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Potsdam-Mittelmark Großbaustelle lässt Umsätze einbrechen
Lokales Potsdam-Mittelmark Großbaustelle lässt Umsätze einbrechen
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08:46 21.02.2017
Schon in der Potsdamer Straße weisen Großaufsteller darauf hin, dass trotz Baustelle die Geschäfte in der Ruhlsdorfer Straße geöffnet sind. Quelle: M. Steger
Teltow

André Brademann wischt an diesem Vormittag die Treppe an seinem Haus. Der Gärtner würde lieber im Laden stehen, aber es ist kein Kunde da. Die Gärtnerei Brademann liegt an der Ruhlsdorfer Straße. Und die ist eine Baustelle. Aus Richtung Norden wird der Verkehr auf einer provisorischen Einbahnstraße in Richtung Ruhlsdorf geleitet. Zu Brademanns Gärtnerei gibt es eine Zufahrt, doch wer die nicht gezielt ansteuert, ist im Nu vorbei. „Aber die Straße muss ja in Ordnung gebracht werden. Wir haben 20 Jahre darauf gewartet“, zeigt Brademann Vetsändnis. Beim Zäunehändler Brix wartet Andreas Martin auf Kunden. „So ruhig war es hier noch nie“, sagt Martin, während er auf die Straße schaut. Im Vergleich zu Gärtner Brademann hat er den Vorteil, nicht so sehr auf Laufkundschaft angewiesen zu sein. Wer einen Zaun braucht, informiert sich meist zu Hause über Anbieter. Martin weist potenzielle Kunden am Telefon immer auf den Anfahrtsweg hin.

Dass die gut zwei Kilometer lange Ortsdurchfahrt, die Teil der Landesstraße 794 ist, dringend erneuert werden muss, darüber sind sich alle befragten Gewerbetreibenden einig. Die Arbeiten haben im Sommer 2016 begonnen. Sie erstrecken sich zwischen dem Ruhlsdorfer Platz und dem ehemaligen Industriegleis am Teltowmat-Gelände. An beiden Seiten entstehen Rad- und Gehwege sowie eine neue Beleuchtungsanlage. Außerdem werden Leitungen neu- und umverlegt. Ein Regenwasserkanal wird künftig für die Entwässerung sorgen. Bis zum dritten Quartal 2018 soll alles fertig sein. Ob das zu schaffen ist, vermag aber noch niemand zu sagen. In der Straße wurden Müll und alte Leitungen gefunden. Beim innerstädtischen Straßenbau ist das Risiko, dass durch so etwas Verzögerungen eintreten, immer größer als außerhalb von Ortschaften. Außerdem gibt Frank Schmidt vom Landesbetrieb Straßenwesen zu bedenken: „Niemand kann heute sagen, wie der Winter 2017/2018 wird.“

Allzu viele Gewerbetreibende gibt es zum Glück nicht an der Ruhlsdorfer Straße. Einer der großen ist Pflanzen-Kölle. Das Gartencenter hatte in Absprache mit der Stadtverwaltung schon zu Beginn der Bauarbeiten im weiten Umfeld Zufahrtsschilder angebracht. Inzwischen gibt es große Banner, die auch die anderen Firmen und Läden mit einschließen. Trotzdem ist die Situation schwierig. „Wir haben einen Kundenrückgang von zehn bis 20 Prozent. Das ist kaum erträglich“, sagt Kölle-Filialleiter Thomas Fischer. Dabei ist die Zufahrt von Berlin, wo viele Kunden herkommen, gar nicht so problematisch. Aber Baustellen schrecken immer ab.

In Richtung Süden hat sich die Situation verbessert, seit die Landesbehörde die Ampelschaltung kurz hinter dem Teltowmat-Gelände umgestellt hat; es entstehen jetzt keine längeren Staus mehr. Im März beginnt die Hauptsaison im Gartencenter bis Mai. Im Mai wird auch eine neue Zufahrt zum Center angelegt – eine neue Herausforderung. „Aber wir haben in enger Zusammenarbeit mit den Stadt- und Landesbehörden eine Lösung gefunden“, sagt Fischer. Dass sie funktionieren wird, hofft auch Resul Islamoglu. Er verkauft im Eingangsbereich bei Kölle Obst und Gemüse, darunter auch exotische Früchte wie Granatäpfel, Pomelo und Flug-Mangos. Da lassen sich die Kunden gern beraten. Manche machen nicht nur auf dem Weg in die Blumenhallen bei Islamoglu Station, sondern kommen extra seinetwegen. Aber der Umsatzeinbruch ist enorm. Der Stand ist eine Filiale des „Gemüse-Express“. „Zurzeit spielt der Chef noch mit. Aber wer weiß, was passiert?!“, sagt Islamoglu.

Von Stephan Laude

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