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Groß Kreutz Eltern verärgert: Schmergower Kita muss Öffnungszeiten verkürzen
Lokales Potsdam-Mittelmark Groß Kreutz Eltern verärgert: Schmergower Kita muss Öffnungszeiten verkürzen
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18:01 13.03.2019
Die Kita Kunterbunt in Schmergow ist in einer alten Villa untergebracht. Quelle: Christine Lummert
Schmergow

Die Eltern sind sauer, das noch verbliebene Betreuungspersonal vor Ort ist gestresst. In der Kita Kunterbunt in Schmergow fehlt Personal. Der Krankenstand ist hoch, Weiterbildungen müssen trotzdem absolviert werden und neue Erzieherinnen sind nicht in Sicht. Deshalb gelten seit Montag, 11. März, für voraussichtlich zwei Wochen verkürzte Öffnungszeiten. In der Kita Schmergow sind eigentlich fünf Erzieherinnen zur Betreuung von 45 Kindern vorgesehen, deren Altersspanne vom Krippenkind bis zum Grundschüler im Hort reicht.

Im Normalbetrieb werden die Kinder in der Zeit von sechs bis 17 Uhr betreut, jetzt müssen die Eltern ihre Kinder bis spätestens 15 Uhr aus der Einrichtung abholen. In der aktuellen Sitzung des Ausschusses für Kita, Schule, Jugend und Soziales im Rathaus der Gemeinde Groß Kreutz (Havel) war deshalb die Aufregung groß. „Die einzige andere Lösung wäre die Schmergower Kita komplett zu schließen, aber das wollen wir ja gerade verhindern“, sagte Bürgermeister Reth Kalsow (CDU), der um Verständnis für die Situation warb.

Notlage laut Eltern vorprogrammiert

Die Eltern der Schmergower Kita-Kinder hatten trotzdem zahlreiche Fragen. „Wenn es sich nur um höhere Gewalt handeln würde, also um Krankheitsfälle, die nicht vorherzusehen sind, könnten wir die Entscheidung leichter akzeptieren“, sagte Sabrina Becker, die ihre beiden Kinder im Alter von einem und vier Jahren in der Kita Kunterbunt gut versorgt wissen möchte.

Für die Eltern war die jetzige Notlage aber vorprogrammiert. „In der letzten Sitzung des Kita-Ausschusses im September haben wir schon darauf hingewiesen, das sich die Lage so entwickelt könnte und es hat sich nichts getan“, sagte Jennifer Fürst, deren dreijähriger Sohn die Kita besucht. „Meine siebenjährige Tochter geht eigentlich in Schmergow in den Hort, die Betreuung der Schulkinder wird wegen der aktuellen Situation aber schon vom Hort in Groß Kreutz übernommen.“

Leer gefegter Arbeitsmarkt

Die Eltern sehen die Personalplanung als entscheidenden Grund für die sehr angespannte Betreuungssituation. Zwar wurden Erzieher aus anderen Einrichtungen der Gemeinde nach Schmergow geschickt, um das Stammpersonal zu entlasten. Umschüler und Praktikanten helfen aus und sogar ehemalige Erzieherinnen im Rentenalter wurden reaktiviert, um den Kita-Betrieb aufrecht zu erhalten.

„Das Grundproblem ist der leer gefegte Arbeitsmarkt“, sagte Kalsow. Seit Weihnachten sind zwei Erzieherstellen nicht besetzt. „Wir würden sofort einstellen, aber es finden sich keine Bewerber und Erzieher, die einen langen Anfahrtsweg in die Gemeinde hatten, nutzen jetzt die guten Möglichkeiten, um näher am Wohnort einen Job zu finden“, erläuterte Kalsow. Auch in anderen Betreuungseinrichtungen der Gemeinde ist das Personal deshalb knapp bemessen. „Erfahrungsgemäß ist der Krankenstand im Winter besonders hoch, aber das wird sich hoffentlich zeitnah ändern“, sagte Kalsow.

Sorge um Qualität der Betreuung

Mit einer wirklichen Entlastung ist wohl erst im Sommer zu rechnen. Unter anderem fangen dann sechs neue Auszubildende an. „Und die wollen wir auch in der Gemeinde halten“, so Kalsow.

Von Elternseite war die Sorge um die Qualität der Betreuung zu hören. Den Erzieherinnen wollten sie in dieser besonderen Situation keinen Vorwurf machen. Aber zum Kita-Leben gehöre mehr als bloße Betreuung. Bildungsangebote für die Vorschulkinder, spezielle Förderungen im Spracherwerb, Elterngespräche zum Entwicklungsstand der Kinder und weitere Angebote würden bei der herrschenden Personalnot oft ausfallen.

Von Christine Lummert

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