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Grundstückssuche zwischen Werder und Seddin

Noch mehr Container für Flüchtlinge Grundstückssuche zwischen Werder und Seddin

Der Landkreis Potsdam-Mittellmark sucht Grundstücke, auf denen er Containerdörfer errichten kann. Denn für 30 Prozent der mehr als 1200 Personen, die wohl bis Jahresende zugewiesen werden, fehlt noch eine Bleibe. Das der zuständige Ressortchef Thomas Schulz bestätigt. Gesucht wird derzeit vorrangig zwischen Werder/Havel und Seddiner See.

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Ressortchef Tomas Schulz

Quelle: Rene Gaffron

Bad Belzig. Die Verwaltung des Landkreises Potsdam-Mittelmark begibt sich ab sofort auf die Suche nach Grundstücken. Darauf sollten Container aufgestellt werden können, um darin Flüchtlinge unterzubringen. Das hat Thomas Schulz angekündigt. Wie der Ressortchef für Soziales im Landratsamt Bad Belzig einmal mehr betont, wird weiterhin händeringend nach Unterkünften zu diesem Zweck gesucht.

Finale Gespräche mit Eigentümern

Angesichts des kaum vorhandenen Wohnungsleerstandes zwischen Havel und Fläming ist die ursprünglich favorisierte kleinteilige Integration längst nicht mehr realistisch. Augenscheinlich fehlt es sogar an mehr oder weniger großen Gebäuden, um die immer zahlreicher zugewiesenen Menschen dort einquartieren zu können. Daher sollen nun weitere Standorte für die sogenannten Low-Cost-Häuser gesucht werden. Aktuell gebe es – abgestimmt mit den Bürgermeistern im Raum zwischen Werder/Havel und Seddiner See – finale Gespräche mit Privateigentümern, die ihre Parzellen womöglich bereit stellen, bestätigt Thomas Schulz.

Bisher kamen 526 Asylbewerber

Nach aktueller Mitteilung der Bundesregierung muss der Landkreis Potsdam-Mittelmark in diesem 1162 Asylbewerber aufnehmen. Es wird aber schon damit gerechnet, dass die Prognose demnächst um 120 erhöht wird.

Bis 17. Juli sind 526 Menschen zugewiesen worden. Bleiben noch 636, die zwischen Havel und Fläming eine Bliebe finden sollen. Eine Fluktuation von 300 Personen ist kalkuliert.

Diese Übergangswohnheime werden genutzt. Bad Belzig – aktuell 60; ab August: 150 (mit Zelt); ab September: 200 Plätze (ohne Zelt mit Containern); Beelitz-Heilstätten: 38 Plätze; Beelitz-Schäpe – ab September: 72 Plätze; Brück – jetzt 120, ab September 220 Plätze (dafür Räumung Turnhalle Michendorf). Teltow 5 – 210 Plätze; Teltow 5a – 200 Plätze; Stahnsdorf 90b – 200 Plätze; Stahnsdorf 90a – 137 Plätze. Götz – 30 Plätze.

Schon im September bezugsfertig sollen die Systembauten in Bad Belzig und Brück sein, damit die jetzt entstehende Zeltunterkunft in der Kur- und Kreisstadt bzw. die Turnhalle am Michendorfer Wolkenberg-Gymnasium wieder geräumt werden können. Rund 36.000 Euro gibt der Landkreis Potsdam-Mittelmark für die Quartiere im Weitzgrunder Weg aus, hieß es auf Nachfrage. In der Regel werden die Mietverträge für viereinhalb Jahre geschlossen.

Je nach der Zuweisung von Asylbewerbern hat der Landkreis Potsdam-Mittelmark in diesem Jahr zwischen 1150 und 1300 Personen unterzubringen. Für etwa 30 Prozent davon sei gegenwärtig nicht absehbar, wo sie eine Bleibe finden werden. Nächstes Jahr bestehe weiter vermutlich steigende Nachfrage. Die Aufrufe zur Benennung von Immobilien sowie die in Aussicht gestellte zweckgebundene Wohnungsbauförderung hat jedenfalls noch nicht zum gewünschten Zuspruch geführt.

Mehr als 20 Jahre Erfahrung

Dass es dabei nicht allein darum gehe, dass den Menschen nur ein Dach über den Kopf geboten wird, hat Gertrud Meißner betont. Demzufolge müssten medizinische Versorgung, Schul- und Tagesstättenplätze sowie Einkaufsmöglichkeiten gegeben sein. Gleichwohl die Voraussetzungen im Raum Teltow noch besser sind und gut ausgeschöpft werden, sieht die Fachamtsleiterin der nun bevorstehenden Ankunft der etwa 100 alleinstehenden Männern in der Kur- und Kreisstadt zuversichtlich entgegen. Hannelore Klabunde-Quast (parteilos) verweist auf mehr als 20 Jahre Erfahrung beim Umgang mit den neuen Nachbarn.

Wie die Bürgermeisterin hofft Thomas Schulz, dass sich die Begleitumstände für die Aufnahme der Asylbewerber bald verbessern. Dass die Verfahren, in denen klar ist, dass es keinen längerfristigen Duldungsstatus geben wird, gleich in der Zentralen Aufnahmestelle abgeschlossen werden, wäre seinen Ausführungen nach nicht nur für die Betroffenen wünschenswert. Kommunen könnten dann gewiss sein, dass sie ihre Integrationsbemühungen langfristig anlegen können.

Von René Gaffron

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