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Potsdam-Mittelmark Grundstein für neues Gotteshaus gelegt
Lokales Potsdam-Mittelmark Grundstein für neues Gotteshaus gelegt
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19:38 30.06.2017
Geradlinig und lichtdurchflutet soll der Neubau des Kirchengebäudes sein. Quelle: Neuapostolische Kirche
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Bad Belzig

Die Neuapostolische Kirche hat am Freitag den ersten Grundstein für ihren geplanten Kirchenneubau in der Brücker Landstraße in Bad Belzig gelegt. Christen aus den bisherigen Gemeinden Bad Belzig, Brück und Lehnin sollen dort eine neue Heimat und Gottesdienststätte finden – vereint unter dem Namen „Gemeinde Fläming“. Rechts und links neben dem Gebäude sind außerdem vier Dreiraumwohnungen geplant. Potentielle Mieter werden noch gesucht.

Die Kupferkapsel wurde gut einbetoniert. Quelle: Josephine Mühln

„Wir investieren mit diesem Bau in die Zukunft und möchten auf den lieben Gott aufmerksam machen“, sagte Klaus Katens, stellvertretender Kirchenpräsident und Apostel, in seiner Ansprache. Er dankte dafür, dass die Kirche das Grundstück gefunden hat und bat darum, dass der Bau wachse sowie pünktlich und ohne Unfälle fertig werde.

Kirchengebäude zwischen zwei Wohnhäusern

Auch Martin Gestrich, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde St. Marien Hoher Fläming, richtete ein paar Worte an die Mitglieder der Neuapostolischen Kirche. „Wir können zusammenrücken und feststellen, dass das, was uns verbindet, viel mehr ist als das, was uns trennt. Möge dieses Haus fest stehen und viel Segen bringen.“

In der Mitte entsteht der Kirchenbau, rechts und links je zwei Dreiraumwohnungen. Quelle: Neuapostolische Kirche

Auf dem über 1200 Quadratmeter großen Grundstück werde ein neuer Mittelpunkt für die ganze Stadt geschaffen, sagte Architektin Karin Reimann. Dass das Kirchengebäude zwischen zwei Wohnhäusern eingebettet wird, sei auch symbolisch zu verstehen: Gott sei so immer mitten unter uns. „Der neue Bau soll geradlinig und lichtdurchflutet werden, nicht erdrückend wirken“, sagte Reimann weiter. „Es soll Offenheit und Transparenz ausstrahlen mit der Nachricht: Du bist willkommen.“

Platz für 76 Gottesdienstbesucher

Das neue Kirchengebäude wird barrierefrei und ebenerdig zu erreichen sein. Es bietet Platz für 76 Gottesdienstbesucher und soll im August 2018 fertig sein. Richtfest soll schon in diesem Herbst gefeiert werden, sagte Kirchensprecher Jens Lange. Die Sitzplätze seien knapp ausreichend geplant – perspektivisch rechne die Gemeinde aber mit einem Mitgliederrückgang.

Was der Bau letztendlich kosten wird, konnte Lange nicht beziffern. Finanziert wird das Ganze zum Teil aus Spenden und zum Teil aus einem Förderprogramm.

23 000 Mitglieder in Berlin und Brandenburg

Die Neuapostolische Kirche legt Wert auf das eigenverantwortliche Handeln ihrer Mitglieder. Der Einzelne ist Gott gegenüber für sein Verhalten verantwortlich.

Orientierung bieten das Evangelium Jesu Christi und die Werteordnung, die sich aus den zehn Geboten ergibt.

Die Neuapostolische Kirche verhält sich politisch neutral und ist unabhängig. Sie finanziert sich ferner durch freiwillige Spenden der Mitglieder.

Derzeit bekennen sich weltweit nahezu neun Millionen Gläubige zur Neuapostolischen Kirche. In Berlin und Brandenburg hat sie etwa 23 000 Mitglieder in circa 90 Gemeinden.

Bisher traf sich die Glaubensgemeinschaft in ihrem Andachtsraum in der Wittenberger Straße – das Teilgrundstück hatte sie 1983 gekauft. Während der zweieinhalb Jahre währenden Bauzeit war seinerzeit von örtlichen Handwerksbetrieben und in circa 20 000 freiwilligen Aufbaustunden der Mitglieder ein Gemeindezentrum geschaffen worden. Am 26.Oktober 1985 war das Gebäude in einem Festgottesdienst durch den damaligen Kirchenpräsidenten, Bezirksapostel Wilhelm Pusch, eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben worden. Für das Grundstück gebe es bereits zwei Interessenten, sagte Bauleiter Heiko Nevermann. Die Kirche will es verkaufen, sie sieht keine Nutzungsmöglichkeiten mehr.

Die Neuapostolische Kirche ist eine internationale, christliche Kirche. Grundlage ihrer Lehre ist die Heilige Schrift. Sie ist 1863 aus der Katholisch-apostolischen Gemeinde entstanden und wird – wie die ersten Christengemeinden auch – von Aposteln geführt. Kern der Glaubenslehre ist die Wiederkunft Christi, um die Menschen in die ewige Gemeinschaft mit Gott zu führen.

Von Josephine Mühln

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