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Groß Kreutz Museum dokumentiert den Alltag von einst
Lokales Potsdam-Mittelmark Groß Kreutz Museum dokumentiert den Alltag von einst
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05:39 27.09.2018
Manuela Kenner, die Vize-Vorsitzende des Kulturfördervereins, führt durch die Ausstellung. Quelle: Kulturförderverein Groß Kreutz
Groß Kreutz

Ortsgeschichte weiter leben lassen – dieses Ziel verfolgt die Dauerausstellung im Heimatmuseum Groß Kreutz. Seit 2014 befindet sich das Museum in einem 1937 gebauten Stall eines ehemaligen Gutskomplexes und präsentiert auf rund 150 Quadratmetern Ausstellungsfläche unzählige Alltagsgegenstände und Landwirtschaftsgeräte des Ortes aus längst vergangenen Zeiten. Neben Haushaltsgegenständen vom Nachtpott bis zum Butterfass sowie vielen Geräten aus dem bäuerlichen Leben und dem Obstbau ist auch ein Modell der Kleinbahn, die einst Groß Kreutz mit Lehnin verband, ausgestellt.

Das Heimatmuseum Groß Kreutz gibt nicht nur einen Einblick in das oft harte Arbeitsleben der Bürger von früher, sondern dokumentiert auch handwerkliches Geschick und Improvisationstalent.

„Die Ausstellungsstücke wurden zuvor im Keller der Erich-Kästner-Grundschule hier im Ort präsentiert”, sagt Manuela Kenner (58), Vize-Vorsitzende des Kulturfördervereins. „Doch dieser bot irgendwann keinen Platz mehr.” Den größten Teil der Stücke – die genaue Zahl ist nicht bekannt – trug der Orts-Historiker Gerald Gräbnitz akribisch zusammen.

Ausstellung thematisch unterteilt

Alles, was historisch aussah und nicht weggeschmissen werden sollte, sammelte der 80-Jährige in seiner Garage. Hierzu suchte Gräbnitz auf Dachböden und Kellern älterer Einwohner von Groß Kreutz nach geeigneten Fundstücken und erstellte so einen immensen Fundus historischer Gegenstände. „Eine tolle Leistung”, sagt Kenner. „Wir können mittlerweile nichts mehr im Museum aufnehmen, obwohl die Leute immer noch mit alten Stücken kommen.“

Die Ausstellung ist thematisch in die verschiedenen Lebensbereiche der Dorfbewohner unterteilt. Neben Landwirtschaftsgeräten wie Baumspritzen, Jaucheschöpfern und Bienenkörben zeugen Handwerksgegenstände wie Schraubzwingen, Ölkannen, Sattlerwerkzeug und mechanische Bohrmaschinen vom oft harten Arbeitsleben der Bürger.

Vereinsleben früher viel umfangreicher

Sie dokumentieren zudem handwerkliches Geschick und Improvisationstalent. „Wir stellen teilweise Dinge aus, die uns noch völlig unbekannt sind”, gesteht Kenner. „Ein öffentlicher Aufruf zur Identifizierung dieser Stücke ist bereits geplant.”

Adresse und Öffnungszeiten

Das Heimatmuseum befindet sich in der Bochower Str. 27a, in 14550 Groß Kreutz.

Das Museum kann nach Vereinbarung besichtigt werden. Auch Besuchergruppen sind willkommen.

Telefonische Anmeldung unter 033207/52 55 5 oder per E-Mail: manuela@kenner-online.de.

Der Eintritt ist frei.

Das Museum ist teilweise barrierefrei.

Auch der Alltag findet sich in der Ausstellung wieder. Haushaltsgegenstände wie Einweggläser, Küchenwaagen, Radiowecker aber auch Spielzeug laden zu einem Blick in die Vergangenheit ein. Diese war in Hinblick auf das Vereinsleben in Groß Kreutz noch viel umfangreicher aufgestellt als es heute der Fall ist.

So ermöglicht die Schau Einblicke in den Männergesangsverein Eintracht, welcher 1885 gegründet wurde, die Schützengilde von 1924, den Jungmädchenbund von 1926 und viele weitere. „Heute haben wir nur noch den Kulturförderverein, einen Tischtennis-, einen Fußball- und einen Anglerverein”, so Kenner.

Modell der Lehniner Kleinbahn ist Kernstück der Schau

Gegenüber den Bildern der ehemaligen Vereine sind im Eingangsbereich des Museums außerdem Meisterbriefe von Handwerkern des Ortes präsentiert. Der älteste Meisterbrief der Ausstellung wurde 1920 dem Stellmacher Ernst Lehmann übergeben. Fotos der Personen sowie deren Wohnhäuser finden sich unter den Briefen. Ein schönes Detail, schließlich geben diese Bilder den ausgezeichneten Handwerkern ein Gesicht und helfen, deren Standorte in Groß Kreutz zu bestimmen.

Kernstück der Ausstellung des Heimatmuseums in Groß Kreutz ist allerdings das Modell der Lehniner Kleinbahn. Das Modell im Maßstab 1:87 ist etwa 20 Meter lang und wurde von den Freunden des Modellbahnvereins Brandenburg mit viel Liebe originalgetreu nachgebaut. Hierzu orientierte man sich an historischen Fotos. Diese wurden neben Zeichnungen und Anekdoten unter anderem von den Bewohnern an der ehemaligen Bahnstrecke zusammengetragen.

Zwei Jahre dauerte der Bau der Modellbahnanlage

Mitglieder des Modellbahnvereins fuhren außerdem mehrmals die Strecke an den ehemaligen Gleisen ab, um eventuelle Relikte aus der Betriebszeit zu finden und die Streckenführung zu rekonstruieren. Die wenigen verbliebenen Bahngebäude wurden vermessen und alte Fotos in Modellskizzen umgewandelt. Etwa 1000 Arbeitsstunden benötigten die Freunde des Modellbahnvereins allein für das Bauen dieser Modellgebäude und insgesamt zwei Jahre für den kompletten Bau der Anlage.

Entstanden ist ein beeindruckendes Modell der Strecke, die vom 18. Oktober 1899 bis zum 10. Oktober 1967 Groß Kreutz mit Lehnin verbunden hat. Ziel der Kleinbahnstrecke war es, nicht nur günstigere Voraussetzungen für den Transport der Ziegel, die in Lehnin und in der Umgebung produziert wurden und für die Städte Potsdam und Berlin bestimmt waren, sondern auch für die Entwicklung des Ausflugsverkehrs zu schaffen.

Kinder von Modell begeistert

Die Bahn durchfuhr die Dörfer Nahmitz, Damsdorf und Neu Bochow, ehe sie am Bahnhof Groß Kreutz ankam. Dort hatte sie zwar einen Gleisanschluss an die vorbei führende Hauptstrecke Berlin-Magdeburg, doch der diente nur für den Umschlag der Güter. Für die Reisenden aus Lehnin endete hier die Bahn, sie mussten umsteigen, wenn sie Potsdam, Berlin oder Brandenburg erreichen wollten.

„Einige Groß Kreutzer kennen die Strecke noch”, sagt Manuela Kenner. Insbesondere Eisenbahnfreunde und Kinder seien von dem Modell begeistert. „Vor allem unser Hort und die Kinder der Erich-Kästner-Grundschule sind regelmäßig Gäste.” Natürlich sei jedoch jeder willkommen, der Interesse an Heimatgeschichte besitzt.

Von Tobias Wagner

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