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Groß Kreutz Gemeinde zieht Essengeld-Vorlage zurück
Lokales Potsdam-Mittelmark Groß Kreutz Gemeinde zieht Essengeld-Vorlage zurück
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14:23 05.12.2018
Über 90 000 Essenportionen werden jährlich in der Gemeindeküche in Jeserig zubereitet. Quelle: JACQUELINE STEINER
Groß Kreutz (Havel)

 Beifall brandete auf. Die Mütter und Väter einer neuen Elterninitiative waren erleichtert. Über die künftige Höhe des Essengeldes in den sechs Kitas der Gemeinde ist das letzte Wort doch noch nicht gesprochen. Die Gemeindevertreter von Groß Kreutz (Havel) haben sich am Dienstag bei zwei Enthaltungen dafür ausgesprochen die Beschlussfassung auf das kommende Jahr zu verschieben. „Ich gehe von einem neuen Anlauf im ersten Quartal 2019 aus“, sagte Gemeindevertretervorsteher Franz Herbert Schäfer nach einer außerplanmäßigen Abstimmung mit den Fraktionschefs vor dem Sitzungsraum.

Meinung geändert

Eigentlich wollten die Kommunalpolitiker eine neue Kita-Gebührensatzung sowie eine aktualisierte Entgeltordnung über die Kostenbeteiligung der Eltern an der Mittagsversorgung beschließen. Doch die zustimmenden Vorabsprachen waren plötzlich nichts mehr wert. Unter dem Druck der Eltern wurden die beiden Punkte von der Tagesordnung genommen. Seit Wochen monieren die Eltern insbesondere die Berechnung des Essengeldes. Daraufhin hatte Bürgermeister Reth Kalsow (CDU) eine Überarbeitung der Satzung und Kalkulation zugesichert.

Eltern sind nicht überzeugt

Das im Entwurf vorliegende Ergebnis überzeugte die Mütter und Väter jedoch nicht. Die aktuell im Raum stehenden 2,11 Euro je Mittagessen in der Kita sind den Erziehungsberechtigten zu hoch. Diese Summe entspreche nicht dem Gegenwert, den die Eltern im Durchschnitt einsparen würden, wie es dem Gesetzgeber vorschwebe, sagte zum Beispiel die Jeserigerin Saskia Glaser von der Elterninitiative. Zum Beispiel kalkuliere die Stadt Werder (Havel) mit 1,70 Euro. Andere Kommunen würden noch unter diesem Betrag liegen. Unverständnis herrscht bei den Beschwerdeführern über einzelne Posten, die für die Berechnung des Essengeldes herangezogen werden.

Die von Bürgermeister Reth Kalsow eingereichten Vorlagen zur aktualisierten Kita-Gebührensatzung und Entgeltordnung für das Mittagessen haben die Gemeindevertreter mehrheitlich zurückgestellt. Quelle: Marion von Imhoff

Abgelehnt wird, dass die Kommune unter anderem die jährlichen Kosten für die Essengeldkassierung (6000 Euro) einberechnet. Auch Ausgaben für Abschreibungen (7400 Euro), einen Feuerlöscher ( 24,05) oder Wachschutz (49 Euro) hätten in der Kalkulation nichts zu suchen, ist die Elterninitiative überzeugt. Doreen Recknagel vom Vorstand des neuen Kreiselternrates in Potsdam-Mittelmark wies darauf hin, dass die Stadt Werder (Havel) von der Einrechnung solcher Posten Abstand nimmt. Allerdings betreibt Werder (Havel) keine eigene kommunale Küche, sondern bedient sich eines Caterers.

Keine Rechtsverbindlichkeit

Gemeindevertretervorsteher Schäfer verwies auf die unterschiedlichen Bedingungen und Kostenstrukturen in den Trägerkommunen. „Es gibt unterschiedliche Annahmen über die sogenannten häuslichen Einsparungen. Der eine kauft teuer, der andere billig ein. Sämtliche Empfehlungen haben keinen rechtsverbindlichen Charakter“, argumentierte Schäfer. Er ließ in der Einwohnerfragestunde zahlreiche Mütter und Väter zu Wort kommen. Eine Annäherung der Positionen gab es jedoch nicht.

Gute Qualität

Bürgermeister Kalsow bedauerte, dass über die Qualität des Essens kein Wort mehr verloren werde. Dabei hätten die Eltern vor fünf Jahren einer Preiserhöhung zugestimmt, wenn die Kommune in eine Gemeindeküche investiert. Alles Seiten sind sich einig, dass seither in Jeserig ein hochwertiges und schmackhaftes Essen für alle Einrichtungen und die Schulen zubereitet wird. Für jede Portion zahlt Groß Kreutz (Havel) 2,10 Euro an nicht umlagefähigen Kosten dazu. Trotz unterschiedlicher Auffassungen will die Gemeinde die nächsten Wochen dafür nutzen, um noch einmal alle Kosten auf ihre Umlagefähigkeit zu überprüfen. Dazu gehören insbesondere die Abschreibungen, die nach einer neuesten Empfehlung des Jugendhilfeausschusses des Kreistages nicht in die Kalkulation einberechnet werden sollen. Eine Maßgabe, die der Verwaltung bislang unbekannt war.

Von Frank Bürstenbinder

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