größe in dieser Musikrichtung; auch in der Bundesrepublik war sie bekannt. In einer Umfrage einer Münchner Zeitung wurde Ruth Hohmann in den 1960er Jahren zu einer der besten Vokalistinnen gewählt – dabei war sie zuvor nicht ein einziges Mal in der BRD aufgetreten. Einem achtjährigen Auftrittsverbot – Walter Ulbricht hatte zwischenzeitlich das Kulturleben in der DDR mit dem „Bitterfelder Weg“ auf Linie bringen wollen – wurde Hohmann 1974 schließlich Sängerin beim Berliner Jazz-Collegium. Zudem war sie 20 Jahre lang Gesangsdozentin an der renommierten Musikhochschule „Hanns Eisler“.

Ihr junger Kompagnon Lukas Natschinski hat ihr gegenüber mehr als 60 Jahre Lebenserfahrung aufzuholen. Doch verstecken muss er sich nicht, wenn er neben Hohmann auf der Bühne steht. Der 21-Jährige ist der Sohn des 2015 verstorbenen DDR-Musicalpioniers Gerd Natschinski und der Metropoltheater-Solistin Gundula Natschinksi. Mutter Natschinksi nahm einst Gesangsunterricht bei Hohmann, der Kontakt blieb bestehen.

Generationenkonzert im Kleinkunstwerk

Die DDR-Jazzlegende Ruth Hohmann und der Berliner Musiker Lukas Natschinski wollen die Bad Belziger mit Jazz erfreuen.

Am 31. Juli findet ihr Generationenkonzert unter dem Motto „Ganz viel Jazz und einen Schwatz“ statt. Ab 15 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen, das Konzert beginnt um 16 Uhr im Kleinkunstwerk, Mühlenhölzchen 1a, 14806 Bad Belzig.

Mehr Informationen zu den Künstlern gibt es unter www.ruth-hohmann.de und www.lukasnatschinski.de.

Sohn Lukas brillierte indes schon als Jugendlicher. Er heimste Preise bei „Jugend musiziert“ ein, nahm früh Unterricht bei Dozenten der Musikhochschule. Für ihn sind die Auftritte mit Ruth Hohmann immer etwas Besonderes – sie bezeichnet den jungen Musiker ihrerseits als „jungen Könner“: „Es macht sehr großen Spaß, mit ihr zu arbeiten“, spielt er den Ball zurück. Auf der Bühne seien sie stets auf Augenhöhe, sagt Natschinski. „Sie ist nicht meine Lehrerin“, sagt er. „Obwohl sie mir natürlich viele Möglichkeiten eröffnet und mir auch wirklich viel Neues gezeigt hat.“

Nun wollen die beiden einen tollen Jazznachmittag mit den Flämingern feiern. „Unser Repertoire stammt aus mehreren Jahrzehnten“, verrät Hohmann. Von Ragtime aus dem Jahr 1900 über Blues aus den 1920ern, Swing und Bebop ist alles dabei, was das Jazzer-Herz begehrt.

Bereits vor zwei Jahren begeisterten Ruth Hohmann und Lukas Natschinski im Kleinkunstwerk mit ihrem Generationenkonzert die Bad Belziger. Gerline Kempendorff, Gründerin des Kleinkunstwerks, war einst selbst Schülerin bei Ruth Hohmann. Diese ist voll des Lobes für das Fläminger Publikum: „Wir wurden damals wunderbar empfangen und durch unser Konzert begleitet“, schwärmt die Sängerin.

Den Fans von damals bringen die beiden Künstler etwas ganz Besonderes mit: „Von diesem Auftritt ist eine CD entstanden“, sagt Hohmann. Sie habe ganz vergessen, dass ihr junger Kollege das Konzert aufgenommen hat. Dann sei die Qualität der Aufnahme aber so gut gewesen, dass die beiden sich zur Veröffentlichung entschlossen. Und wer weiß, vielleicht entsteht auch aus dem diesjährigen Generationenkonzert etwas Bleibendes.

Von Saskia Kirf

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