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Große Energie-Pläne auf Eis gelegt

Genossenschaft stoppt Arbeit in Borne Große Energie-Pläne auf Eis gelegt

Die Perspektive, dass sich Borne autark aus regionalen und regenerativen Ressourcen mit Energie versorgt, ist den meisten der 170 Einwohnern nicht viel versprechend genug. Deshalb wird die von der Ingenieurgesellschaft Schiller & Dropka Bad Belzig angeregte Innovation vorerst nicht weiter verfolgt. Das teilte Uwe Stahn in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates mit.

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Uwe Stahn hatte für Borne einige Pläne.

Quelle: MAZ

Borne. Selbst Mitglied in der Naturenergie Fläming e.G. in der Kur- und Kreisstadt hatte er sich dafür engagiert, dass die Energiewende in seinem Ort vollzogen wird. „Dafür haben sich aber zu wenig Mitstreiter gefunden“, bedauerte Stahl. Von 62 Haushalten hatte vor einem Jahr zwar etwas mehr als die Hälfte ihr Interesse daran bekundet.

Für die Erstellung einer etwa 3000 Euro teuren Machbarkeitsstudie zum Aufbau eines Nahwärmenetzes – womöglich auf Hackschnitzelbasis, ergänzt um Sonnenenergiegewinnung, – waren schließlich nur neun Grundstückseigentümer in Vorkasse gegangen. Sie bekommen ihr Geld – auch dank Geld aus dem Lotto-Fonds – erstattet. Derweil ist trotz detaillierter Bestandsaufnahme und Erläuterung der Modernisierungsmöglichkeiten für jedes Grundstück gerade noch ein halbes Dutzend an Hausbesitzern übrig geblieben, die am Plan festhalten.

„Den meisten im Dorf war die finanzielle Einsparung nicht groß genug“, resümierte Uwe Stahn. Ökologische Aspekte, die Wertschöpfung vor Ort und Schaffung von Arbeitsplätzen hätten nicht überzeugt. Je nach Lage und Verbrauch der Abnehmer hätte es seiner Einschätzung nach etwa 20 Leute gebraucht, um die siebenstellige Investitionssumme für Anlage und Netz binnen 15 bis 20 Jahren rentabel zu gestalten.

Womöglich sei die Idee schlicht zum falschen Zeitpunkt gekommen – nicht nur wegen der gegenwärtig günstigen Ölpreise und den zuletzt milden Wintern. „Viele haben schon in die energetische Erneuerung ihrer Gebäude investiert“, stellte Volker Gävert fest. „Daher will jetzt niemand erneut Geld in die Hand nehmen, wenn nicht ein deutlich absehbarer Gewinn herauskommt“, sagte der Ortsvorsteher auf MAZ-Nachfrage. Er bekam Zuspruch von seinen beiden Abgeordneten.

„Wer Wald hat, nutzt sein Holz längst für solche Zwecke“, ergänzte Marcel Maneck aus eigener Erfahrung. Werner Sternberg (SPD) zufolge sollten nun die Vor- und Nachteile für einen Erdgasanschluss des Dorfes ausgelotet werden.

Katharina Chietti beklagte, dass die Mehrheit der Bürger offenbar nur kurzfristig denke. Uwe Stahn hätte sich nicht zuletzt gewünscht, dass mit der unabhängigen Strom- und Wärmeversorgung ein Gemeinschaftssinn gestiftet werden kann, der dem Dorfleben zuträglich wäre. Falls die Zeit dafür noch reift, sind die bisherigen Unterlagen zumindest nicht verloren. Denn Harald Lacher von der Stadtwerke-GmbH Bad Belzig kann sich durchaus vorstellen, dass das Thema noch einmal von Interesse werden kann.

Von René Gaffron

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