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Großfamilie: „Man wächst mit den Aufgaben“

MAZ-Sterntaler Großfamilie: „Man wächst mit den Aufgaben“

Christin und Jens Hebisch haben Wunschkinder – sechs ingesamt. Unter der Woche muss sich die junge Mutter allerdings allein um den Nachwuchs kümmern. Zum Glück kann die Familie aus Borkheide (Potsdam-Mittelmark) auf die Hilfe von Freunden zählen. Und womöglich kann es zu Weihnachten auch ein paar Sterntaler für sie regnen.

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Von links: Wilma, Tabea, Kilian, Selma, Oskar, Mutter Christin Hebisch und Frieda.

Quelle: Andreas Koska

Borkheide. Wenn Frank Wiens Oskar und Kilian zum Schwimmen abholt, kann Christin Hebisch leicht entspannen. Dann sind nur noch Tabea, Wilma, Frieda und die sieben Monate alte Selma da, um die sie sich kümmern muss. Während die fünfjährige Tabea von der Toilette ruft, weil sie Hilfe braucht, möchte Frieda, zwei Jahre alt, beschäftigt werden und Selma spielt im Laufstall mit einem Mobile.

Christin und Jens Hebisch wohnen in Borkheide, haben gemeinsam sechs Kinder. Der 35-Jährige arbeitet im Gleisbau und ist von Montag bis Freitag auf Montage. Die Woche über ist seine ein Jahr jüngere Frau für Haushalt und Erziehung allein zuständig. Es bleibt ihr keine Zeit, in dem gelernten Beruf als Tischlerin zu arbeiten. Auch sonst steckt sie eigene Interessen zurück. Zwar helfen die Großeltern manchmal aus, aber ihr größter Wunsch wäre etwas freie Zeit. „Es wäre eine riesige Entlastung“, so die junge Mutter. Deshalb schätzt sie die Hilfe von Borkheider Nachbarn und Bekannten wie Frank Wiens ganz besonders. „Wenn er nicht wäre, würden die Jungs nicht zum Schwimmen gehen können“, lobt sie.

Unterstützung aus dem Ort

Gerade im Winter, wenn das Spielen im Garten kaum möglich ist, wuselt es in dem kleinen Häuschen, das jetzt weihnachtlich geschmückt ist. Am Deckenbalken hängen sechs kleine Stiefel, die am Nikolaussonntag gefüllt wurden. Überall sind selbst gebastelte Adventskalender zu sehen. Die Kinder sollen auf ihre Kosten kommen. Dass es nicht immer gelingen kann, liegt auf der Hand.

Zu Weihnachten wird es wie immer kleine Geschenke geben. Die Wünsche der Kinder sind größer, aber für die junge Familie nicht leistbar. Der 10-jährige Oskar besucht die 5. Klasse der Hans-Grade-Grundschule. „Eine Carrera-Bahn und ein Laptop“, ist seine spontane Antwort auf die Frage nach seinen Weihnachtswünschen. Den mobilen Rechner würde er gerne in der Schule nutzen, wie es seine Klassenkameraden heute schon tun. Der Sechsjährige Kilian träumt von Lego-Technik und Tabea wäre am liebsten eine Prinzessin. „Eine Krone wäre toll“, so das Mädchen, ein Pferd wird wohl im Bereich der Träume bleiben. „Dafür haben wir keinen Platz“, macht die Mutter klar und es huscht ein Lächeln des Bedauerns über ihr Gesicht.

Traum vom eigenen Pferd

Die kleine Lausebande ist sich am Abend selbst genug. Die Jungs besuchen die Grundschule, die drei größeren Mädchen den nahegelegenen Kindergarten, nur Selma ist noch zu klein dafür. Gemeinsam mit der Kleinsten versucht Christin Hebisch, die Alltagsbesorgungen zu erledigen. „Wenn wir alle gemeinsam auftreten, dann ernte ich schon mal eigenartige Blicke, werde komisch angeguckt“, bemerkt sie ein Befremden in der Umgebung. Dabei sind alle sechs jeweils Wunschkinder. „Man wächst mit den Aufgaben“, schaut sie optimistisch in die Zukunft. Für Oskar soll demnächst die Garage ausgebaut werden, damit er ein eigenes Reich erhält.

Von Andreas Koska

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