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Grüne Damen suchen auch Herren

Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) Grüne Damen suchen auch Herren

Der ehrenamtliche Besuchsdienst am Krankenhaus Treuenbrietzen besteht seit elf Jahren. Das Team der Grünen Damen mit derzeit sieben Frauen benötigt Verstärkung. Gerne sind auch Männer gesehen, die Patienten beistehen und den Klinikalltag erträglicher gestalten.

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Grüne Damen suchen Mitstreiter: Elvira Schulze, Ute Niemann, Petra Linke und Anita Förster (v.l.n.r.) und weitere drei Frauen werden von Seelsorgerin Angelika Döpmann (Mitte) angeleitet.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Die hellgrünen Kittel sind ihr Erkennungszeichen. Seit elf Jahren absolvieren die „Grünen Damen“ am Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen täglich im Wechsel ihren ehrenamtlichen Besuchsdienst.

Sie statten Patienten auf deren Wunsch Besuche ab und nehmen sich Zeit für Gespräche, Spaziergänge oder Besorgungen. Auch Hilfeleistungen wie das Annähen von Knöpfen, das Vorlesen aus der Zeitung oder eines Buches übernehmen die Helferinnen.

Einige der Frauen sind von Anfang an dabei. So wie Renate Heffe aus Treuenbrietzen. „Meine eigenen Sorgen und Problemchen stelle ich dann immer automatisch zurück. So gibt der Dienst auch mir viel zurück, wenn die Menschen, denen wir beistehen, dankbar sind für unsere Besuche“, erzählt die dienstälteste Grüne Dame gegenüber der MAZ. „Nicht jeder ist sofort offen dafür, am Ende aber trotzdem oft überrascht von der positiven Wirkung des Austausches unter meist doch fremden Menschen“, sagt Anita Förster. Sie ist im Treuenbrietzener Krankenhaus zudem als Patientenfürsprecherin tätig. Petra Linke kam vor fünf Jahren zum Besuchsdienst. Nach persönlichen Erfahrungen möchte sie auch ihre damaligen Erlebnisse mit in das Ehrenamt einbringen.

Am Krankenbett kommt Vergangenheit wieder hoch

Elvira Schulze aus Bad Belzig gehört seit zehn Jahren zum Team. „Oft schauen wir mit Patienten auch gemeinsam Fotos an und schwelgen in Erinnerungen. Gerade bei der Generation, die Krieg und Vertreibung erlebt hat, kommt am Krankenbett dazu oft viel wieder hoch“, sagt die Grüne Dame.

Für das Team werden aktuell weitere Mitstreiter gesucht. Gern gesehen sind auch Männer. Diese hat es nämlich noch nie gegeben in der Gruppe, die jedoch die Herren schon im Namen trägt. Bis zu zehn Frauen erledigten bislang die immer wieder individuellen Aufgaben. „Aktuell sind sieben Damen im Alter von 56 bis 76 Jahren aktiv“, sagt Angelika Döpmann. Die Klinikseelsorgerin leitet das Team der ehrenamtlichen Besucher fachlich an. Nach einer Schulung zu Beginn gibt es über die individuellen Termine der Grünen Damen hinaus regelmäßig Treffen in der Gruppe. Die Supervision und die gegenseitige Rückkopplung sind den Grünen Damen wichtig. Das sei hilfreich für ihre oft auch emotional aufrührende Tätigkeit.

Wertschätzung für ehrenamtlichen Dienst

„Dafür erfahren wir von den Patienten wie auch vom Haus eine große Wertschätzung“, erzählt Ute Niemann. Oft seien auch die Schwestern dankbar, „wenn wir besonders unruhige Patienten begleiten können“, erzählt Petra Linke. Denn neben den Aufgaben zur eigentlichen Pflege und der immer umfangreicheren Dokumentation bleibt dem Fachpersonal im Klinikalltag kaum Zeit für eingehende Gespräche. „So sind wir halt zur Unterhaltung da und können auch mal über Stunden ein Gesellschaftsspiel machen“, erzählt Anita Förster vom Alltag der Grünen Damen.

Deutschlandweit sind auf diese Weise rund 10 000 Männer und Frauen sozial aktiv. Sie sind in einem eigenen Verein organisiert.

Kontakt: Interessenten für den Klinik-Besuchsdienst der Grünen Damen und Herren können Kontakt aufnehmen zu Seelsorgerin Angelika Döpmann unter 033748-82256.

Von Thomas Wachs

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