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Potsdam-Mittelmark Gravierender Kontrollverlust
Lokales Potsdam-Mittelmark Gravierender Kontrollverlust
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22:20 07.03.2018
Die SRS-Hausverwaltungs GmbH hatte ihren Sitz in Michendorf. Inzwischen gibt es das Unternehmen nicht mehr. Nach Auffliegen des Betrugs hatte es Insolvenz angemeldet. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Michendorf

Wie konnte es dazu kommen, dass die Gemeinde Michendorf durch einen Untreue-Fall in der SRS-Hausverwaltungs GmbH 1,4 Millionen Euro verloren hat und der Betrug so lange unbemerkt blieb? Erste Antworten auf die Frage hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Acco vorgelegt, die – unabhängig von den strafrechtlichen Ermittlungen gegen einen Geschäftsführer der SRS – im Auftrag der Gemeindevertretung untersuchte, was in der Kommune schief gelaufen ist. Fazit: Ein Bündel an Fehlern auf allen Ebenen hat in der Gemeinde zu einem gravierenden Kontrollverlust geführt. Man könnte noch hinzufügen: Bei mehr Wachsamkeit wären Verluste in der Gemeindekasse wohl deutlich früher aufgefallen.

Wie berichtet, soll der frühere kaufmännische Geschäftsführer der SRS Treuhandkonten, die für Kunden geführt wurden, geplündert haben. Im Fall Michendorfs geht es um 1,4 Millionen Euro. Die Wirtschaftsprüfer der Acco formulierten zehn Thesen, ihren Abschlussbericht wollen sie am 17. April der Arbeitsgruppe vorlegen, die sich mit der Materie befasst, um Schlussfolgerungen abzuleiten. Sie sollen als Beschlussvorlage im Juni in die Gemeindevertretung eingebracht werden.

Die Acco stellt in ihren Thesen fest, dass Buchführung und Besorgung des Zahlungsverkehrs durch die SRS nicht den Vorgaben der Kommunalen Haushalts- und Kassenverordnung entsprachen. Mieteinnahmen wurden von der SRS mit den Bewirtschaftungskosten für die Wohnobjekte vermengt. Die Gemeinde bekam am Ende nur das Ergebnis nach Verrechnung beider Salden vorgelegt, was es schwieriger machte, den Überblick zu behalten. Zudem hatte die Gemeinde mit der SRS für jede Wohnung separate Verwalterverträge abgeschlossen, was nicht zweckmäßig sei. Im Thesen-Papier ist auch vermerkt, dass die von der SRS vorgelegten Objektabrechnungen von den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung „wohl nicht“ geprüft wurden. Es fehlen jedenfalls die vorgeschriebenen Prüfzeichen.

„Es hätte uns auffallen müssen, dass die Summe, die am Ende in der Gemeindekasse landete, in zehn Jahren um die Hälfte gesunken ist“, konstatiert Gerd Sommerlatte (FBL-UWG), Vorsitzender der SRS-Arbeitsgruppe. Das Schrumpfen der Einnahmen aus dem kommunalen Wohnungsbestand löste weder in der Verwaltung noch in der Gemeindevertretung Alarmglocken aus. Auch das Rechnungsprüfungsamt lag im Tiefschlaf, was die Frage aufwirft: Wozu reicht die Gemeinde ihre Unterlagen zur Finanzprüfung ein, wenn so etwas nicht auffällt? Die Arbeitsgruppe will der Gemeindevertretung empfehlen, Haftungsansprüche gegen die Kreisbehörde zu prüfen. Haftungsansprüche werden möglicherweise auch gegen die kontoführende Bank geltend gemacht. „Die Bank hat viele Barauszahlungen durch den damaligen SRS-Geschäftsführer bewilligt, obwohl es sich um Treuhandkonten handelte. Bei Barabhebungen in der Größenordnung hätte die Mitarbeiterin stutzig werden müssen“, so Sommerlatte. Er geht nicht davon aus, dass die Gemeinde verlorenes Geld zurückbekommt. Der beschuldigte SRS-Geschäftsführer soll spielsüchtig gewesen sein und dies vor dem Insolvenzverwalter auch zugegeben haben.

Von Jens Steglich

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