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Potsdam-Mittelmark Gutspark Cammer trocknet aus und wächst zu
Lokales Potsdam-Mittelmark Gutspark Cammer trocknet aus und wächst zu
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17:58 05.09.2016
Ohne Gummistiefel durch den Graben: Gudrun Schmidt im trockenliegenden Kanal des Gutsparkes Cammer. Quelle: Andreas Koska
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Cammer

Die Kanäle sind ausgetrocknet. Die Inseln drohen auseinander zu brechen, Sichtachsen wuchern zu und sind nicht mehr erkennbar – der historische Teil des Gutsparks Cammer verliert immer mehr seinen besonderen Charakter. Mehr denn je präsentiert sich die Anlange zum Tag des offenen Denkmals am kommenden Wochenende in einem schlechten Zustand.

Das ist dem Landesdenkmalamt auch bekannt. Deshalb war schon für den Herbst vergangenen Jahres ein gartendenkmalpflegerisches Gutachten in Aussicht gestellt worden. Um die gesamte Schönheit des Areals wieder erlebbar machen zu können, wäre eine erste Bestandsaufnahme notwendig.

Wörlitz war Vorbild

Der Schlosspark Cammer ist um 1800 von der Familie derer von Brösigke nach Wörlitzer Muster angelegt worden. Er umfasst eine Gesamtfläche von 12 Hektar, das sind 48 Morgen.

Während das Gutshaus 1949/1950 abgetragen wurde, zeugen von der Anlage noch ein schöner Altbaumbestand sowie _ eigentlich _ Teiche mit Inseln. Die Anlage wird komplettiert mit Forst- und Gartenhaus, Eiskeller und Pferdestall sowie das Grab von Heino von Broesickes auf einem Hügel.

Nicht zuletzt ist das Gartendenkmal regelmäßig Kulisse für Veranstaltungen wie Konzerte, Oldtimer-Treffen oder Glühwürmchennacht.

Doch auf MAZ-Nachfrage zu Beginn des Jahres wurde schon klar, dass daraus selbst 2016 nichts wird. „Das Gutachten ist leider nicht fertig, die Bearbeiterin und nicht nur sie, ist durch sehr wichtige andere Aufgaben verhindert“, teilte der Torsten Volkmann mit. Bei der Behörde zeichnet er für die hiesigen Gartendenkmale verantwortlich. Die Erarbeitung der Expertise kann jedoch dauern.

Denn in der Fachverwaltung fehlt es an Leuten. „Die Gartendenkmalpflege im Landesdenkmalamt wurde personell reduziert, so dass nun nur noch zwei Personen die vielfältigen Belange wahrnehmen müssen“, erklärt bedauernd der Mitarbeiter auf eine erneute Anfrage. Er fügt hinzu, dass die ebenfalls schlechte finanzielle Ausstattung es nicht zulässt, alternativ ein Gutachten extern aufarbeiten zu lassen.

Wildwuchs macht sich breit. Quelle: Andreas Koska

Diese Aussagen bestätigen die Kritik des Bundesverbandes freiberuflicher Kulturwissenschaftler. „Die Personaldecke wird beim Landesamt für Denkmalpflege immer dünner, es wird immer schwieriger dem Denkmalschutzgesetz gerecht zu werden“, betonte Ida Faulstich-Schilling jüngst gegenüber der MAZ. Von ehemals 120 Mitarbeitern sind jetzt gerade noch 76 im Landesamt tätig.

Unter diesen Vorzeichen könnte es mit dem Gutachten zum Gutspark Cammer noch länger dauern. „ Sollte sich, inzwischen wider Erwarten, etwas ändern gebe ich Ihnen umgehend Bescheid“, verspricht Torsten Volkmann, ohne jedoch Hoffnung auf baldiges Geschehen zu machen. Gerhard Rettig vom Dorf-und Heimatverein findet es bedauerlich. „Wir bemühen uns. Aber der Umfang der nötigen Pflege sprengt unsere Möglichkeiten. Wir können Kleinigkeiten, wie die historischen Steinbänke pflegen, nicht den gesamten Park“, sagt der Ruheständler. Vor der Pensionierung war er im Amt Brück für die Grünpflege in den Städten und Dörfern verantwortlich und kann daher den Aufwand einschätzen.

Der Lageplan des geschützten Gutsparkes. Quelle: Andreas Koska

Torsten Volkmann, der den Park kennt, versteht die Kritik aus dem Ort. „Ich weiß es seit langem: Neben dem kontinuierlichen Verfall hat der Gutspark Cammer in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche weitere Veränderungen erfahren, die zu teilweise erheblichen Schäden in seiner Substanz und in seinem Erscheinungsbild führten“, sagt der Fachmann. Drei Inseln sind in den trockenen Kanälen noch vorhanden aber durch Wurzeln gefährdet.

Die ursprüngliche Parkfläche gleicht in weiten Teilen einem Wald. Doch kann er lediglich auf bürgerschaftlichen Engagement und Investitionen der Kommune als Eigentümerin setzen. Doch darf sie kein Geld für dererlei freiwillige Aufgaben verwenden, weil sie gemäß Haushaltssicherungskonzept erst den Etatausgleich schaffen muss. Die Zeit läuft gegen das idyllische Kleinod in Cammer.

Von Andreas Koska

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