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Gutshof Klein Glien vor Verkauf

Nach Vergleich vor Gericht Gutshof Klein Glien vor Verkauf

Die Stadtväter von Bad Belzig wollen den Gutshof Klein Glien verkaufen. Das Hotel am Hagelberg steht seit mehr als einem Jahr leer. Mit dem ehemaligen Betreiber wurde vor Gericht um Geld gestritten. Nach dem juristischen Vergleich muss nun erst noch ein Verkehrswert für das Ensemble ermittelt werden. Falls es nicht bald zugewuchert ist.

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Gerade im Blick: Gutshof Klein Glien.

Quelle: René Gaffron

Hagelberg. Der Gutshof Klein Glien soll verkauft werden. Das hat die Stadtverordnetenversammlung Bad Belzig beschlossen. Die Kommune ist Eigentümerin des historischen Gemäuers am Fuß des Hagelberges. Sie ermöglicht somit nicht zuletzt die Einhaltung einer Absprache aus dem Vergleich, der im Streitfall zwischen dem Arbeits- und Ausbildungsförderungsverein (AAfV) Potsdam-Mittelmark als bisherigem Pächter und der letzten Betreibergesellschaft jetzt vor Gericht erzielt worden ist.

Gründe für Schließung nur Spekulation

Zur Erinnerung: Vor anderthalb Jahren hatte Jaqueline Gramm das Domizil endgültig zugeschlossen. Seit 2007 war sie dort Wirtin gewesen – quasi im Dienst der Immoring-Grundstücksgesellschaft ihres Lebenspartners Harald Thieme. Die gehobene Küche, historisch eingerichtete 18 Zimmer und stets exklusive Dekoration zogen ein ausgewähltes Publikum an. Mehr aus Potsdam und Berlin als aus der unmittelbaren Umgebung. Insbesondere für Tagungen und Hochzeiten schien der Gutshof Klein Glien eine gute Adresse zu sein. Ob das Geschäft nicht einträglich genug oder andere Gründe ausschlaggebend waren – bis heute wird vor Ort lediglich spekuliert, warum die Gastronomin den Standort aufgegeben hat.

Ausstehende Mieten vor Gericht

Derweil hat der AAfV seither versucht, ausstehende Mieten und Pachten auf dem Klageweg einzutreiben. Die Höhe des Streitwertes ist von den Beteiligten allerdings bislang nicht benannt worden. Wohl aber hat der in Kuhlowitz ansässige Verein im Rathaus sein Interesse dargelegt, den 1997 noch mit der damals noch eigenständigen Gemeinde Hagelberg abgeschlossenen Pachtvertrag vorfristig beenden zu können. Dem folgten die Parlamentarier ohne große Kontroverse. Eigentlich sollte der Kontrakt über 25 Jahre laufen.

In Regie des AAfV war zunächst das Ensemble, samt Garten, mit viel Fördergeld preisgekrönt restauriert worden. Dann hat er – zuletzt jeweils mit Unterpächtern – versucht, die Immobilie zu bewirtschaften. „Immer wieder war es ein Hindernis, dass der jeweilige Betreiber nicht der Eigentümer war“, heißt es schließlich in der Beschlussvorlage. „Doch die Mieteinnahmen von lediglich 5000 Euro pro Monat reichten für die Stadt Bad Belzig wiederum nicht aus, um die notwenige Unterhaltung zu gewährleiten.“

Gutachter soll Verkehrswert ermitteln

Gleichwohl sei die Substanz ungeachtet des Leerstandes seit Frühhjar 2014 ganz ordentlich, wie Christoph Grund auf Nachfrage von Lothar Lehmann (Freie Wählergemeinschaft) bestätigt hat. Nach Aussagen des Bauamtsleiters gibt es im Nebengebäude etwas Reparaturbedarf. Dem beabsichtigten Verkauf stehe dies jedoch nicht entgegen, teilte Hannelore Klabunde-Quast (parteilos) mit. Vielmehr soll ein Gutachter – gemeinsam ausgesucht und bezahlt von Rathaus, AAfV sowie Immoring – zunächst den Verkehrswert ermitteln. Geht es nach der Bürgermeisterin könnten noch im Herbst die Ausschreibungs- und Vergabemodalitäten festgelegt werden. Ihren Worten zufolge hätten sich schon Interessenten erkundigt.

Denkmal seit 1993

Das Gutshaus Glien ist zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden. Die Adelsfamilie derer von Tschirschky (unter anderem Landrat des Kreises Zauch-Belzig) verhalf dem Hof und dem Ort (mit Patronatskirche) zur Blüte.

Das Ensemble steht seit 1993 unter Denkmalschutz. Es ist kommunales Eigentum.

Restaurierung von Gebäuden und anschließende gastromische Bewirtschaftung in Regie des Arbeits- und Ausbildungsförderungsvereins Potsdam-Mittelmark gab und gibt es mit unterschiedlichem Erfolg in der Alten Brennerei Golzow, auf Burg Rabenstein, in der Wiesenburger Schloßschänke „Zur Remise“.

Nicht minder bei Wolfgang Wagner. Er hofft, in dieser Woche zur Ortsbeiratssitzung offiziell über den Stand der Dinge unterrichtet zu werden. „Die Anwohner hoffen vor allem, dass die verwilderten Außenanlagen wieder hergerichtet werden. Jetzt sind sie Ärgernis, für das der Ort nicht verantwortlich ist“, sagt der Dorfchef, der durchaus die Stadt Bad Belzig und ihre Partner in der Pflicht sieht.

Von Rene Gaffron

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