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Großer Bahnhof für den Bahnhof

Beelitz Großer Bahnhof für den Bahnhof

Nachdem der Tourismusverband Fläming sich in seiner neuen Geschäftsstelle im ehemaligen Bahnhofsgebäude Beelitz-Stadt eingerichtet hat, öffnete er jetzt erstmals ausgewählten Gästen seine Türen. Die Stadt Beelitz hatte das Gebäude gekauft und für rund eine Million Euro umbauen lassen. Im Frühjahr soll in dem denkmalgeschützten Haus außerdem ein Restaurant eröffnen.

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In dem sanierten und umgebauten ehemaligen Bahnhofsgebäude in Beelitz hat der Tourismusverband Fläming seine neue Heimat gefunden. Im Frühjahr soll außerdem ein Restaurant eröffnen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Beelitz. Großer Bahnhof für einen Bahnhof: Nachdem sich der Tourismusverband Fläming im sanierten und umgebauten ehemaligen Gebäude der Bahnstation Beelitz-Stadt eingerichtet hat, öffnete er am Donnerstag erstmals der Öffentlichkeit die Türen seiner neuen Geschäftsstelle. Verbandsgeschäftsführer Daniel Sebastian Menzel, dessen Marketingabteilung, die Buchhaltung und der Bereich Produktentwicklung/Qualitätsmanagement kommen sich jetzt in dem denkmalgeschützten einstigen Güterschuppen räumlich näher und haben trotzdem mehr Platz für ihre Arbeit.

Bislang war die Geschäftsstelle in der Küstergasse 4 in Beelitz quasi auf zwei Häuser verteilt. Nun verfügt sie auch über einen separaten Beratungsraum, ein kleines Lager sowie ein großes Lager im Keller, in dem alle Publikationen des Verbandes aufbewahrt werden.

Als ein Symbol der Neuausrichtung des Verbandes wertet Vorstandsvorsitzende Kornelia Wehlan (Linke) die neuen Geschäftsräume. Direkt am Bahnsteig Beelitz-Stadt ließe sich die touristische Netzwerkarbeit noch optimaler mit der öffentlichen Mobilität verbinden, sagt die Landrätin des Landkreises Teltow-Fläming. Beelitz gehöre zu den attraktivsten Teilen der Reiseregion. Für den Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth (Bürgerbündnis) ist der Einzug des Tourismusverbandes ins Bahnhofsgebäude eine sogenannte Win-win-Situation. „Wir haben Mieter für die Räume gesucht und der Tourismusverband einen attraktiveren Standort.“

Dabei war der Kauf des Bahnhofsgebäudes durch die Stadt Beelitz anfangs nicht ganz unumstritten, bis sich die Stadtverordneten letztendlich doch am 19. März 2012 mehrheitlich dafür entschieden. Lange diskutierten die Politiker über einen Abriss des alten Güterschuppens. Doch die Denkmalpfleger des Landkreises Potsdam-Mittelmark stellten den Riegel im Sommer 2014 unter Schutz, so Knuth.

Was nun daraus geworden ist, verdankt Beelitz der Architektin Roswitha Störmer vom Architekturbüro Paul & Störmer aus Treuenbrietzen. Ihre Handschrift sei an vielen attraktiven Gebäuden in der Stadt wiederzuerkennen, sagt er.

Der erste Rundgang durch die Räume im Jahr 2015 sei geradezu abenteuerlich gewesen, berichtet Geschäftsführer Menzel. „Damals brauchte man schon viel Fantasie, um die künftige Geschäftsstelle zu sehen.“ Doch der Verband konnte seine Ideen in den Umbau und die Gestaltung des Gebäudes mit einbringen. Rund eine Million Euro hat die Stadt ins Bahnhofsgebäude investiert, ohne dabei Fördermittel in Anspruch zu nehmen. Im April 2016 rückten die Bauleute an. Bis auf wenige Restarbeiten war der Umbau Anfang Oktober des vergangenen Jahres abgeschlossen.

Da hatte der Tourismusverband Fläming sein neues Domizil bereits bezogen. „Wir sind Anfang Juli im Schweinsgalopp mitten im Lutherjahr, Blogger-Camp und Crowdfunding-Wettbewerb umgezogen. Erst im Herbst hatten wir uns vollständig in den Räumen eingerichtet“, schildert Menzel.

Neben dem Tourismusverband wird das Ehepaar Ramona und Christian Rehkopf in einem Teil des Gebäudes im Frühjahr ein Restaurant eröffnen. Die frühere Angestellte der Gaststätte „Zur alten Schule“ in Zauchwitz arbeitet seit mehr als 20 Jahren im Gastronomiegeschäft. Vier Mitarbeiter werden sich um die Gäste in den zwei Gasträumen kümmern. In der Saison sollen weitere Kräfte aushelfen. In seiner Blütezeit beherbergte das Bahnhofsgebäude schon einmal neben einer Schalterhalle ein Restaurant, in dem die Gäste getrennt nach erster und zweiter Klasse speisen konnten, erzählt Bürgermeister Knuth. In der ersten Klasse gab es einen direkten Zugang zum Bahnsteig. Die zweite Klasse musste noch einmal durch die Schalterhalle.

Was aus den Räumen in der Küstergasse wird, steht noch nicht fest. Bürgermeister Knuth schließt nicht aus, das dort das Eltern-Kind-Zentrum später eine neue Heimat findet.

Zweimal im Jahr einen Tag der offenen Tür

Der Tourismusverband will seine Geschäftsstelle ein bis zweimal im Jahr mit einem Tag der offenen Tür für interessierte Besucher öffnen, sagt Geschäftsführer Daniel Sebastian Menzel.

Für ihre Arbeit stehen der Geschäftsstelle etwa 210 Quadratemeter Fläche zur Verfügung.

Das Restaurant kann über 200 Quadratmeter Nutzfläche verfügen.

Im Obergeschoss des Bahnhofsgebäudes stehen 177 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Die Wohnung wird vom Gastronomieehepaar genutzt. Bei einem Auszug können auf der Fläche später einmal zwei separate Wohnungen eingerichtet werden.

Die Möblierung der Geschäftsstelle hat der Landkreis Potsdam-Mittelmark unterstützt.

Erworben hatte die Stadt Beelitz das ehemaligen Bahnhofsgebäude seinerzeit für einen Preis von etwa 29 900 Euro.

Von Heinz Helwig

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