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Groß Kreutz Einer muss den Leuten zuhören
Lokales Potsdam-Mittelmark Groß Kreutz Einer muss den Leuten zuhören
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11:16 08.08.2018
Der CDU-Landtagsabgeordnete Knut Große (r.) war auf seiner Sommertour zu Besuch in Jeserig bei Bürgermeister Reth Kalsow. Quelle: Rüdiger Böhme
Jeserig

Aus dem Auto vor dem Jeseriger Verwaltungsgebäude steigt ein gut gelaunter Fahrer. Der Landtag in Potsdam hat Sommerpause. Also bleibt dem Christdemokraten Knut Große Zeit für Arbeit an der Basis. Bei Amtsdirektorin Ramona Meyer in Wusterwitz war er schon, bei Kloster Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner auch. Jetzt hat er sich mit Reth Kalsow, dem Bürgermeister von Groß Kreutz (Havel) verabredet. Ein Parteifreund.

Kalsow erzählt trotzdem

Kalsow soll dem Landtagsabgeordneten, der erst im Februar vom Stuhl des Brandenburger Amtstierarztes in das Parlament nachrückte, erklären, wo der Kommune der Schuh drückt. In kurzärmligen Hemden sitzen sich die beiden CDU-Politiker gegenüber. Große hat zwar ein Sakko dabei, doch die Hitze macht das Oberteil überflüssig. „Als Abgeordneter bin ich dafür da mich der Sorgen und Hinweise der Menschen anzunehmen. Einer muss den Leuten zuhören“, erklärt der Görzker der MAZ den Grund für seine Sommerreise durch den Wahlkreis.

Mit dem Lösen von Problemen ist es schwieriger. Großes Fraktion ist in der Opposition. Außerdem wurde er in den Rechtsausschuss des Landtages delegiert. Das Fachgremium für den Verbraucherschutz wäre ihm lieber gewesen. Also erwartet Kalsow von seinem Besucher keine Wunder, erzählt trotzdem. Und zwar vorsichtig optimistisch. Von steigenden Steuereinnahmen in den acht Ortsteilen und einer wachsenden Einwohnerzahl, die sich inzwischen bei um die 8500 bewegt.

Knut Große im Jeseriger Verwaltungsgebäude. Quelle: Rüdiger Böhme

Doch Entwicklung braucht Infrastruktur. Groß Kreutz (Havel) muss klotzen, um mit der Nachfrage nach Kitaplätzen und leistungsfähigen Schulen Schritt zu halten. Der Bauantrag für die neue Kita in Jeserig läuft. Letzte Kostenberechnungen gehen von drei Millionen Euro aus. Die Gemeinde hofft auf ein Drittel Fördermittel. In Groß Kreutz wird die Turnhalle der Grundschule saniert. Doch das allein reicht nicht. Das aus den 1980er-Jahren stammende Schulgebäude braucht ebenfalls einen Modernisierungsschub. Ein weiteres Millionen-Vorhaben. Aus allen Nähten platzt die Grundschule in Jeserig. Ein Vorentwurf für einen Anbau soll auf der nächsten Bauausschussitzung besprochen werden.

Stolz auf Feuerwehren

Möglich sind diese Investitionen nur mit Zuschüsse. Große nimmt deshalb eine dringende Bitte von Bürgermeister Kalsow mit in den Landtag. Dass bewährte Fördertöpfe wie das Kommunale Investitionsprogramm auch nach ihrem Auslaufen fortgesetzt werden sollen. In ihrer Kritik am Landesentwicklungsplan sind sich die CDU-Politiker einig. Danach stehen Groß Kreutz (Havel) in den nächsten zehn Jahren 120 bis 150 Bauplätze für die eigene Entwicklung zu. Für Kalsow ein Witz. Allein in einem Jahr sprechen 70 bis 80 Bauwillige in der Verwaltung vor.

Aus aktuellem Anlass verweist Kalsow im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten auf die Rolle der ehrenamtlichen Feuerwehrleute. „Wir können stolz auf eine gute Truppe sein“, meint Kalsow mit Verweis auf den Brand auf dem Götzer Berg. Für den Brandschutz greift die Kommune ebenfalls tief in die Tasche. Noch 2018 soll die Groß Kreutzer Ortswehr ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) bekommen. 2019 folgt ein Tanker für die Götzer Kameraden. Alles ohne Fördermittel. Hoffnung auf Zuschüsse macht sich der Träger des Brandschutzes dagegen beim geplanten Neubau eines Gerätehauses in Krielow. Wie gesagt, Knut Große kann auf seiner Sommertour nichts versprechen.

 

Von Frank Bürstenbinder

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