Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Große Betroffenheit nach Unglück in Lüsse
Lokales Potsdam-Mittelmark Große Betroffenheit nach Unglück in Lüsse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:05 10.08.2016
Auf dem Flugplatz in Lüsse. Quelle: Julian Stähle
Anzeige
Lüsse

Den Schock sieht man Thomas von Larcher noch einige Stunden nach seinem Eintreffen am Unglücksort an. Der Vorsitzende des Flugsportclubs Charlottenburg, der den Lüsser Segelflugplatz betreibt, muss versuchen, das Unerklärliche zu erklären. Er hat die Stelle besichtigt, an der die 59 Jahre alte Pilotin aus Schleswig-Holstein mit ihrem einsitzigen Segelflieger ASG 29 abgestürzt ist – das Wrack des Flugzeug liegt, vor neugierigen Blicken durch mehrere Fahrzeuge abgeschirmt, noch immer auf dem Flugplatz. Er hat mit den Angehörigen gesprochen, mit den Seelsorgern und den Einsatzkräften. Doch sagen kann er nichts. „Es ist rein spekulativ, jetzt über eine Absturzursache zu sprechen“, lautet die Aussage von Larchers.

Thomas von Larcher. Quelle: Julian Stähle

Klar ist, dass der Segelflieger während des Starts am Dienstag Mittag abgestürzt ist. Das Modell, welches die Pilotin flog, ist bei Hobbypiloten beliebt. Es ist leicht, das Cockpit dennoch stabil, der Pilot gut geschützt. Doch bei einem Sturz aus etwa 50 Metern Höhe kann auch ein stabiles Carboncockpit nichts ausrichten. Für die Frau kam jede Hilfe zu spät, der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen.

Beim Windenstart wird ein Segelfugzeug von einer Seilwinde beschleunigt. Das mehrere Hundert Meter lange Seil wird eingerollt, dabei zieht es den Flieger. Er erreicht so eine Geschwindigkeit von etwa 100 Kilometer pro Stunde, durch die Zugkraft steigt der Segelflieger. Bei einer Flughöhe von rund 50 Metern gilt die Sicherheitshöhe als erreicht, bei etwa 400 Metern beginnt der eigentliche Alleinflug. Doch die Pilotin in Lüsse erreichte diese Höhe nicht.

Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist noch unklar. Die Polizei spricht von mangelnder Geschwindigkeit während des Starts an der Seilwinde als möglicher Ursache. Ein Augenzeuge sagt, auch ein Pilotenfehler sei denkbar. Die Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung und die Kriminalpolizei haben die Untersuchung des Absturzes übernommen. Der Flugbetrieb ist vorerst eingestellt, der Platz gesperrt. „Die Untersuchungen laufen und werden noch eine gewisse Zeit andauern“, hieß es am Dienstag Abend.

Flugplatz Lüsse. Quelle: Julian Stähle

Etwa 15 Augenzeugen des Unglücks gibt es. Für sie und alle anderen Gäste des Flugplatzes stehen seit Dienstag Nachmittag zwei Notfallseelsorger bereit. „Das Angebot wird gut angenommen“, sagt Thomas von Larcher. Die Seelsorger werden die Betreuung auch in den nächsten Tagen fortsetzen. Insgesamt befinden sich rund 60 Urlauber auf dem Lüsser Flugplatz. Sie kommen in jedem Sommer hier her, bringen ihre Flugzeuge mit und genießen ihr Hobby. In diesem Jahr ist nun alles anders. „In den nächsten Stunden und Tagen werden wir sehen, ob und wann die Gäste abreisen oder ob sie noch bleiben“, sagt von Larcher.

Der Ehemann der verstorbenen Pilotin musste das Unglück nicht mit ansehen. Er befand sich zum Zeitpunkt des Absturzes im Zeltlager der Flieger, einige hundert Meter entfernt. Er brauchte notärztliche Versorgung. Er und die weiteren vor Ort befindlichen Angehörigen wollten Lüsse noch am Abend verlassen.

Lesen Sie auch:

09.08.2016: Pilotin stirbt bei Segelflugzeug-Absturz

Von Saskia Kirf

Die Gemeinde Kloster Lehnin soll vom märkischen Eigenheim-Bauboom profitieren. Darauf setzt Kloster Lehnins neuer Bürgermeister Uwe Brückner (SPD), hinter dem die ersten drei Wochen im Amt liegen. Den Zuzug in die Gemeinde zu befördern durch attraktive Baugrundstücke ist eines der Ziele des 54-Jährigen.

09.08.2016

Sieben Mannschaften haben sich beim Groß Marzehnser Dorffest im Modernern Zweikampf gemessen. Er besteht aus dem Löschbootrennen auf dem Teich und dem Barkasziehen am Ufer. Als wäre das nicht anstrengend genug, hat sich Organisator Mirko Jacob noch eine Herausforderung ausgedacht.

09.08.2016

Der Stahnsdorfer Bauhofleiter Wolfgang Pfingsten ist noch nicht wieder in seinen Job zurückgekehrt, obwohl das Potsdamer Arbeitsgericht in einem Kündigungsverfahren gegen die Gemeinde zu seinen Gunsten geurteilt hat. Pfingsten ist bis auf weiteres krankgeschrieben. Die Gemeindeverwaltung will sich nicht zu seiner Wiedereinstellung äußern.

09.08.2016
Anzeige