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Gutachten zu Teltower Hafen liegt vor

Kosten der Marina unter der Lupe Gutachten zu Teltower Hafen liegt vor

Gutachter Rainer Enßlin präsentierte den Teltower Stadtverordneten am Mittwochabend seine Einschätzung zur Kostenentwicklung des Hafenprojekts hinter verschlossenen Türen. Nun haben Beteiligte Gelegenheit, die Ergebnisse zu prüfen und sich zu äußern. Enßlins Gutachten könnte für Wirbel sorgen, denn nach seinen Worten kommen „einige darin nicht gut weg“.

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Erstmals nach der Wahl kam es am Mittwoch zum Handschlag zwischen Thomas Schmidt (l.) und Andreas Wolf.

Quelle: Linus Höller

Teltow. Die Ergebnisse des Prüfauftrags hinsichtlich der Mehrkosten der Marina Teltow wurden in der Teltower Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch nun endlich vom Berliner Sachverständigen Rainer Enßlin präsentiert – allerdings im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung. Er habe von Seiten des Landkreises Potsdam-Mittelmark und der Stadt zahlreiche Unterlagen erhalten, deren Ordnung sich ihm „primär nicht immer erschlossen habe“, erklärte Enßlin in dürren Worten gegenüber der Öffentlichkeit. So habe er sich durch einen Raum voll mit Aktenordnern arbeiten und alle Papiere durchforsten müssen, das habe mehr Zeit in Anspruch genommen, als geplant. Das Ergebnis der Überprüfung war ursprünglich schon im Januar dieses Jahres erwartet und in den vergangenen Monaten immer wieder angefragt worden.

Aus der Luft sind die Konturen des Teltower Hafens gut zu erkennen

Aus der Luft sind die Konturen des Teltower Hafens gut zu erkennen.

Quelle: Lutz Hannemann

Nun liege ein Entwurf vor, „in dem einige gut und andere nicht gut wegkommen“, so Enßlin. Da er aber natürlich nur sehe, was in den Akten stehe und es sicher auch vieles gebe, was besprochen wurde und nicht in den von ihm gesichteten Unterlagen gelandet wäre, wohl aber eventuell in jenen der betroffenen Beteiligten, seien seine Behauptungen nun einseitig. „Würde ich diese jetzt öffentlich machen, käme das dann vielleicht Rufmord gleich“, befürchtet Enßlin. Als nächstes würde er seine Ergebnisse daher nun jenen zur Verfügung stellen, die in seinem Bericht vorkämen, damit diese sich dazu äußern könnten.

Gutachterauftrag bereits im Jahr 2016

Die Fraktion CDU/Bündnis90/Die Grünen hatte bereits im vergangenen Jahr den Antrag gestellt, die Kostenentwicklung beim Marina-Projekt durch einen externen Gutachter prüfen zu lassen. Dieser wurde schließlich am 5. September 2016 beauftragt.

Im Bürgermeisterwahlkampf spielte das Hafen-Projekt eine zentrale Rolle. Amtsinhaber Thomas Schmidt (SPD) verteidigte das Projekt, sein Herausforderer in der Stichwahl, Andreas Wolf (BfB), übte scharfe Kritik am Hafen-Bau und wollte eine Bürgerbefragung durchsetzen. Dabei ging es auch immer wieder um die gestiegenen Kosten des Projekts.

Das Teltower Hafenprojekt war in den vergangenen Jahren ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, weil die dafür veranschlagten Kosten von anfangs 4,5 Millionen Euro auf das rund Dreifache gestiegen waren und jetzt bei etwa 15 Millionen Euro liegen. Es gab Probleme mit der Sanierung giftiger Rückstände im Boden, Auftragsvergaben, der Projektsteuerung. Zwischendurch wurde sogar befürchtet, dass das Projekt scheitert, auch ein Baustopp wurde eingeschoben. Aktuell wird an der Herstellung des Hafenbeckens gearbeitet, wobei die Böschungsbereiche zunehmend fertig gestellt werden.

Ab nächster Woche wird die Zufahrt zu den Parkflächen der zukünftigen Marina gebaut, wofür es am Zeppelinufer für ein bis zwei Wochen zu Einschränkungen im Straßenverkehr kommen wird: Die Straße wird auf eine Fahrspur eingeengt und eine temporäre Baustellenampel wird den Verkehr regeln.

Von Konstanze Kobel-Höller

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