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Stahnsdorfer Gymnasiastin erhält Landespreis

Schülerin des Vicco-von-Bülow-Gymnasiums gewann im Geschichtswettbewerb Stahnsdorfer Gymnasiastin erhält Landespreis

Lina Jurisch aus dem Vicco-von-Bülow Gymnasium in Stahnsdorf erhält an diesem Mittwoch im Deutschen Historischen Museum in Berlin einen Landespreis im Geschichtswettbewerb. Sie hatte sich in einer Facharbeit mit der Diskriminierung von Homosexuellen in der DDR befasst. Die Arbeit wird jetzt zum Bundeswettbewerb eingereicht.

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Lina Jurisch erhält für ihre Facharbeit einen Landespreis.

Quelle: Heinz Helwig

Stahnsdorf. Eine preisverdächtige Facharbeit hat Lina Jurisch aus der zehnten Klasse des Vicco-von-Bülow-Gymnasiums im vorigen Schuljahr im Fach Geschichte geschrieben. Die Arbeit gefiel ihrer Geschichtslehrerin Manuela Sissakis so gut, dass sie dem Mädchen vorschlug, sich damit am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten zu beteiligen. Lina reichte ihre Arbeit zu Beginn dieses Jahres online ein und erhält jetzt einen mit 250 Euro dotierten Landespreis. Im Deutschen Historischen Museum in Berlin nimmt sie an diesem Mittwoch ihre Auszeichnung entgegen. Zum Oberthema „Anders sein in der Geschichte“ beschäftigte sich die Gymnasiastin mit der Diskriminierung Homosexueller in der DDR.

Bei ihrer Arbeit hatte sich Lina auf die 1970-er und 1980-er Jahre in der DDR konzentriert. „Es war nicht einfach, zu diesem Thema zu recherchieren. Die Staatsführung hatte Homosexualität zwar geduldet. Doch für die Gesellschaft war dieses Thema tabu“, sagt die Schülerin. Über die Schwulenberatung in Berlin erfuhr sie von einem regelmäßigen Treffen von Männern, die ihr eventuell weiterhelfen könnten. An die Anwesenheit des jungen Mädchen und ihrer Lehrerin inmitten von über 50-Jährigen mussten sich beide Seiten erst einmal gewöhnen. Allmählich aber wich die Zurückhaltung am Stammtisch.

Jemand erzählte ihr von einem Studenten, der zwei Kommilitonen zusammen sah und dies der Universitätsleitung meldete. Daraufhin folgte ein Schauprozess und die beiden Studenten flogen von der Uni. „Da wurde mir klar, so etwas darf nie ’rauskommen“, sagte der Mann zu Lina. Die DDR behandelte Homosexuelle wie Kranke, die therapiert werden müssten – auch mit Stromstößen, wie ihr ein ehemaliger Arzthelfer verriet. „Wir haben auch in der Klasse über den Begriff Schwul als Schimpfwort diskutiert. Die meisten benutzen es unbewusst, ohne den tieferen Sinn zu begreifen. Nach meinem Bericht denken vielleicht einige jetzt doch anders darüber“, hofft Lina.

Die Schülerin möchte später einmal Geschichte oder Sprachen studieren. Ihre Facharbeit wird jetzt für den Bundeswettbewerb eingereicht. Vielleicht erringt Lina Jurisch auch dort einen der drei Bundespreise.

Von Heinz Helwig

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