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Gudrun Liebener verzichtet auf Wiederwahl

Wusterwitz: Amtschefposten wird ausgeschrieben Gudrun Liebener verzichtet auf Wiederwahl

Die Stelle des Amtsdirektors in Wusterwitz wird öffentlich ausgeschrieben. Die bisherige Inhaberin Gudrun Liebener (parteilos) hat ihre Bereitschaft zur Wiederwahl widerrufen. Die 63-Jährige will ab Oktober nach 16 Jahren als Verwaltungschefin in den Ruhestand gehen. Die Linken, die sich für eine Ausschreibung stark machten, sind über ihre Entscheidung überrascht, aber froh.

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Die Wusterwitzer Amtsdirektorin Gudrun Liebener verzichtet auf eine Wiederwahl.

Quelle: C. Nack

Wusterwitz. Der Posten des Wusterwitzer Amtsdirektors wird öffentlich ausgeschrieben. Die bisherige Inhaberin Gudrun Liebener (parteilos) hat ihre am 18. März erklärte Bereitschaft zur Wiederwahl widerrufen. Das teilte Amtsausschussvorsitzender Ronald Melchert (CDU) am Montagabend mit. Damit hatte sich die angesetzte Abstimmung erledigt und wurde von der Tagesordnung der Sitzung gestrichen, zu der geschätzte 30 interessierte Einwohner gekommen waren und nach nicht einmal 20 Minuten teils ungläubig wieder nach Hause gehen konnten.

Die 63-jährige Rogäsenerin bewirbt sich nicht wieder, sondern geht wie von ihr ursprünglich geplant ab 1. Oktober nach 16 Jahren als Verwaltungschefin in den Ruhestand. Das hat sie auf Anfrage der MAZ bestätigt. „Ich bin von den Menschen zutiefst enttäuscht, die gegen mich intrigiert haben“, begründet sie ihren Rückzieher. Wie aus gut informierten Kreisen zu hören war, hätte eine Mehrheit im Amtsausschuss für eine öffentliche Ausschreibung plädiert. Einer solchen Abstimmung wollte sie offenbar zuvorkommen.

Selbst für die Linken, die sich für eine Ausschreibung stark gemacht und mehr als 100 Unterschriften aus der Bürgerschaft haben, kam Liebeners Verzicht überraschend. „Wir hatten zwar darauf gehofft und sind glücklich, dass es so gekommen ist. Denn nun ist der Weg offen“, sagt Fraktionschef Norbert Tilegant. „In meinen Augen hat sie mit dieser Entscheidung Stärke gezeigt“, so Tilegant, der sich viele Bewerber für den Chefposten wünscht, um eine Auswahl zu haben. „Der Bessere soll es werden“.

„Ich nehme es mit Erleichterung zur Kenntnis“, sagt Warchaus Ortsvorsteher Rolf Geelhaar (Wählerinitiative Rosenau). Der Rosenauer Ex-Bürgermeister gilt als einer der größten Kritiker an Liebeners Amtsführung und hatte sich in der Krise vor zehn Jahren auf die Seite der Mitarbeiter gestellt. „Wir brauchen für das Amt Wusterwitz eine frische, geschulte Kraft, die vor dem Hintergrund anstehender Reformen den zukünftigen Anforderungen gerecht wird“, sagt Geelhaar. „Wir wollen eine Verwaltung, wo sich die Mitarbeiter wohlfühlen und ihre Kompetenz einbringen können.“

Den Vorwurf, sie habe einen autoritären Führungsstil, weist Gudrun Liebener „als Behauptung der Linken“ von sich. „Ich werde das Haus ordentlich übergeben und bis zum letzten Tag powern“, sagt die Verwaltungschefin. Auch vom Landkreis sei ihr eine gute Arbeit bescheinigt worden. Wie sie es schon vor Monaten erzählt und sich darauf gefreute habe, gehe sie nun nach Ablauf ihrer zweiten Amtszeit im Herbst in den Ruhestand. Sie bekomme die normale Versorgung, nehme aber eine niedrigere Besoldungsgruppe in Kauf. Die richtige Einstufung sei vor acht Jahren von der damaligen Hauptamtsleiterin offenbar nicht vorbereitet und durch den Amtsausschuss versäumt worden, was sie erst kürzlich bemerkt habe. „Mir war das bisher nicht so wichtig, denn ich bin ein Arbeitstier“, erklärt sie. Von verschiedenen Stellen, unter anderem von der Versorgungskasse, sei ihr empfohlen worden, sich für zwei weitere Jahre als Amtsdirektorin wählen zu lassen. Dann hätte sie die ihr zustehende A 16 erhalten.

„Ich habe mit Frau Liebener hervorragend zusammengearbeitet und hätte es gern noch zwei Jahre getan, aber ich kann mit ihrer Entscheidung leben, in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen“, sagt Ausschusschef Ronald Melchert, der ehrenamtlicher Bürgermeister in Wusterwitz ist. „Mit einer öffentlichen Ausschreibung habe ich kein Problem“, versichert Melchert. Er hoffe auf genügend Bewerber, die die Voraussetzungen erfüllen. Mit den Modalitäten der Ausschreibung wird sich der Amtsausschuss am 11. Mai befassen und danach veröffentlichen. „Es ist für alle eine gute Lösung“, findet der Bensdorfer Bernd König.

Von Claudia Nack

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