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Gut geölt ins Kreiserntefest

Bauern feiern in Zauchwitz Gut geölt ins Kreiserntefest

So lustig sieht es auf anderen Feldern im Spätsommer nicht aus. Wie auf einer Perlenschnur aufgezogen, reiht sich ein vom Kraut abgeschlagener Ölkürbis an den anderen. Bis zu mehrere hundert Meter lang sind die so genannten Schwaden. Beim Kreiserntefest am Wochenende in Zauchwitz kann sich jedermann anschauen, wie die gewerbliche Kürbisernte funktioniert.

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Ein Hoch auf den Kürbis: Silvia Wernitz, Thomas Syring und Klaus Hänel (r.).

Quelle: Piotr Varanko

Zauchwitz. So lustig sieht es auf anderen Feldern im Spätsommer nicht aus. Wie auf einer Perlenschnur aufgezogen, reiht sich ein gelb-gold-grüner Kürbis an den anderen. Bis zu mehrere hundert Meter lang sind die so genannten Schwaden, wie die Reihen vom Kraut abgeschlagener Beerenfrüchte rechts und links der Bundesstraße 246 genannt werden. Auf dem Acker reifen die Früchte nach, ihre schalenlosen Kerne legen noch einmal an Umfang und Gewicht zu. Und zwar so lange bis der Vollernter kommt und das wertvolle Innenleben ausspuckt.

Regionales Produkt

Der Landwirtschaftshof Syring in Zauchwitz hat sich neben Spargel und Heidelbeeren auf eine andere Sonderfrucht spezialisiert - den Steirischen Ölkürbis. Der jährliche Ertrag reicht für die Produktion von etwa 5000 bis 6000 Liter Kürbiskernöl, das als regionales Produkt in den Hofladen und auf den Markt kommt. „Das Öl schmeckt weniger kräftig aber dafür milder als das steirische Vorbild. Das liegt an unseren leichteren Böden“, berichtet Bauer Thomas Syring.

Weil sich eine eigene Ölmühle für den Ertrag nicht rentiert, lässt der Betrieb einmal im Monat Zauchwitzer Kürbiskerne bei einem österreichischen Partner pressen. In Flaschen abgefüllt wird das Öl wiederum auf dem heimischen Hof. Noch bis in den Oktober hinein werden auf rund 50 Hektar Kürbisse geerntet. Darunter auch Speisekürbisse wie Hokkaido, Butternut und Bischofsmütze.

Erntedank und Erntekronen

Höhepunkte am Sonnabend: 9.30 Uhr Kreisleistungspflügen, ab 10Uhr buntes Markttreiben, 13 Uhr Eröffnung mit Landrat Wolfgang Blasig, ab 14 Uhr Blasorchester Stücken, Tanzgruppen, Clown Celly, 15 Uhr Eröffnung der Erntekronenausstellung.

Höhepunkte am Sonntag: ab 10 Uhr buntes Markttreiben, Treffen der Oldtimer-Traktoren, Blasorchester Seyda, 13 Uhr Andacht zum Erntedankfest und Caputher Handglockenchor in der Zauchwitzer Kirche, 13.30 Uhr Oldtimer-Traktoren-Sternfahrt, ab 14.30 Uhr Country-Musik und Havelländische Puppenbühne.

Am kommenden Wochenende kann sich jedermann ansehen, wie die gewerbliche Kürbisernte funktioniert. Eine Vollerntemaschine ist gleich neben dem Hof im Einsatz. Denn am Sonnabend und Sonntag ist die Landwirtschaft Syring Gastgeber für das Kreiserntefest, zu dem der Kreisbauernverband (KBV) und der Kreislandfrauenverband Potsdam-Mittelmark nach Zauchwitz einladen.

Dank für fleißige Arbeit

„Wir wollen mit dem Fest den Bauern für ihre fleißige Arbeit unter oft schwierigen Bedingungen Danke sagen. Andererseits laden wir Besucher und Verbraucher ein sich ein Bild von der Landwirtschaft zu machen und mit uns gemeinsam zu feiern“, sagte KBV-Geschäftsführerin Silvia Wernitz der MAZ. Partner vor Ort sind unter anderem Klaus Hänel mit seinem einzigartigen Reise-Museum, die Zauchwitzer Feuerwehr, die Kirchengemeinde und weitere Höfe im Dorf.

Unter den Bauern ist die Stimmung indessen alles andere als euphorisch. Die Milchpreise sind unverändert im Keller. Der Bauernverband rechnet auch zwischen Havelland und Fläming mit einer Marktbereinigung. Wer noch nicht in die Erneuerung der Milchproduktion investiert hat, wird früher oder später als Erzeuger aufgeben. Und auf dem Acker ist das Getreide nicht in den Himmel gewachsen. „Die aktuellen Erlöse aus der durchschnittlichen Getreideernte lassen keine großen Sprünge zu“, berichtet Landwirt Thomas Syring. Mit dem Kreiserntefest ist die Arbeit für die Bauern noch nicht erledigt. Vom Acker müssen noch Mais, Sonnenblumen und Zuckerrüben.

Von Frank Bürstenbinder

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