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Potsdam-Mittelmark Große Trauer nach Tod des Zehntklässlers
Lokales Potsdam-Mittelmark Große Trauer nach Tod des Zehntklässlers
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10:33 21.02.2017
Diverse Einsatzkräfte waren nach einem tragischen Unfall zum Bahnhof Jüterbog geeilt. Quelle: Peter Degener
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Brück/Treuenbrietzen

Nach dem tragischen Tod eines Zehntklässlers herrscht an der Oberschule Brück aktuell tiefe Betroffenheit. Schnell machte dort am Freitag die Nachricht die Runde, wonach ein aus dem Treuenbrietzener Gemeindeteil Tiefenbrunnen stammender Junge im Alter von 16 Jahren einen Tag zuvor ums Leben gekommen war.

Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Potsdam im Rahmen eines Todesermittlungsverfahrens nach einem Bahnunfall am Bahnhof Jüterbog „in alle Richtungen“. Dabei seien die Todesumstände „nach wie vor offen“, sagt Christoph Lange, der Sprecher der Staatsanwaltschaft der MAZ. „Die Rekonstruktion der Zusammenhänge ergibt noch kein eindeutiges Bild“, sagt der Staatsanwalt am Montag.

„Die genauen Umstände und Hintergründe waren auch für uns zunächst noch unklar“, sagt Helmut Kautz, Pfarrer der evangelischen Lambertus-Kirchengemeinde in Brück, am Montag. Dann verdichteten sich Informationen zum Zusammenhang mit dem tragischen Unfall am Bahnhof in Jüterbog, schildert der Geistliche. Er war am Freitag von der Schule um Unterstützung und Beistand für Schüler und Lehrer gebeten worden. „Daraufhin bezog ich das Team der Notfallseelsorge mit ein. Wir waren den Schultag über in der Schule“, sagt der Pfarrer.

An der Brücker Oberschule herrscht gedrückte Stimmung nach dem Tod eines Jungen. Quelle: Thomas Wachs

Dort legten alle Schüler, Lehrkräfte und weitere Mitarbeiter in der Sporthalle auch eine Schweigeminute für den verstorbenen Mitschüler ein. „Das war sehr bewegend“, schildert Helmut Kautz. Er stehe bei Bedarf auch weiterhin als Ansprechpartner für die Trauerarbeit bereit. „Wir sehen unsere Aufgabe darin, den Schülern zur Verfügung zu stehen, damit sie über den Verlust sprechen können“, erklärt der Geistliche.

Psychologen für Schüler gesprächsbereit

Barbara Neupauer, die amtierende Leiterin der Oberschule Brück, hatte noch am Freitag in einem Brief an die Eltern der Zehntklässler über den Todesfall sowie die Schritte der Schule informiert. So steht neben Lehrern und der Schulsozialarbeiterin auch eine Schulpsychologin, die das Staatliche Schulamt am Montag nach Brück entsandt hat, als Ansprechpartner zur Verfügung. „Auch im Fach LER machen wir die Trauerarbeit verstärkt zum Thema“, gab Schulleiterin Neupauer zu verstehen.

Bei dem Unfall war am Donnerstag, kurz nach 10 Uhr, eine männliche Person aus bislang ungeklärter Ursache von einem Intercity-Zug erfasst und getötet worden, wie die Polizei und ein Bahnsprecher auf MAZ-Nachfrage bestätigten. Der Lokführer erlitt bei dem Zusammenstoß einen Schock.

Tragisches Unglück an den Bahnsteigen

Fünf Stunden lang war die Schienenverbindung zwischen Luckenwalde und Jüterbog gesperrt. Betroffen waren auch weitere Streckenabschnitte bis zu den Haltepunkten Oehna und Niedergörsdorf sowie bis Altes Lager auf der Regionalbahnstrecke 33 über Treuenbrietzen nach Berlin-Wannsee. Mit insgesamt sechs Bussen wurde ein Ersatzverkehr eingerichtet, der bis in den späten Nachmittag aufrecht erhalten wurde.

Der betreffende Intercity von Rostock nach München war mit 405 Reisenden unterwegs, als es auf Höhe der Bahnsteige in Jüterbog zu dem tragischen Unglück kam. Nachdem ein Ersatzzug aus Leipzig herangeführt worden war, konnten die Fahrgaste nach etwa drei Stunden auf freier Strecke umsteigen und weiterfahren. Der Intercity wurde ins Bahnwerk Berlin-Rummelsburg abgeschleppt.

Nach Zeugenaussagen könnte es sich um einen Unfall gehandelt haben. Demnach soll sich der Verunglückte angetrunken am Bahnhof aufgehalten haben. Die Person geriet demnach unter den Zug, als dieser an den Bahnsteigen des Bahnhofs vorbeifuhr.

Von Thomas Wachs und Peter Degener

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