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Gruselkabinett in Handarbeit

Halloween in Dippmannsdorf Gruselkabinett in Handarbeit

Ein Gruselkabinett in der Scheune, schaurige Kostüme und jede Menge Überraschungen halten Bianka Müller-Beckmann und Steffen Duhn an Halloween für kleine und große Besucher in Dippmannsdorf bereit. Bereits zum vierten Mal opfern die beiden ihre Freizeit, um den Süßigkeitensammlern des Dorfes ein echtes Spektakel zu bieten.

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Gruselige Gesellen: Von Dekorationsartikeln wie diesen haben Bianka Müller-Beckmann und Steffen Duhn mittlerweile einen ganzen Keller voll

Quelle: Saskia Popp

Dippmannsdorf. Noch ist alles ganz friedlich. Bianka Müller-Beckmann und Steffen Duhn sehen freundlich aus, ihre Gesichter sind keineswegs von Narben und offenen Wunden verunstaltet. Auch die Scheune hinter Müller-Beckmanns Haus in Dippmannsdorf wirkt eher unscheinbar. Am Sonnabend, bei Einbruch der Dunkelheit jedoch, wird hier ein Ort des Grauens sein. Denn Bianka Müller-Beckmann und Steffen Duhn lehren ihre Mitmenschen zu Halloween das Fürchten.

Willkommen im Dippmannsdorfer Gruselkabinett

„Hier“, sagt Steffen Duhn (29) und deutet auf eine Ecke der Scheune, die momentan als Abstellraum dient, „wird am Sonnabend dann richtig Action sein.“ Bereits im vierten Jahr baut der KFZ-Servicetechniker zu Halloween gemeinsam mit seiner Arbeitskollegin, der 37-jährigen Bianka Müller-Beckmann, in Dippmannsdorf ein Gruselkabinett auf. „Angefangen hat das alles, als ich 2011 meine Kinder für die abendliche Süßigkeitentour geschminkt habe“, sagt Müller Beckmann, „als die Jungs losgezogen sind, dachte ich, jetzt spiele ich einfach mal mit.“

Die Bürokauffrau schminkte sich als gruselige Hexe, lud aus dem Internet schnell noch ein paar Spukgeräusche herunter und zündete einige Kerzen an. „Dann habe ich die Kindergruppen, die hier klingelten, ein wenig erschreckt“, erinnert sich Müller-Beckmann.

Noch ist die alte Scheune auf Bianka Müller-Beckmanns Grundstück nur ein Abstellraum, doch am Sonnabend wird sie die Besucher das Fürchten lehren

Noch ist die alte Scheune auf Bianka Müller-Beckmanns Grundstück nur ein Abstellraum, doch am Sonnabend wird sie die Besucher das Fürchten lehren

Quelle: Saskia Popp

Von ihrem unterhaltsamen Halloweenabend erzählte Bianka Müller-Beckmann ihrem Kollegen. „Ich hatte zufällig kurz vorher mit einem Freund gemeinsam eine Geburtstagsparty mit Horror-Motto veranstaltet“, sagt Duhn, „der ist Veranstaltungstechniker und fährt gerne ganz groß auf.“ Schnell war die Idee geboren, zu Halloween gemeinsam etwas größeres auf die Beine zu stellen. Duhn Bekannter, der Groß Kreutzer Unternehmer Wolf Blum, ist von Anfang an mit von der Partie.

„Wolf ist da ein bisschen verrückt“, sagt Steffen Duhn, „aber das ist für uns eine riesige Hilfe.“ Nebelmaschinen, Lichteffekte, sogar Flammenwerfer kann Blum nach Dippmansdorf schaffen, um das Gruselkabinett auszustatten. „Die Flammenwerfer habe ich aber rigoros verboten“, sagt Bianka Müller-Beckmann, „sonst brennt uns die Scheune hier noch von allein ab.“

Handgemachte Schockeffekte statt Süßigkeiten

Im Jahr 2012 starteten Duhn und Müller-Beckmann mit „ein wenig Deko im Vorgarten und Süßigkeiten für die Kinder“, sagt Duhn, „doch allein das sich aus dem Boden grabende Skelett haben wir mittlerweile in dreifacher Ausführung.“ 2013 gab es das erste Gruselkabinett, eine Art Geisterbahn zum Durchlaufen, im letzten Jahr dauerte die Halloween-Sause im Müller-Beckmann’schen Haus schon zwei Tage. Süßigkeiten waren da längst unwichtig geworden, die Macher des Dippmannsdorfer Dämonenhaus setzen auf verspielte Dekorationen und handgemachte Schockeffekte.

„Wir bereiten momentan auf Hochtouren alles für dieses Wochenende vor“, sagt Steffen Duhn. Der KFZ-Techniker ist ein Tüftler, zahlreiche Spielereien in der Dekoration hat er selbst gebaut, literweise Kunstblut aus verdünntem Leim und Lebensmittelfarbe stellt er in der heimischen Küche her. Besonders stolz ist er auf eine – natürlich noch streng geheime – Neuerung. „Sagen wir, es wird sich einiges bewegen“, so Duhn, „aber mehr will ich wirklich noch nicht verraten.“

Den Söhnen ist Mamas Hobby peinlich

Auch Bianka Müller-Beckmann freut sich bereits auf die vielen Gäste, doch sie klingt nachdenklich. „Man darf keine Dankbarkeit erwarten“, so die zweifache Mutter, die extra eine Woche Urlaub für die Vorbereitungen genommen hat, „manche Leute bauen eine unheimliche Erwartungshaltung auf, das finde ich schade. Schließlich ist das hier unser Hobby und es ist für die Gäste umsonst.“

Ihre Schwester und zwei Nichten reisen extra an, um Müller-Beckmann zu unterstützen. Von den Söhnen, deren Make-Up einst den Stein für das Dippmannsdorfer Gruselkabinett ins Rollen gebracht hatte, bekommt Bianka Müller Beckmann allerdings wenig Hilfe. „Die finden das meistens eher peinlich“, sagt die Mutter lachend, „außer, wenn ihre Schulkumpels dann am Montag sagen, wie cool es doch dieses Mal wieder bei uns war.“

Warum schnitzt man Kürbislaternen zu Halloween?

Die Sage besagt, dass vor langer Zeit in Irland der geizige, trunksücktige Jack Oldfield einen Pakt mit dem Teufel schloss, so dass dieser Jacks Seele niemals holen konnte.

Als Jack starb, wurde ihm der Einlass in den Himmel verwehrt, denn er war zu Lebzeiten kein guter Mensch gewesen.

Auch vor der Hölle wurde Jack abgewiesen. Aus Mitleid mit Jack, der einen weiten Weg in der Kälte vor sich hatte, schenkte der Teufel ihm eine glühende Kohle direkt aus dem Höllenfeuer. Jack steckte diese dann in eine ausgehöhlte Rübe.

Seitdem wandelt Jack Oldfields verdammte Seele am Vorabend von Allerheiligen mit seiner Laterne durch die Welt. Auf englisch heißen die Kürbislaternen zu Halloween deshalb Jack-o-Lantern.

Von Saskia Popp

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